Passives Einkommen mit Dividenden

Passives Einkommen erlangen mit Dividenden, was heißt das? Viele denken bei der Beschäftigung mit Wertpapieren wie Aktien oder Fonds in erster Linie an deren schwankende Kurse, also ob die Papiere im Wert steigen oder fallen. Völlig vernachlässigt hierbei wird ein weiterer Zweig, der Wertpapiere im Vergleich zu anderen Anlageformen so interessant und attraktiv macht: Die Dividende.

Was sind Dividenden?

Unter Dividenden versteht man eine Beteiligung der Aktionäre bzw. Fondsbesitzer am Erfolg des jeweiligen Wertpapiers bzw. der dahinterstehenden Unternehmen. Ein Teil der Gewinne wird also an die Eigentümer weitergegeben, auch Ausschüttung genannt. Diese Ausschüttungen sind dann dein passives Einkommen. Im Gegensatz zu thesaurierenden Produkten, erhält der Anleger also einen passiven Geldfluss durch die Dividenden. Bei thesaurierenden Produkten werden die Gewinne automatisch reinvestiert, weshalb dort der Zinseszinseffekt stärker wirkt, als bei ausschüttenden Produkten.

Aber das Schöne an Dividenden: Trotz aktueller Niedrigzinsphase sind mit dividendenorientierten Titeln und Fonds trotzdem noch Renditen von ca. 5 Prozent und mehr ohne größeres Risiko und einigermaßen konstant planbar möglich! Also wer dann noch jammert, dass man aktuell sein Geld besser unter das Kopfkissen stopfen sollte, weil „man ja eh keine Zinsen dafür bekommt“, dem kann ich dann auch nicht mehr helfen. Dividenden werden teilweise jährlich oder vierteljährlich ausgeschüttet. Das Geld wandert dann direkt auf dein Konto, von wo es nach Belieben genutzt werden kann (oder noch besser: re-investiert).

Wie kann man so eine Performance einigermaßen risikoarm erreichen? Wie so oft lautet die Antwort: Mit entsprechenden ETFs. In diesem Falle ETFs, die speziell einen Dividenden-Index abbilden.

Bekannte Dividenden-Indices für passives Einkommen sind:

  • STOXX Global Select Dividend 100
  • SG Global Quality Income
  • S&P Global Dividend Aristocrats
  • FTSE All-World High Dividend Yield
  • Dow Jones Global Select Dividend

Auf der Seite justetf.com findest du eine geniale Abhandlung zum Thema Dividenden-ETFs und wie du in die entsprechenden ETFs investieren kannst. Zudem werden dort die Unterschiede der verschiedenen Dividenden-Indices erläutert.

Rechenbeispiele

Du möchtest z.B. finanziell frei werden. Hierzu sparst du im Laufe deines Lebens z.B. folgende Beträge an

  1. 100.000 Euro
  2. 300.000 Euro
  3. 500.000 Euro
  4. 1.000.000 Euro

Bei einer angenommenen (konservativen) 5 % Dividendenausschüttung erhältst du in etwa folgende Dividenden-Zahlungen, planbar und regelmäßig auf dein Konto überwiesen:

  1.    5000 Euro / Jahr oder 416,66 Euro / Monat
  2.    15000 Euro / Jahr oder 1250 Euro / Monat
  3.    25000 Euro / Jahr oder 2083,33 Euro / Monat
  4.    50000 Euro / Jahr oder 4166,66 Euro / Monat

Du magst jetzt vielleicht einwenden, dass dies ganz nett gerechnet ist, aber solche Summen eh nicht zu ersparen sind und man somit erst gar nicht so ein passives Einkommen erreichen kann. Naja täusche dich nicht! Für Otto-Normalverbraucher mag das teilweise stimmen. Wenn du aber explizit das Ziel der finanziellen Freiheit verfolgst und ein stetiges Dividendeneinkommen erreichen möchtest, sind diese Summen nicht unrealistisch, wenn du dein Leben darauf ausrichtest.

Großes Kapital anhäufen ist möglich

Zumal sich ja die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens eine selbstgenutzte Immobilie kaufen, für die sie über 15-20 Jahre eine ähnlich große Summe ansparen, die aber dann halt direkt in die Immobilie wandert anstatt zu arbeiten. Solche Summen zu ersparen ist somit nicht nur möglich, es praktizieren sogar fast alle Häuslebauer. Aber ob man sich überhaupt eine selbstgenutzte Immobilie kaufen sollte, kannst du dir hier erörtern lassen. Alternativ nachzulesen im Standard-Werk von Gerd Kommer.

Solche Summen erreichst du aber nur, wenn du intelligent investierst und den Zinseszinseffekt für dich arbeiten lässt. Ohne diesen tollen Helfer wird es tatsächlich schwer, zumindest die Beträge 3 und 4 zu erreichen. Du kannst gerne selbst etwas rumprobieren und schauen, wie mächtig der Zinseszinseffekt tatsächlich ist und was für dich realistisch ist und in welcher Zeit.

Ich habe in den Rechnungen oben zudem auch bewusst auf das Thema Steuern verzichtet, selbstverständlich müsstest du auf alle Beträge über deinem Sparerfreibetrag von 801 Euro deine reguläre Abgeltungssteuer zahlen. In diesem coolen Zinsrechner, kannst du aber sogar die Abgeltungssteuer automatisch berücksichtigen.

Fazit:

Ein passives Zusatzeinkommen durch Dividenden ist alles andere als unmöglich oder gar schwer oder kompliziert. Du siehst, dass du sogar schon mit deinen ersparten 100.000 Euro (investiert z.B. in einen ETF auf den STOXX Global Select Dividend 100) bereits eine Dividendenzahlung von etwa 416 Euro pro Monat erreichen kannst. Das ist mehr, als so mancher von der gesetzlichen Rente zu erwarten hat…

Willst du aber von den Dividenden leben, solltest du je nach deinem Lebensstandard zwischen 500.000 Euro und 1.000.000 Euro ersparen und für dich arbeiten bzw. ausschütten lassen. Solche Summen kannst du aber in der Regel nicht ohne große Entbehrungen, Anstregungen und Disziplin ersparen.

Aber jetzt sag mir nicht, dass zumindest 100.000 Euro anzusparen absolut utopisch und nicht für Jedermann zu schaffen ist?!

2 Kommentare

  1. Hallo Andreas,

    ich glaube deine Rechnung ist noch nicht ganz zu Ende gedacht. Zwar stimmt es, dass bei 100.000 Euro 5.000 Euro Erträge p.a. rauskommen. Nach Steuern bleiben aber nur ca. 3.600 Euro p.a. übrig. Macht also erstmal nur 300 Euro im Monat.
    Was aber viel interessanter ist, ist das nach 10 Jahren bei einem realistischen Dividendenwachstum von 8% p.a. 600 Euro pro Monat zu buche stehen. Neben dem Dividendenwachstum spielt hier auch der Zinseszinseffekt eine wesentliche Rolle.
    Wer also frühzeitig Vermögen bildet, wird weit weniger Kapital brauchen, um 2.000 Euro im Monat zu erhalten. (Bleiben wir mal bei der Anfangsinvestition von 100.000 Euro, dann hast du nach 26 Jahren das Ziel erreicht, ohne weiteres Geld zu sparen. (auch ohne Wiederanlage)).

    Grüße Thomas von DIVDepot

    1. Hallo!

      Danke für deinen Einwand. Im Text habe ich aber bewusst darauf hingewiesen, dass das Thema Steuern hierbei ausgeblendet wurde. Es macht ja einen Unterschied ob man „nur“ die Dividenden zu versteuern hat (also von seinem passiven Einkommen lebt) oder ob man zusätzlich noch reguläre Einkommensteuer zahlt (und dort auch wieder was vom Fiskus zurückbekommen kann). Selbstverständlich muss man aber bei den obigen Beträgen die Kapitalerstragssteuer/Abgeltungssteuer berücksichtigen. Da aber auch niemand sagen kann, wie hoch diese in 20 Jahren sein wird, habe ich auf die Berücksichtigung verzichtet. Ziel war eher das Ziel zu veranschaulichen.

      Gruß

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