Typische Anlegerfehler nach Charlie Munger

Häufige Anlegerfehler nach Charlie Munger – Wer auch immer sich mit dem Thema Aktien, Börse oder Investieren beschäftigt, wird früher oder später auf die Namen Warren Buffett, Charlie Munger und deren Konzern Berkshire Hathaway stoßen. Berkshire Hathaway ist der Name der Holding-Gesellschaft, die noch heute von den beiden Herren beaufsichtigt und geleitet wird und seit ihrer Gründung regelmäßig hohe Gewinne einfährt.


Zurückzuführen ist dieser Erfolg unter anderem auch auf ihre sture Einhaltung ihrer Investment-Grundsätze und Richtlinien beim Investieren. Beide haben das Value-Investing salonfähig gemacht. Die Holding zeichnet sich dadurch aus, dass sie in Aktien von Unternehmen investiert, die nach den Kriterien von Munger und Buffett für ein Investment lohnend zu sein scheinen.

Nicht umsonst sind die Listen der gehaltenen Firmen von Berkshire Hathaway hoch begehrt. Es handelt sich in der Regel um sehr aussichtsreiche Firmen, die auch so mancher Privatanleger daraufhin ins Depot nimmt. Hier nun geht es um die Anlegerfehler, die laut Munger unbedingt vermieden werden sollen.

7 Typische Anlegerfehler

Charlie Munger hat immer wieder auf typische Anlegerfehler hingewiesen, welche letztendlich dafür verantwortlich sind, dass der gewünschte Erfolg an den Börsen nicht eintritt. Nachfolgend nun die Fehler, die besonders für Misserfolg verantwortlich zu sein scheinen (laut Munger):

1. Vermeidung von Zweifeln

Viele Menschen haben Zweifel und richten danach ihr Handeln aus. Dies ist aber fatal. Richtig wäre es, sich aufgrund von Zweifeln näher mit einer Materie zu beschäftigen, anstatt Angst davor zu haben, dass sich die Zweifel bewahrheiten. Auf das Investieren übertragen: Wenn einem Anleger Zweifel an einem Unternehmen, dessen Aktien er kaufen möchte, aufkommen, dann neigt der Anleger dazu, sich nicht näher mit dem Unternehmen zu beschäftigen, da sich die Zweifel bewahrheiten könnten. Im Endeffekt kommt dann vielleicht gar kein Investment zustande oder eben ein übereiltes. Beides kann unter Umständen fatal sein.

2. Neid

Laut Charlie Munger eines der größten Todsünden überhaupt. Seiner Meinung nach ist die größte psychologische Falle an der Börse nicht die Gier, sondern Neid. Neid kann zu unlogischen, emotional gesteuerten und viel zu kurzfristig gedachten Entscheidungen führen. Alle auf Grundlage dieser Faktoren getroffenen Entscheidungen tragen nicht zum Gelingen eines Investments bei. Zudem führt Neid dazu, dass sich der Investor fremdbestimmen lässt und nicht mehr ganz „bei sich“ ist.

3. Veränderung verleugnen

Investieren heißt auch, dem Umstand ins Auge zu blicken, dass die Welt aus stetiger Veränderung besteht. Grundsätzlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier, Veränderungen sind ihm insgesamt unangenehm. Dieser Trägheit sollte man sich entgegenstellen. Beim Investieren ist es sehr wichtig, mit der Zeit zu gehen und teilweise auch unangenehme Entscheidungen zu treffen. Gerade jüngst hat auch die Wissenschaft herausgefunden, dass sich Menschen biologisch im Laufe eines Lebens mehrfach ändern, auch in der Persönlichkeit.

In der Natur herrscht stetiger Wandel, genau wie in der Gesellschaft. Dies zu begreifen und auch auf die eigene Persönlichkeit zu reflektieren ist daher mehr als wichtig, um ein guter Investor zu sein.

4. Schmerzen vermeiden

Auch hierzu tendiert ein Mensch, ist aber beim Investieren fatal. Genau wie beim Sport, so gilt auch beim Investieren „no pain, no gain„, was in etwa so viel heißt, wie: Ohne Schmerz, kein Fortschritt. Daher gilt im Sport, wie auch beim Investieren: Gehe an deine eigene Schmerzgrenze und im Idealfall auch leicht darüber hinaus. Folge aus der Angst vor Schmerzen ist beim Investieren, dass wir uns weigern unsere Meinung zu korrigieren und an Althergebrachtem festzuhalten.

5. Selbstüberschätzung

Wenn das Ego zu groß ist, wird das mit der Börse nichts. Gerade bei Neueinsteigern kann man oft eine regelrechte Euphorie und Sorglosigkeit erkennen. „Ich knacke in 1 Jahr die Million“ oder ähnliche Sprüche hört man gerade bei Anfängern doch recht häufig. Das wird sich früher oder später rächen. Wer keine Demut vor Mr. Market hat, dem wird er Demut beibringen. Oft auf sehr schmerzhafte Art und Weise. Also: Demut zeigen, weiterbilden und clever investieren.

6. Der Herde hinterher rennen

Wenn alle in eine Richtung laufen, läuft man halt mit. Der Herdentrieb ist gemeint. Geht es an der Börse steil aufwärts und alle sind euphorisch, steigen in der Folge immer mehr in den Markt ein. Konsequenz ist dann oft, dass das ganze Gebilde zusammenbricht. Daher ist oftmals antizyklisches Handeln beim Investieren überlebensnotwendig. Wenn alle euphorisch sind, ist Skepsis angebracht, wenn Angst herrscht, ist oft ein guter Einstiegszeitpunkt.

7. Lollapalooza Effekt

Charlie Munger meint mit dem Begriff Lollapalooza-Effekt, dass es spezielle Umstände gibt, die eine rationale Entscheidung des Menschen erschweren oder teilweise unmöglich machen. Er bringt hierbei das Beispiel einer Tupperware-Party. Es strömen so viele einzelne Eindrücke auf das menschliche Gehirn ein, dass rationale Entscheidungen nur noch schwer zu treffen sind.

Wer eine solche Party besucht, wird von einem Geist und der Stimmung dort derart beeinflusst, dass er letztendlich zu überstürzten Kaufentscheidungen neigt.  Ein in der Psychologie etablierter Begriff des Social Proof führt zusätzlich noch dazu, dass Verhaltensweisen anderer Menschen teils völlig unreflektiert nachgeahmt werden. Der Mensch handelt dann nicht mehr rational, was aber einer der wichtigsten Grundsätze beim Investieren ist.


Ich denke, in dem einen oder anderen Anlegerfehler erkennt sich so mancher Investor selbst wieder. Das ist gut, weil immerhin kann man aus den Fehlern nur lernen, wenn man sich derer bewusst ist bzw. sie selbst begangen hat und anschließend die Fehler aufgearbeitet hat.

Zwar werden die wenigsten Investoren so erfolgreich werden können wie Charlie Munger oder Warren Buffett, aber das zeichnet letztendlich ja Idole aus, was diese beiden Herren mit sehr hoher Sicherheit für viele Menschen sind. Nicht umsonst sind die Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway in Omaha jedes Jahr überaus gut besucht.

Wenn du dich mehr für Charlie Munger und seine überaus erfolgreichen Investment-Strategien interessierst, dann könntest du dir die folgenden Bücher des Großmeisters einmal näher anschauen:

Zum Abschluss noch ein Video auf Englisch über psyhologische Fehler beim Investieren:

3 Kommentare

  1. Das Erkennen der Fehler ist das Eine… das unterbinden ist das andere. Wie oft haben uns unsere Eltern gesagt, dass die Herdplatte heiß ist? Und haben wir es geglaubt? Nein, wir haben erst einmal selber schön drauf gefasst… 🙂 Ich glaube jeder muss erst einmal Geld verlieren, bevor er etwas verdienen kann. Aber das kann ja auch ein interessanter Prozess sein. Wer bis zum Schluss durchhält und sich nicht abschrecken lässt, wird schlussendlich mehr gewinnen, als er verloren hat.

  2. Hallo Finanzguerilla,

    Anlegerfehler sind in der Tat der Hauptgrund, warum die Ergebnisse in den Wertpapierdepots vieler Deutscher nicht gut ist.

    Ich persönlich seher zwei Hauptgründe hierfür:

    1. Es wird KEINE Anlagestrategie verfolgt

    Ein Wertpapierdepot wird immer Schwankungen aufweisen. Wenn diese Schwankungen die Risikotoleranz (Bauchgefühl) überschreiten, wird meist zum falschen Zeitpunkt verkauft.

    2. Der Privatanleger handelt emotional.

    Emotionen verleiten in der Geldanlage zu Fehlentscheidungen. Gerade wenn es in der Tagespresse düster aussieht, dann ist eigentlich der Zeitpunkt Wertpapiere zu kaufen. Meist wird jedoch dann verkauft.

    Natürlich habe ich mich hier kurz gefasst. Auf meiner Seite habe ich es mal aus der umgekehrten Sicht betrachtet: http://www.depotübertrag-prämie.de/6-gewohnheiten-erfolgreicher-anleger/

    VG, Alex

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