Buchtipp: Das Café am Rande der Welt

Eine Erzählung über den Sinn des Lebens

von John Strelecky

Mit Nachwuchs ist freie Zeit zum Lesen ein nicht zu unterschätzender Luxus. Umso froher bin ich, dass ich in unserem jüngsten Urlaub tatsächlich Zeit fand, wiedermal ein Buch komplett zu lesen. „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky heißt das Werk. Bemerkenswert: Es hat nur 128 Seiten und ist auch relativ großzügig geschrieben. Dennoch habe ich es durch und bin froh darüber, dass es sich nun in meine Bibliothek einreihen kann.

Wenn das Buch schon so kurz ist, werde ich auch meine heutige Buchbesprechung entsprechend kurz fassen. Wahrscheinlich dürftest du das Buch ohnehin kennen oder zumindest davon gehört haben.

Übrigens: John Strelecky hat auch das von mir bereits bewertete Buch "The Big Five For Life" verfasst. Ab und zu erkennt man Teile davon auch in "Das Café am Rande der Welt" wieder. Ich sage nur: ZDE.

Die Rezension von "The Big Five For Life" findest du hier.

Das Café am Rande der Welt – Inhalt

Doch worum geht es in „Das Café am Rande der Welt“? Nun, das ist schnell erklärt: Der Protagonist namens „John“ (analog dem Autor) ist mit seinem Pkw unterwegs und steht genervt im Stau. Später im Buch erfährt der Leser, dass sich der Protagonist wohl auf der Fahrt in den Urlaub befindet. Unter anderem, um sich von seinem stressbehafteten Erwerbsleben zu erholen.

Wohin er fährt? Erfährt der geneigte Leser nicht. Welchem Job John nachgeht? Kein Wort darüber im Buch. Hat er Familie oder Partnerin? Auch dies bleibt ein Geheimnis. Tatsächlich steht der Protagonist ziemlich wenig im Mittelpunkt des Buches.

Der Stau belastet ihn schließlich so, dass er einen Umweg fährt und letztendlich auf einen einsamen Highway gelangt. Hier wird es immer einsamer, er verliert seine Orientierung und schließlich geht ihm auch noch der Sprit aus.

Dann entdeckt er es: Ein völlig abseits gelegenes Café namens „Das Café der Fragen„. Dort kehrt John völlig entkräftet, hungrig, übermüdet und genervt ein.

Existentielle Fragen nach dem Sinn des Lebens

Im Café wird er vom Besitzer „Mike“ und seiner Mitarbeiterin und Bedienung „Casey“ umsorgt. Es herrscht eine mystische und seltsame Atmosphäre. Alles ist komisch. Außer John ist nur noch ein anderes Paar im Café. Andere Gäste gibt es nicht.

John liest die Speisekarte und bestellt ein nächtliches und reichhaltiges Frühstück. Die Speisekarte wiederum hat es in sich: Auf der Rückseite stehen drei Fragen, die den Rest des Buches und die folgenden Dialoge mit den anderen Personen im Café bestimmen sollen:

  • WARUM BIST DU HIER?
  • HAST DU ANGST VOR DEM TOD?
  • FÜHRST DU EIN ERFÜLLTES LEBEN?

Nach anfänglicher Reaktanz und weil John in seinem bisherigen Leben wohl eher weniger spirituell zu sein schien, ließ er sich erst nach und nach auf diese Fragen ein. Die Erörterung der Fragen mit Mike und Casey tragen schließlich dazu bei, dass Johns Leben eine völlig neue Wendung erfährt…

ZDE – Zweck der Existenz

Bereits in „The Big Five For Life“ kam das Wort vor, welches sich auch in diesem Buch wiederfindet: ZDE. Es steht für Zweck der Existenz und bedeutet laut dem Autor in etwa:

Jeder Mensch hat eine Bestimmung auf dieser Erde. Wirklich glücklich könne man demnach nur werden, wenn man ein Leben führt, welches möglichst nahe der eigenen Bestimmung folgt.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, bedeutet das laut „Das Café am Rande der Welt“: Tue was du liebst, solange es deiner Bestimmung entspricht und das Leben wird dich dafür belohnen. Spirituell und materiell.

Kommt dir das bekannt vor? Richtig. Das Buch schlägt hierbei in eine ähnliche Kerbe wie „The Secret„* oder „Think and grow rich„. Hat man einfach irgendwo schonmal gehört. Muss das schlecht sein? Nicht unbedingt. Kann diese Denkweise helfen? Ich vermute ja, weiß es aber nicht.

Fazit: Meine Meinung zum Buch

Das Buch liest sich flott und einfach und eignet sich als „Fast Food-Literatur“ für Zwischendurch im besten Sinne. Ich würde es somit in eine ähnliche Kategorie packen wie „Der Reichste Mann von Babylon“ , „Die 7 Geheimisse der Schildkröte“ oder „Zwerge versetzen Berge„. Allesamt habe ich bereits besprochen und selbst gelesen (Besprechungen siehe Links).

Zielgruppe aller Bücher sind eher Neueinsteiger in die Thematik „Persönlichkeitsentwicklung„. Mit Ausnahme von „Der reichste Mann von Babylon“. Dieses Buch richtet sich tatsächlich eher an finanziell interessierte Leser.

Leider merkt man dem Buch an mancher Stelle auch an, dass es sich eher an Newcomer der Persönlichkeitsentwicklung richtet. Für mich machte es manchmal den Eindruck, dass das Buch einzig alleine dazu dient, den Leser an den „Haken der Selbstoptimierungs- und Persönlichkeitsentwicklungs-Industrie“ zu nehmen. Manche Dialoge sind einfach zu offensichtlich konstruiert und machen auf mich dadurch einen nicht authentischen Eindruck.

Nicht umsonst bietet John Strelecky auch Erfolgsseminare an und ist als Speaker und Coach tätig. Das Buch hat manchmal den Charakter einer Werbeschrift für eben solche Seminare.

Falls du dir selbst ein Bild von John Strelecky machen möchtest, kann ich dir dieses Video empfehlen:

Das Café der Fragen – Gegen den Strom schwimmen

Was mir hingegen sehr gut gefallen hat an dem Buch, ist die Abrechnung mit der Mittelmäßigkeit der Masse. Beziehungsweise die Abrechnung mit dem spießigen Standardleben und dem ausschließlichen Fokus auf beruflichem Erfolg. Mache was die Masse macht und du wirst auch nur die Ergebnisse der Masse bekommen. Was in Sachen Finanzen stimmt, kann im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung auch nicht falsch sein.

Die wenigsten Menschen führen ein erfülltes und glückliches Leben, wenn sie immer nur dem Mainstream folgen. Wahre Worte. Diese Geisteshaltung wird in dem Buch auch dadurch symbolisiert, dass John den nervigen Stau verlässt und sich ohne Straßenkarte auf den Weg macht, der ihn letztendlich zum „Café der Fragen“ führt. Zwar sind die anderen Stauteilnehmer vermutlich vor ihm an ihrem Fahrtziel, Johns Umweg erspart ihm aber, am folgenden Tag wieder im gleichen Stau zu stehen.

Auch hier versprüht das Buch leichte Vibes von Earl Nightingales Werk „Lead The Field„.

Somit bleibt zum Buch zusagen: Wohl schmeckender Happen Positivität für Zwischendurch. Das Rad wird hierbei aber nicht neu erfunden. Für Neulinge der Persönlichkeitsentwicklung aber definitiv empfehlenswert!

Bewertung:      3,8 / 5

  • Herausgeber ‏ : ‎ dtv; 58. Edition (1. Februar 2007)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 128 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423209690
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423209694
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Why Are You Here Cafe

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