Corona-Virus – Was nun?

Jede Webseite, die zumindest halbwegs etwas auf sich hält, berichtet derzeit über den Corona-Virus. Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich auf diesen Zug aufspringen soll. Nun, da teilweise europäische Staaten teilweise abgeriegelt werden, möchte ich dann doch mal über diesen Virus und die Auswirkungen auf das Aktiendepot berichten. Zudem möchte ich dir hier erläutern, wie ich mit dieser Gefahr umgehe.

Corona-Virus als Pandemie?

Zunächst einmal: Nein, ich habe keine Hamsterkäufe getätigt. Nein, ich meide bislang keine Großveranstaltungen und besuche auch weiterhin mein Fitnessstudio wie gehabt. Da erwische ich zurzeit sogar tatsächlich auch mal freie Geräte ;-). Zudem habe ich auch keinerlei Ambitionen, mich auch nur in irgendeiner Art und Weise in Panik versetzen zu lassen.

Klar, das Virus stellt eine gewisse Gefahr da. Wenn ich über 60 wäre, würde ich mir auch durchaus vielleicht mehr Sorgen machen. Aber dennoch halte ich es am liebsten wie immer mit meinem gesunden Menschenverstand. Solange die Zahl der Toten nicht an die Auswüchse der Spanischen Grippe Anfang des 20. Jahrhunderts heranreicht, mache ich mir recht wenig Sorgen und ergreife im Kleinen gewisse Vorsichtsmaßnahmen (Händewaschen etc.).

Vielmehr bin ich positiv gestimmt, dass in absehbarer Zeit irgendein findiger Wissenschaftler ein Gegenmittel entdeckt. Wieso ich das glaube? Nun, einfach weil eine solche Erfindung der Firma und dem Erfinder Milliarden einbringen würde. Der Mensch neigt nunmal gerade bei solchen aktuellen Modethemen dazu, damit das große Geschäft machen zu wollen.

Dies gilt zum einen für die durchaus moralisch zu hinterfragenden Vorgängen hinsichtlich der teilweise aus Profitgründen aufgekauften Desinfektionsmittel und der Schutzmasken, zum anderen für den nicht minder moralisch zu hinterfragenden Angst-Journalismus, der das ganze Thema auch noch weiter anheizt. Natürlich auch nur weil sich Angst eben gut verkauft. Jedenfalls wesentlich besser als Zuversicht.

Alle Aktien wegen Corona verkaufen?

Kommen wir nun aber zum Brückenschlag zum Thema Aktien und Investieren. Ok, ja, die letzten Tage waren ein Blutbad an den Märkten. Auch mein Depot steht zwischenzeitlich deutlich im Minus. Darüber mache ich mir aber ehrlich gesagt recht wenig Sorgen. Meine Sparpläne lasse ich zum Beispiel stur weiter laufen und freue mich darüber, dass ich beispielsweise meinen Vanguard-ETF bereits jetzt schon für knapp 75/76 Euro statt teilweise um die 88/89 Euro in der Spitze kaufen kann.

Sollte es wirklich nun zu dem von manchen beschworenen Systemcrash* durch das Corona-Virus als Auslöser kommen, könnte der ETF noch deutlich weiter fallen. Sollte der Preis auf z.B. 40 Euro fallen, bekomme ich fast doppelt so viele Anteile durch meinen Sparplan wie noch im Februar. Natürlich wird es hart, wenn das gesamte Depot tatsächlich mal um 40-50 % im Minus steht. Manche verlieren hierbei dann vielleicht tatsächlich wieder den Glauben an die Märkte und geraten in (Verkaufs-)Panik. Das war aber schon immer so.

Andere machen gerade hier die Rendite ihres Lebens. Durch die laufenden Sparpläne steige ich einfach weiter monatlich zu definierten Terminen schrittweise in den Markt ein. Fallen die Kurse weiter – umso besser. Das Geld ist bei mir ohnehin langfristig angelegt, weder brauche ich die Erträge aus Dividenden und Ausschüttungen bereits heute, noch benötige ich das gebundene Kapital in absehbarer Zeit.

Theoretisch kann es von mir aus auch mal über 1-2 Jahre bergab gehen, da habe ich persönlich kein Problem mit. Aktien wegen dem Corona-Virus verkaufen? Für mich ein No-Go. Was natürlich aber nicht heißt, dass ich nicht auch gewisse Maßnahmen ergriffen habe und ergreife. Gerade für den Fall, dass es tatsächlich Hart auf Hart kommt.

Corona-Virus: Meine Vorsichtsmaßnahmen

Letztendlich baue ich nur die bereits umgesetzten und laufenden Vorsichtsmaßnahmen weiter aus. Neue Maßnahmen oder gar Umstrukturierungen meines Depots habe ich nicht ergriffen und plane diese in nächster Zeit auch nicht. Einzige Ausnahme: Ich investiere zusätzlich für eine geringe Summe in Silber.

Die meisten Maßnahmen habe ich an anderer Stelle bereits vorgestellt, fasse sie hier aber nachfolgend nochmal kurz mit Begründung und dem zugehörigen Link zum Artikel zusammen:

1. Ich stocke meine Käufe von Gold weiter auf und nehme Silber dazu

Wenn die Märkte crashen, kommt früher oder später die Flucht in sichere Häfen. Hierzu zählt seit Jahrtausenden unter anderem Gold. Ich gehe also von langfristig steigenden Goldkursen aus. Ob es tatsächlich mal Kurse von 5.000-10.000 Dollar pro Feinunze sein werden, lasse ich hier mal offen. Da hat meine Glaskugel gerade einen Defekt.

Sollte der Euro kollabieren und die EZB auf die Ideen von Fachleuten wie z.B. Thomas Mayer von Flossbach von Storch hören und einen mit Gold bzw. einem Rohstoffkorb gedeckten Digital-Euro herausbringen, dann könnte zusätzlich Musik in den Goldkurs kommen. Oder aber vielleicht sogar die Krise verhindert werden. Aber auch dann dürfte Gold* seinen inneren Wert behalten, den die Menschen in Krisenzeiten als Wertspeicher sehr zu schätzen wissen dürften.

Zudem plane ich in Kürze, in Silber* zu investieren. Hierzu nutze ich aber ganz gewöhnliche Partizipationszertifikate, um 1:1 an der Preisentwicklung teilzuhaben. Dies ist aber eher eine kurz-bis mittelfristige Spekulation und kein Buy and Hold. Weitere Edelmetalle oder Rohstoffe habe und halte ich nicht.

2. Ich investiere weiter in Bitcoin(-zertifikate)

Hier gilt ähnliches wie bei Gold. Für manche ist der Bitcoin bereits heute schon eine Art digitales Gold. Die Mathematik sorgt dafür, dass seine Anzahl begrenzt bleibt und somit keine Notenbank der Welt für künstliche Manipulationen sorgen kann. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass der Bitcoin keinen inneren Wert hat und auch hier wie in der gesamten IT-Welt das Motto gilt: Entweder Eins oder Null.

Auch hier gehe ich wie bereits im Artikel geschrieben davon aus, dass dieser im Fall der Fälle von Vielen als „sicherer Hafen“ zur Speicherung von Vermögen betrachtet wird. Allerdings sollte man auch rechtzeitig aus dem Bitcoin wieder raus können, falls diese Blase platzen sollte und er wertlos verfällt. Totalverlust wäre andernfalls die Folge.

3. Sparpläne weiter laufen lassen

Insbesondere meine ETFs auf die Emerging Markets und mein Welt-ETF laufen kompromisslos weiter. Da gerade China besonders unter dem Virus leidet, könnten sich hier in absehbarer Zeit geniale Einstiegszeitpunkte ergeben. Wieso für mich ein Investment in die Emerging Markets besonders Sinn macht und wie ich vorgehe, kannst du im entsprechenden Artikel nachlesen.

Kleine Anmerkung am Rande: Ich halte auch einen Anleihen-ETF auf die Emerging Markets. Dieser ETF hat sich die letzten Tage und Wochen als sehr robust gezeigt. Zwar liegt auch dieser im Minus, jedoch sehr verschmerzbar. Anscheinend eignet sich ein solcher ETF also auch zur Diversifizierung des gesamten Depots. Die speziellen Risiken bei der Anlage in Anleihen aus Emerging Markets lasse ich hier mal unerwähnt.

4. Cash für den Crash

Völlig klar, dass ich auch meine Cashquote etwas erhöht habe und monatlich weiter erhöhe. Zum Einen, um in einem eventuellen Crash-Szenario handlungsfähig zu bleiben, zum Anderen, um generell gegen gesellschaftspolitische Probleme gewappnet zu sein. Selbstverständlich achte ich darauf, dass dabei keinesfalls die Grenzen der Einlagensicherung überschritten werden. Aber dass man heutzutage nicht mehr als 100.000 Euro auf einem Bankkonto liegen lassen sollte, sollte zwischenzeitlich klar sein.

Cash ist und bleibt jedoch eine wesentliche Voraussetzung, um bei guten Gelegenheiten zuschlagen zu können, Thema: Günstiges Nachkaufen von Qualität.

5. Depotabsicherung mit CFDs

Dass ich gelegentlich (!) CFDs aufgrund ihrer Transparenz, Einfachheit und Handelbarkeit nutze, habe ich dir in diesem Artikel bereits erläutert. Gerade wenn die Börse wieder sehr volatil ist und es vermutlich eine gewisse Zeit abwärts geht, mag ich dieses Finanzprodukt ganz gerne. Hier handele ich aber dennoch nur sehr unregelmäßig, um hier und da mal ein paar DAX-Punkte auf dem Weg nach unten mitzunehmen.

Beispiel: Beim Verfassen dieses Artikels steht der DAX bei knapp 11500 Punkten. Wenn ich nun ein Kontrakt kaufe und der Kurs in den nächsten Wochen auf 10.000 Punkte einbricht, hätte ich knapp 1500 Euro Gewinn gemacht. Bei zwei Kontrakten wären es sogar 3000 Euro. Natürlich muss man hiervon noch die Overnight-Kosten und die Spreads abziehen. Dennoch kann man dadurch das Depot in gewisser Weise (zeitlich befristet!) absichern bzw. abfedern und vom Fallen des Basiswertes profitieren.

CFDs sind aber Geschmacksache und teilweise auch sehr umstritten.

6. Keine Änderungen bei Mintos

Überhaupt keine Maßnahmen ergreife ich hinsichtlich meiner P2P-Investments bei Mintos*. Diese lasse ich laufen und die Erträge weiterhin automatisch reinvestieren. Die Rendite ist bei mir immernoch schwankend zwischen 11-12 % Rendite. Sollte der Crash aber kommen, könnten sehr viele Kredite ausfallen oder ganze P2P-Plattformen Pleite gehen. Daher habe ich bei meinen P2P-Investments* meinen Einsatz bereits wieder vom Tisch genommen und lasse aktuell nur die Erträge weitere Kinder bekommen (Zinseszinseffekt).

Wenn auch du diese Rendite haben möchtest, kannst du es gerne mit einem Mindesteinsatz von 10 Euro für dich testen:

Fazit: Ruhe bewahren und weiter machen

Ob nun der Corona-Virus, der Sieg eines demokratischen Präsidenten in den USA im Herbst, eine neue Flüchtlingswelle 2.0, ein eskalierender Krieg in Syrien zwischen der Türkei und Russland, der Klimawandel, ein Zusammenbruch der europäischen Banken und des Euro: Lokale und globale Risiken gibt es zahlreiche. Ich sehe aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht ein, wegen dem Corona-Virus meine langfristige Anlagestrategie zu ändern.

Vielleicht kommt es ganz schlimm, vielleicht aber ist das Thema in 2-3 Monaten erledigt, das weiß nunmal keiner.

Ich persönlich gehe davon aus, dass auch dieses Thema, ähnlich Greta Thunberg, bald von der Bildfläche medialer Aufmerksamkeit verschwindet und die Panik abebbt. Vielmehr wird der Corona-Virus in meinen Augen bleiben und wie jeden Herbst/Winter Menschen infizieren.

Eben bis ein findiges Unternehmen seiner kapitalistischen Pflicht nachkommt und das globale Bedürfnis nach einem Heilmittel befriedigt. Bis dahin sehe ich Covid-19 als das was es ist: Ein weiterer Risikofaktor, jedoch beileibe nicht der einzige.

Aufgrund meiner langfristigen Strategie kann ich mit einbrechenden Märkten gut umgehen und durch oben genannte Maßnahmen die Fallhöhe vermindern. Federn lassen muss jedoch auch ich, was aber vollkommen in Ordnung geht.

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