Wo kann man Bitcoin direkt kaufen?

Dass ich inzwischen von meiner skeptischen, eher ablehnenden, Haltung gegenüber Kryptowährungen abgerückt bin, sollte spätestens seit meinem Artikel über Bitcoin-Zertifikate klargeworden sein. Ich halte Kryptowährungen als kleine (!) Spekulation mit „Spielgeld“ für durchaus legitim. Alleine schon unter dem Gesichtspunkt der Diversifikation des Gesamt-Portfolios. Auch die dezentrale, von Notenbanken unabhängige, Struktur von Kryptowährungen und die geringe bis nicht vorhandene Korrelation mit den Aktienmärkten, sind für mich riesige Pluspunkte.

Gerade in Zeiten, wo Geld drucken irgendwie in Mode gekommen zu sein scheint und dadurch eine reale Gefahr für unser Papiergeld nicht mehr wegzudiskutieren sein dürfte.

Im Artikel damals habe ich dir bereits erzählt, dass ich Bitcoin direkt, wie auch indirekt, halte und handele. Mit indirekt meinte ich meine Bitcoin- und Ethereum Zertifikate, die ich ganz regulär über die Börse und mein Wertpapierdepot (hier eröffnen*) kaufe und verkaufe.

Bitcoin „physisch“ handeln

Direkt bedeutet, dass ich Bitcoin auch physisch besitze. Damals bin ich nicht darauf eingegangen, WIE ich denn Bitcoin direkt handele und welche Art Wallet ich dafür nutze. Das hole ich heute in diesem Artikel nach. Zudem möchte ich auf das in Kürze stattfindende Bitcoin-Halving Event eingehen und die Chancen und Risiken, die sich daraus ggf. ergeben könnten.

Bitcoin direkt zu besitzen, bietet gegenüber dem indirekten Handel natürlich viele Vorteile:

  1. Du kannst deine Bitcoin auf alle Wallets deiner Wahl übertragen und dadurch „sichern“. Sei es auch nur auf ein Stück Papier
  2. Durch den direkten Handel von Bitcoin unterliegst du keiner Kapitalertragssteuer bzw. Abgeltungssteuer (Bitcoin wird hier steuerlich behandelt wie physisches Gold)
  3. Zertifikate oder andere Derivate können jederzeit durch den Emittenten gekündigt werden. Wenn deine Zertifikate bzw. die Kryptos zu diesem Zeitpunkt stark im Minus sind, kannst du dadurch zur Realisierung deiner Verluste gezwungen werden. Durch die starke Volatilität von Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether ist diese Gefahr gar nicht mal so gering.

Bitcoin physisch und direkt zu besitzen, macht somit auf jeden Fall Sinn, vor allem wenn du das langfristige Halten deiner Kryptos beabsichtigst. Hierzu sind Zertifikate aufgrund der Kündbarkeit seitens des Emittenten ungeeignet in meinen Augen.

An welcher Börse kann ich Bitcoin kaufen?

Damals als ich mich in die Thematik der Kryptowährungen frisch eingearbeitet habe, war eine zentrale Frage, wo ich denn am besten meine Bitcoin kaufen sollte. Diese Frage ließ sich damals nicht leicht beantworten. Immerhin ist eine große Portion Vertrauen gegenüber der jeweiligen Börse Grundvoraussetzung, um überhaupt dort mit gutem Bauchgefühl handeln zu können. Zu oft gingen Kryptobörsen Pleite, wurden Opfer von Hackern oder beteiligten sich selbst an Betrug an ihren eigenen Kunden.

Zudem gab es damals im deutschsprachigen Raum noch keine Börsen, über die ich Bitcoin oder Ether seriös handeln konnte.

Nach langem Einlesen habe ich mich dann vor einigen Jahren für den Kauf über die Börse anycoindirect.eu entschieden. Zum Glück hat alles damals auch reibungslos geklappt. Dennoch hat das Unternehmen seinen Sitz in den Niederlanden. Ein gewisses Unwohlsein beim Überweisen meines Geldes und der Hinterlegung meiner Ausweisdaten für den Kauf blieb somit.

Die „richtige“ Wallet für die Kryptowährungen

Bitcoin und Ether habe ich dann also erfolgreich über diese Börse gekauft. Nun stellte sich die nächste Frage: Wohin mit meinen Kryptos? Also auf welche Wallet sollen sie wandern? Es gibt hier viele verschiedenen Möglichkeiten von sehr sicher bis unsicher. Es gibt zum Beispiel Paper-Wallets, Hardware-Wallets, Offline- und Online-Wallets. Online-Wallets sind z.B. wenn du die Bitcoin auf dem Konto deiner Kryptobörse liegen lässt.

Für mich war damals nur klar: Die Kryptos müssen weg von der Tauschbörse und hinein in meine eigene Wallet. Ich habe mich damals nach langem Hin und Her für das Hardware-WalletExodus“ entschieden. Wichtig war mir nämlich, dass eine Wallet für beide Kryptowährungen (Bitcoin, Ether) funktioniert. Gerade durch das Jonglieren mit den private und public Keys, wären verschiedene Wallets für mich unattraktiv.

Was wenn ich plötzlich und ganz schnell alle Kryptos verkaufen möchte? (Gesetzliches Verbot, Kryptos drohen komplett wertlos zu werden etc.)

Nunja, ich mag es halt simpel. Exodus hat mich in dieser Hinsicht bisher nicht enttäuscht, weshalb ich es auch heute noch gerne nutze. Es ist im Grunde das „Endlager“ meiner Kryptos, solange ich sie nicht aktiv zum Handeln nutze. Solange ich damit handele nutze ich eine andere App.

Handel von Bitcoin auf dem Smartphone per App

Seit gar nicht allzu langer Zeit nutze ich zusätzlich die neue BISON-App der Börse Stuttgart für den direkten Handel meiner Bitcoin und Ether übers Smartphone. Im Endeffekt funktioniert das so:

  • Ich installiere die App und eröffne einen Account
  • Ich überweise Geld auf ein in der App hinterlegtes Bankkonto. Dieses Konto wird über die Solaris-Bank, ein durch die BAFIN reguliertes, deutsches Fintech-Unternehmen, verwaltet
  • Sobald das Geld auf dem BISON-Konto eingegangen ist, kann ich in der App dann Bitcoin, Ethereum, Litecoin oder Ripple handeln. Dies geht in wenigen Sekunden. Weitere Währungen kommen vermutlich von Zeit zu Zeit dazu
  • Die gekauften Kryptos besitze ich dann physisch. Sie liegen zunächst auf der Online-Wallet von BISON.
  • Die Kryptos übertrage ich dann von Zeit zu Zeit kostenlos von der BISON-App auf meine Exodus-Wallet

Bislang hat mich die App der Börse Stuttgart begeistert. Zwar vermisse ich noch schmerzlich die Einzahlungsmöglichkeit von Ether direkt in die App (sprich den Transfer meiner Wallet in die BISON-App), jedoch soll daran aktuell gearbeitet werden. Bitcoin lassen sich hingegen problemlos übertragen, dies habe ich auch schon selber getestet.

Wer es simpel mag und gerne viel mit Kryptos „tradet“, kann sich die App daher gerne mal anschauen. Zudem steht eben auch ein seriöses Unternehmen dahinter.

Wie ich Kryptos handele – und wohin sie wandern

Wie gehe ich also aktuell vor? Seit es BISON gibt, kaufe ich nur noch über diese App meine Kryptowährungen. Alles andere ist mir mittlerweile einfach zu umständlich und unsicher. Natürlich bin ich mir darüber bewusst, dass meine Daten dort hinterlegt sind, also nix mit Anonymität. Dies dürfte heutzutage aber für nahezu alle Krypto-Börsen gelten.

Auch bei den ganz großen Börsen wie z.B. Kraken muss man ja irgendwie sein Fiat-Geld einzahlen, wodurch man eben zwangsläufig rückverfolgbar ist. Und überhaupt sind Kryptos grundsätzlich ja nicht anonym, da alle Transaktionen in der Blockchain nachverfolgbar sind. Irgendwie muss man seine Bitcoin ja auch „versilbern“, also wieder zumindest kurzfristig zu Papiergeld machen.

Aber da ich eh nicht vor habe, krumme Dinger mit den Kryptos zu drehen und ich meine Gewinne regulär versteuere, ist dieser Nachteil für mich kein wirklicher.

Von Zeit zu Zeit transferiere ich dann Bitcoin und Ethereum wiederum auf meine eigene gesicherte Wallet auf dem Rechner. Grundsätzlich vertraue ich zwar der Börse Stuttgart (Initiator hinter BISON), dennoch fühle ich mich mit meiner eigenen Wallet wohler. Einen Teil lasse ich jedoch auf der Online-Wallet von BISON, um schnell und bequem traden zu können.

Für den eigentlichen Kauf nutze ich aktuell also nur noch die App. Durch die Transferierbarkeit in meine Wallet kann ich darüber hinaus sicher sein, dass ich auch tatsächlich „physische Kryptos“ erwerbe.

Bitcoin Halving 2020

Kommen wir nun zum eingangs erwähnten historischen Ereignis, welches uns voraussichtlich am 11. Mai oder 12. Mai ereilt (der genaue Zeitpunkt ist unklar): Das Bitcoin-Halving 2020. Wenn du wissen möchtest, was das denn ist: Google ist dein Freund. Auch auf Youtube gibt es zahlreiche Videos zum Bitcoin-Halving.

Kurz zusammengefasst: Beim Halving wird die „Belohnung“ der Bitcoin-Schürfer („Miner„) halbiert. Die Miner erhalten somit weniger, wenn sie neue Bitcoin errechnen. Dies führt in der Theorie zu einer Verknappung des Angebots und könnte somit langfristig zu einer Erhöhung der Nachfrage führen.

Es ist also möglich, dass sich der Bitcoin-Kurs infolge des Halvings stark erhöhen könnte, da der Bitcoin eben „begehrter“ wird, da es aufwändiger wird, ihn lukrativ und wirtschaftlich sinnvoll zu schürfen. Zumindest langfristig. Denn kurzfristig ist auch ein Kurseinbruch durch das Halving möglich.

Bislang gab es nur zwei Halving-Events (2012 und 2016) in der Geschichte des Bitcoin. In beiden Fällen stieg der Kurs nicht sofort in neue Höhen, sondern mit einem gewissen zeitlichen Verzug.

Man kann also nur spekulieren, was sowieso in der Natur der Sache bei Kryptos ist. Gut möglich, dass die Bitcoin-Kurse erstmal einbrechen, um sich danach wieder steil zu erholen. Oder es passiert überhaupt nichts. Letztendlich kann das kaum Jemand seriös voraussagen. Ich persönlich gehe eher davon aus, dass die zukünftige Notenbankpolitik oder eine starke Rezession als Treiber des digitalen Goldes Bitcoin fungieren werden.

In einigen Tagen werden wir es wissen. Beim Verfassen dieses Artikels (10.05.2020) steht der Bitcoin gerade bei knapp 8080 Euro. Mal schauen wo er in drei Monaten stehen wird 🙂

Transparenzhinweis:

Ich profitiere in keiner Weise von der Erwähnung der BISON-App. Auch bekomme ich keinerlei Vergütung für das Verfassen dieses Textes von erwähnten Unternehmen oder Plattformen. Ich nutze die erwähnten Börsen, Plattformen und Finanzprodukte selbst und berichte hierüber ausschließlich aus eigener Erfahrung. Es handelt sich um keine Empfehlung oder Beratung.

Mein Fazit zu Kryptowährungen:

Auch wenn ich selbst Bitcoin und Ether besitze und damit handele: Es bleibt ein hochriskantes Investment. Wobei Investment das falsche Wort ist. Letztendlich handelt es sich bei den Kryptos eher – übrigens wie auch bei Gold im Grunde – um reine Spekulationen. Man kauft, hofft auf eine Wertsteigerung und verkauft dann wieder. Als richtig langfristiges Investment für die nächsten 20 Jahre würde ich hingegen nicht unbedingt zu den aktuellen Kryptowährungen greifen. Bislang ist noch nicht wirklich absehbar, welche Währung sich durchsetzen wird und ob überhaupt eine der aktuell verfügbaren.

Gerade im Technologiebereich kann ein Hype schnell abklingen oder durch disruptive Ereignisse von der Bildfläche gewischt werden. Zwar gehe ich davon aus, dass das nächste „Geld“ ein digitales und vermutlich auch globales sein wird. Ob dies aber Bitcoin, Ether, Libra, ein neues digitales Zentralbankgeld* auf Blockchainbasis mit Goldstandard oder etwas ganz Anderes werden wird, steht alles noch in den Sternen. Ich würde mich hier ungern festlegen.

Ich persönlich gehe jedoch davon aus, dass sich unser aktuelles ungedecktes Papiergeldsystem nicht mehr allzu lange wird halten können. Bis es dann zu einem Reset der globalen Währungssysteme kommt, könnte Bitcoin als digitales Gold und echtes Gold in meinen Augen durchaus eine wichtige Funktion beim Übergang erfüllen.

Wie stehst du zu Kryptowährungen? Wo handelst du und welche Wallet benutzt du hierbei?

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