Cashflow Quadrant: Rich dad poor dad

Inhalt von „Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad“

Zunächst einmal vorweg: Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad kann aufgrund seines Untertitels durchaus erstmal irritieren. Er wurde meiner nach etwas ungeschickt ausgewählt. Es handelt sich hier nämlich um den zweiten Teil der Bücherreihe von Robert T. Kyosaki. Das erste Buch trug den Titel „Rich Dad Poor Dad: Was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen“, dieses hier nun hat den Titel „Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad“.

Nunja, worum geht es? Während wir im ersten Teil quasi das ideologische Fundament, die Denkweise und Philosophie von Robert T. Kyosaki, sowie seine Jugendgeschichte präsentiert bekamen, geht es heute um konkrete Tipps und Hilfestellungen in der Praxis.

Der Cashflow-Quadrant

Wie der Titel schon vermuten lässt, stellt Kyosaki hier detailliert seinen Cashflow Quadranten vor. Es handelt sich dabei um eine Grafik, die die verschiedenen Einkommensarten der Menschen skizziert. Diese gliedern sich vier Bereiche, jeweils zwei auf der linken und zwei auf der rechten Seite.

Die vier Seiten des Quadranten:

— linke Seite —

E (Employee) –> Angestellter

S (Self-Employed) –> Selbstständiger

— rechte Seite —

B (Businessowner) –> Unternehmer

I (Investor) –> Investor

In Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad (wie auch schon im Vorgänger, die Rezension gibts hier), vertritt Kyosaki recht überzeugend die Auffassung, dass wirklich reich und erfolgreich nur Menschen im rechten Quadranten werden können (also die „B“ und „I“). Diese Menschen haben nämlich verstanden, dass der effektivste Weg zu Geld und Vermögen darin besteht, andere Menschen oder sein eigenes Vermögen für sich arbeiten zu lassen.

Alle anderen tauschen nämlich nur Lebenszeit gegen Geld, genau wie es ihnen in der Schule eben beigebracht wurde. Da die Lebenszeit aber auf 24 Stunden pro Tag limitiert ist, verdienen diese Menschen außerhalb ihrer Arbeitszeit natürlich kein Geld.

Kurzum: Wenn man finanzielle Freiheit erreichen möchte, führt kein Weg daran vorbei, sich der rechten Seite des Quadranten zu widmen, welche auch ein passives Einkommen ermöglichen. Dadurch umgeht man die 24-Stunden-Limitierung. Man schläft quasi, während das eigene Vermögen weiter für einen arbeitet.

Hierbei ist das höchste zu erreichende Level das Level des Investors, weil dieser sein Vermögen am effektivsten für sich arbeiten lässt.



Vom linken in das rechte Feld des Quadranten wechseln

Die meisten Menschen werden laut Kyosaki durch Angst und jahrelange (schulische/gesellschaftliche) Erziehung daran gehindert, wirtschaftlich erfolgreich und frei zu sein. Ganz wie Kyosakis „armer“ Vater, leben die meisten Menschen ihr Leben in einer abhängigen Tätigkeit als Angestellter. Laut Kyosaki in der „Tretmühle der Schulden“. Aus dieser gilt es zu fliehen, wenn man wirklich im Leben vorwärts kommen möchte und maximale Freiheit genießen möchte.

Im Gegensatz zu seinem ersten Buch, gibt Kyosaki in Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad nun einige Tipps, wie man vom „E“ zunächst zum „B“ und schließlich zum „I“ werden kann. Seine skizzierten Wege führen beispielsweise über Immobilienkäufe, Eröffnung eines Franchise-Unternehmens (z.B. Mc. Donalds) oder über das Network-Marketing.

Besonders hebt er aber die Wichtigkeit hervor, seine Denkweise zu ändern und die Welt aus den Augen eines Investors zu sehen. Die größte Arbeit besteht also erstmal daraus, an sich selbst zu arbeiten. Hierzu skizzieren die Autoren im dritten Teil des Buches 7 Schritte, die es umzusetzen gilt.

Schreibstil

Der Schreibstil von Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad entspricht in etwa dem Stil des ersten Buches. Es ist leicht verständlich und benutzt kaum unverständliche Fremdwörter oder Fachterminologien. Man merkt, dass das Buch eher für etwas einfacher gestrickte Menschen geschrieben wurde, woraus das Buch auch keinen Hehl macht. Es soll eben für Jedermann geeignet sein, der sein Spielfeld im Quadranten verlassen möchte. Kurzum soll es sich an alle Menschen richten, die finanzielle Freiheit erreichen wollen.

Dass der Autor Amerikaner ist, merkt man wie schon beim ersten Buch an vielen Stellen. Zum Beispiel an den reißerischen Formulierungen, die teilweise wie aus einer Motivations-Werbebroschüre von Scientology stammen könnten. Aber zur Beruhigung: Solche Stellen sind nur vereinzelt und ziehen sich nicht durch das gesamte Buch. Das führt mich auch schon zu den negativen Punkten.

Was mir nicht so gefallen hat…

Wie schon gesagt, man merkt, dass der Autor Amerikaner ist. Er überbetont das positive Denken und propagiert die „vom Tellerwäscher zum Millionär“-Denkweise in den USA. Manche seiner Ratschläge dürften sich tatsächlich nur schwer umsetzen lassen, wenn man z.B. einen Ehepartner und Kinder hat. Seine Angestelltentätigkeit aufzugeben, um B oder I zu werden, ist nunmal nicht so einfach umsetzbar, wie es bei der Lektüre des Buches manchmal den Anschein zu machen scheint.

Zwar kommt Kyosaki in Cashflow Quadrant – Rich dad poor dad immer wieder darauf zu sprechen, dass er mit seiner Frau zusammen sogar mal obdachlos war, bevor er sein Millionenimperium erschaffen hat, das heißt aber meiner Meinung nach nicht, dass es jeder schaffen kann. Immerhin hatte er immer seinen reichen Vater als Backup (auch wenn er im Buch bestreitet, dass dieser ihm überhaupt geholfen hätte).

Weiterer Nachteil ist, dass das Buch ziemlich auf den amerikanischen Immobilienmarkt zugeschnitten ist. In Deutschland gelten ganz andere gesetzliche Vorschriften, weshalb es nicht so ohne weiteres möglich ist, die getätigten Immobilienkäufe in Deutschland in die Realität umzusetzen. Das kann man dem Autor aber wohl nicht wirklich vorwerfen.

Zudem sind seine Äußerungen über die Steuerbelastung auf die USA zugeschnitten und haben somit keine Aussagekraft über den deutschen Fiskus. Die wichtigen, von ihm gegebenen Tipps, sind diese über den Charakter und die Denkweise eines erfolgreichen Menschen und wie man selbst zu einem solchen werden kann.

Was mir gefallen hat…

Im Gegensatz zum eher theoretischen ersten Teil, gibt es in Cashflow Quadrant: Rich dad poor dad nun konkrete Tipps und Hilfestellungen. Was für ein Mensch musst du werden, um erfolgreich zu sein? Was hindert dich daran? Hat das vielleicht gesellschaftliches System? Will die Gesellschaft und deine Erziehung, dass du abhängig angestellt bleibst?

Diese Fragen gehen zum Teil sehr tief und rütteln ordentlich am eigenen Weltbild. Er begibt sich hierbei aber zu keiner Zeit auf die Ebene von Verschwörungstheoretikern, sondern bringt fundierte und gute Argumente. Zum Beispiel darüber, wie die Angst Kontrolle über uns hat wenn wir es zulassen.

Neben der Umsetzung auf dem Weg zum Unternehmertum, gibt das Buch somit auch ganz praktische Tipps zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung, was es wertvoller macht als so manch andere Finanzliteratur.

Fazit:

„Cashflow Quadrant: Rich dad poor dad“ ist für mich nicht so gelungen wie der erste Teil. Es fehlt einfach dieser Eye-Opener-Effekt. Aber ist ja auch logisch, wenn die Augen einmal geöffnet sind, bleiben sie ja offen. Dennoch ist das Buch insgesamt nicht so stimmig wie Kyosakis Debut. Das liegt zum einen daran, dass das Buch viele Wiederholungen aus dem ersten Teil enthält, teilweise werden auch ganze Passagen aus dem ersten Teil zitiert.

Dennoch sind die praktischen und psychologischen Tipps bares Gold wert. Der Cashflow-Quadrant als Skizze brennt sich ins Auge und bleibt dort. Man beginnt tatsächlich, die Umwelt zu analysieren und zu schauen, auf welchen Feldern seine Mitmenschen unterwegs sind.

Insgesamt ein dennoch sehr gutes Finanzbuch für Menschen, die über den Tellerrand schauen möchten und ihr Leben in die eigenen Hände nehmen möchten.

Bewertung:      4,2 / 5

Cashflow Quadrant - Rich Dad Poor Dad

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten

Verlag: FinanzBuch Verlag (14. November 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3898798836

ISBN-13: 978-3898798839

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