Welt-ETF als Altersvorsorge

Heute möchte ich dir einmal meine Einschätzung zu der Frage erläutern, ob ich einen einfachen Welt-ETF als Altersvorsorge für sinnvoll oder weniger optimal halte.

Wie du als (hoffentlich) aufmerksamer Leser dieser Seite bereits weißt, gliedert sich meine Investmentstrategie, zumindest der Wertpapier-Teil, in einen ETF-Kern und ergänzend dazu in Einzelaktien als Satelliten, die regelmäßige Einkünfte abwerfen und vielleicht hin und wieder den Index schlagen. Hierbei setze ich jedoch nicht nur auf Dividenden-Werte, sondern auch auf Wachstumswerte.

Wieso ich mich für ETFs entschieden habe und deswegen sogar meine kapitalbildende Lebensversicherung und meine Riester-Rente gekündigt habe, kannst du ebenfalls in meinen älteren Beiträgen nachlesen.

Aber um die Strategie im Gesamten geht es mir hier heute nicht, sondern eben den Aspekt meines „Welt-ETF“ im Kern. 

Reicht ein Welt-ETF als Altersvorsorge?

Unter anderem bespare ich in meinem „Kern“ einen ETF auf den weltweiten FTSE All-World Index. Dieser enthält über 3000 Unternehmen aus nahezu allen geografischen Bereichen dieser Welt. In diesem Beitrag habe ich dir meinen ETF und seine geografische und branchenmäßige Aufteilung bereits vorgestellt.

Vereinfacht gesagt enthält er Industrieländer mit einem Verhältnis von knapp 90 % und Schwellenländer mit einem Anteil von knapp 10 %. Nordamerika, Europa, Pazifik, Schwellenländer – alles drin.

Dieser Welt-ETF im Kern soll später auch meine Altersvorsorge sein, sprich Buy-and-hold in Reinkultur per Sparplan. Stur, stupide, langweilig und dauerhaft ist die Devise. Auf die anderen ETF meiner Altersvorsorge möchte ich hier absichtlich nicht eingehen und mich nur auf den „Welt-ETF“ konzentrieren.

Aber wie sinnvoll ist es überhaupt, die Altersvorsorge in die Hände eines globalen Index wie den FTSE All-World, ACWI oder MSCI World / MSCI Emerging Markets-Mix zu legen? Geht man hierbei nicht ein ziemlich hohes Risiko ein, da z.B. keine Anleihen oder Rohstoffe enthalten sind?

Um meine Gedanken zu dieser Frage soll es hier nun gehen.

FTSE All-World, MSCI ACWI, MSCI World / MSCI Emerging Markets – im Prinzip Alles das Gleiche

Egal ob du selbst nun einen 1-ETF-Ansatz verfolgst oder der inzwischen vielfach propagierten und etablierten 70/30 Aufteilung (MSCI World / EM) folgst, meine nachfolgenden Gedanken treffen auf beide Szenarien zu. Ich persönlich folge dem All-World Index, weil ich keine Lust auf Rebalancing habe, um die 70:30-Relation jedes Jahr aufs Neue herzustellen. Kostet mir zu viel Rendite.

Ich bin mir aber im Klaren darüber, dass wenn die Emerging Markets abgehen wie eine Rakete, ich dann nur mit 10 % anteilig dabei bin, anstatt mit 30 % beim 70/30-Mix. Andererseits: Wenn die Schwellenländer weiterhin unterperformen wie die letzten Jahre, dürfte mein All-World durch den geringer gewichteten Anteil Emerging Markets sogar theoretisch besser abschneiden als der 70:30-Mix, jedoch logischerweise schlechter als der Standard MSCI World.

Welches Szenario letztendlich eintrifft steht – wie immer an der Börse – in den Sternen, weshalb ich mir diesen Stress gar nicht geben möchte. MSCI ACWI (All Country World Index) oder der FTSE All-World muss also her.

Welchen ETF man dann persönlich bespart, ist Geschmacksache und richtet sich nach Fragen wie

  • Kosten (TER),
  • Fondsgröße (somit die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Schließung, weil zu unwirtschaftlich),
  • Tracking-Error und ob er
  • thesaurierend oder ausschüttend (Unterschied siehe hier)

sein soll. Wenn man sämtliche ETFs auf dem Markt aktuell vergleicht, sind die Unterschiede in der Performance marginal. Eine richtig „schlechte“ Wahl ist momentan zumindest nicht unbedingt zu befürchten.

Welt-ETFs auf einen Blick

Wenn auch du mit dem Gedanken nur eines Welt-ETF spielst, dann gebe ich dir nachfolgend eine kleine Übersicht über mögliche ETFs, die auf dem deutschen Markt aktuell handelbar sind (Stand: 29.01.2019):

NameLyxor MSCI All Country World UCITS ETF Acc (EUR)iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Acc)SPDR MSCI ACWI UCITS ETFVanguard FTSE All-World UCITS ETFXtrackers MSCI AC World Index UCITS ETF 1C
ISINLU1829220216  IE00B6R52259IE00B44Z5B48IE00B3RBWM25IE00BGHQ0G80
WKNLYX00CA1JMDFA1JJTCA1JX52A1W8SB
FondswährungEURUSDUSDUSDEUR
AusschüttungThesaurierendThesaurierendThesaurierendAusschüttendThesaurierend
ReplikationSynthetisch (unfunded Swap)Physisch (optimiertes Sampling)Physisch (optimiertes Sampling)Physisch (optimiertes Sampling)Physisch (optimiertes Sampling)
Gesamtkosten (TER)0,45% p.a.0,60% p.a.0,40% p.a.0,25% p.a.0,40% p.a.

Wie oben bereits geschrieben ist es Geschmacksache, ob man nun den FTSE All-World Index oder den ACWI-Index wählt. Die Zusammensetzung und Performance gleicht sich beinahe vollständig. Auch ob man nun einen Thesaurierer oder Ausschütter wählt, ist nach der Investmentsteuerreform 2018 nicht mehr kriegsentscheidend.

Die Gebühren sind in meinen Augen bei einer jahrzehntelangen Anlagedauer auch zu vernachlässigen. TER-Unterschiede werden auf die Dauer vermutlich mit entsprechender Über- oder Unterperformance im Vergleich zu den Mitbewerbern auf lange Sicht wieder ausgeglichen.

Wieviel Risiko steckt in so einem Welt-ETF?

Aber wenn die eigene Altersvorsorge davon abhängt: Wie sicher ist denn so ein Fonds? Nunja, der weltweite MSCI-World-Index erzielte laut MSCI-World Rendite-Dreieck die vergangenen 30 Jahre eine Rendite von 6 Prozent pro Jahr (Quelle).

Klar, das sind mal wieder nur Rückwärtsbetrachtungen, jedoch denke ich, dass es so lange es weltweit Unternehmen gibt, die produzieren, es auch weiterhin daraus Rendite geben wird. Zumindest solange die Menschheit weiter wächst und dadurch auch die menschlichen Bedürfnisse (siehe Maslow).

Klar wird sich der Index in den kommenden 30 Jahren vermutlich drastisch (!) in seiner Zusammensetzung verändern. Einige Unternehmen fliegen raus, gehen Pleite oder räumen ihren Platz für junge Highflyer, die mit ihrer Marktkapitalisierung den Index im Ganzen anheben. In den letzten 5 Jahren eindrucksvoll so geschehen durch die FANG-Aktien aus den USA.

Schwellenländer entscheiden über zukünftige Rendite

Ich persönlich gehe davon aus, dass sich z.B. China und Indien auch in Zukunft sehr gut entwickeln werden, vielleicht sogar dynamischer und nachhaltiger als die Industrieländer mit ihrer „old-Economy“. Alleine die Bevölkerungszahl dieser Länder birgt enorme wirtschaftliche Chancen. Daher gehe ich durchaus davon aus, dass die Schwellenländer zukünftig den Ausschlag in Sachen Rendite geben werden.

Im ACWI / FTSE All-World sind eben diese Länder enthalten. Dadurch könnten die beiden Welt-Indizes den MSCI-World (nur Industrieländer) auf Dauer sogar schlagen. Dadurch könnten die Welt-Indizes langfristig vielleicht im Bereich von 6,5-8 Prozent p.a. Rendite mitspielen. Natürlich würden in so einem Falle die 70/30-Mixer noch bessere Rendite einfahren…

China als neue Nummer 1?

Wenn irgendwann nicht mehr die USA die Indices nach Marktkapitalisierung dominieren (aktuell über 50 Prozent), sondern z.B. China, kann sich auch die Performance des Welt-Index gravierend nach oben oder unten ändern. Das finde ich persönlich das Spannende an der Sache: Man ist an der gesamten Welt und auch ihrer politisch-wirtschaftlichen Aufteilung beteiligt, inklusive ihrer Änderungen.

Dadurch schätze ich die Situation so ein, dass Fonds/ETFs auf diese Indices tatsächlich die Chance haben, dauerhaft am Markt verfügbar zu bleiben. Im Endeffekt kann es dem Anleger sogar egal sein, wer wirtschaftlich die Hosen in der Welt an hat, beteiligt ist man in jedem Fall.

Was passiert bei Krisen und Unternehmenspleiten?

ETFs auf den ACWI oder FTSE All-World halte ich aufgrund ihrer extremen Diversifikation für ziemlich „sicher“, im Sinne eines eventuellen Totalverlustes des eingesetzten Kapitals. Es muss schon viel geschehen, damit die größten 2000-3000 weltweiten Unternehmen alle pleitegehen oder durch Disruption ausgelöscht werden. Einzelne ja, alle nein.

Wenn dies doch mal passieren sollte, kann uns unser Wertpapierdepot und unsere Altersvorsorge ohnehin am Hintern vorbeigehen.

Hier zählt dann das nackte Überleben und die physische Sicherung der eigenen Existenz. Selbst im sehr unwahrscheinlichen Fall eines Atomkrieges zwischen zwei Staaten dürften noch Unternehmen übrigbleiben, die dann eben den Index repräsentieren. Mehr Sicherheit geht so gesehen eigentlich fast nicht.

Ein Index stirbt nicht

Gedankenspiel:

Hätte jedes Land auf der Welt nur noch ein einziges Unternehmen (insgesamt also 194 Aktien), dann wären immer noch genügend Unternehmen in dem Welt-Index, sodass von einer recht großen Streuung gesprochen werden kann.

Ich schätze somit die Zukunftsaussichten dieser Welt-ETFs als sehr gut ein. Jedoch schwanken diese Indices auch mit dem globalen Aktienmarkt, darüber sollten sich interessierte Anleger unbedingt bewusst sein.

Dadurch ist auch trotz der guten langfristigen Aussichten etwas Taktik geboten, wenn es Richtung Renteneintritt geht oder wenn man anfangen möchte, von seinem Depot zu zehren. Nichts ärgerlicher als wenn kurz vor der Rente noch eine Wirtschaftskrise das mühsam aufgebaute Depot zerschießt.

Umschichtungen im Alter nötig

Wenn also die Rente absehbar ist, sind in meinen Augen Umschichtungen in risikoärmere Produkte absolut notwendig. Hier kann es dann Sinn machen, z.B. Teilverkäufe vorzunehmen und diese in risiko- und schwankungsärmere Anlageprodukte (z.B. Anleihen) einmalig umzuschichten, die ihre 2-4 Prozent p.a. verlässlich und halbwegs schwankungsarm schaffen. Und das dauerhaft. Neue Devise: Kapitalerhalt vor Kapitalaufbau.

Wer nicht umschichten möchte, kann einen anderen, riskanteren, Ansatz wählen: Nämlich die sogenannte 4%-Regel. Hier wird unterstellt, dass man jedes Jahr 4% aus seinem ETF entnehmen kann (durch Verkäufe) und das verbleibende Kapital trotzdem weiter wächst oder zumindest nicht schrumpft. Beispiel: Wenn du 6% p.a. machst, jedoch nur 4% entnimmst, wächst dein Vermögen dennoch um 2%. Zumindest rechnerisch. So gesehen hätte man dann eine sogenannte „ewige Rente„, die sich selbst speist.

Fazit:

Ein Welt-ETF kann meiner Meinung nach also sehr gut zum Aufbau einer Altersvorsorge genutzt werden. Ich habe da momentan absolut keine Bauchschmerzen dies so für mich umzusetzen. So ein ETF hat einfach sehr viele Vorteile, die man sich als langfristiger Anleger wünscht:

  • extrem breit gestreut
  • gute Fondsgrößen
  • relativ schwankungsarm aufgrund der hohen Diversifikation
  • Chancen durch den Schwellenländeranteil
  • Geringe laufende Kosten
  • Kein Rebalancing nötig im Gegensatz zu Lösungen aus mehreren ETFs (z.B. nach Gerd Kommer*)
  • „Unsterblicher Index“, trotz aller kommenden Widrigkeiten, Krisen und Disruptionen
  • Als Thesaurierer quasi eine „Fire and Forget-Lösung“, die keinerlei Tätigkeit des Anlegers verlangt

Einziger Wermutstropfen ist, dass im Alter umgeschichtet werden muss, da die Schwankungen dann doch zu groß sind, wenn es in die Auszahlungsphase geht.

Zudem würde ich keinem Mitte 50 empfehlen, ausschließlich mit einem solchen ETF fürs Alter vorzusorgen. Da gibt es durchaus sinnvollere Möglichkeiten, zum Beispiel auch mit Versicherungsmantel in Kombination mit einem garantierten Rentenfaktor.

Wie ist deine Meinung zum Thema Altersvorsorge mit ETFs? Wie hast du die Altersvorsorge für dich gelöst?

11 Kommentare

  1. Sicherlich eine gute Basis für die Altersvorsorge, ich will etwas ergänzen:

    – Es fehlen für eine maximale globale Diversifikation die Small Caps
    – Ein 100 %-Portfolio in Aktien-ETF sollte man sich gut überlegen aufgrund der Schwankungsbreite
    – Spekulationen darüber,w elche Wirtschaftsregion die beste aktienrendite liefern wird, sind vollkommen müßig, da alles öffentliche Wissen ebreits eingepreist ist – Market Timing funkioniert noch schlechter als Asset Picking. Lösung: Einfach einmal in alles investieren in einer vernünftigen und vernünftig besparbaren Allokation.

    Ich selbst habe 80 % meines Investmentvermögens so investiert:

    55% MSCI World
    20 % MSCI World Small Cap
    25 % MSCI Emerging Markets IMI

    Ausführlich dazu hier: https://www.buzznews.de/2018/07/03/altersvorsorge-musterdepot-mit-3-etfs-wie-ich-ein-einfaches-starkes-weltportfolio-aufbaue/

    1. Hi AlexJ,

      Small Caps haben mit Sicherheit auch ihre Berechtigung und performen im langjährigen Durchschnitt vermutlich besser als die großen Indices. So wie auch der MDAX meistens besser als der DAX performt.

      Dennoch verzichte ich aktuell auf Smal Caps. Wenn dann würde ich sie aber auch mittels ETFs umsetzen, genauso wie in deinem Beispiel.

      Gruß

  2. Da der Vanguard ein Ausschütter ist, ist es gar nicht nötig Anteile (4% oder so) zu verkaufen. Man verkonsumeiert (später bei Rentenbeginn, davor werden sie wiederangelegt) die Ausschüttungen und bleibt ansonsten voll investiert. Zur Ergänzung habe ich noch den World Small Cap (Bei dem muss ich Anteile verkaufen, wird wahrscheinlich Cashbestand, von Anleihen halte ich nicht viel, von Rohstoffen noch weniger, außer physischem Gold und 2 weitere Dividenden ETFs um jeden Monat eine Ausschüttung mitzunehmen.

    1. Hallo Andy!

      Danke für deinen Beitrag. Du hast völlig Recht, dadurch dass der Vanguard ausschüttet, hast du tatsächlich ohne Rebalancing einen stetigen Cashflow.

      Allerdings beträgt die Ausschüttungsrendite in der Regel nur zwischen 2,1-2,8 Prozent, was fürs Alter um davon leben zu können vermutlich alleine nicht ausreichen dürfte. Klar, wenn man den ETF zum Beispiel auf 1.000.000 Euro angespart hat, dann sind die Ausschüttungen alleine auch schon knapp über 2000 Euro pro Monat. Aber das dürften wohl nur die Wenigsten schaffen 😉

      Realistisch sind für die meisten leider eher eine Summe von 100.000 bis 200.000 Euro maximal.

      Gruß

  3. Hallo,

    ich mache es im Kern gerade so wie beschrieben. Ein ETF und gut ist. Ergänzt wird das ganze durch den langfristigen Aufbau einer Tagesgeldposition und die staatlichen Renten (Versorgungswerke und Betriebsrenten – ich habe in meinem Berufsleben zwangsläufig mehrere angesammelt).
    Was ich besonders daran mag ist, wie einfach und gut durchschaubar der Teil ist, auf den ich unmittelbaren Zugriff habe (ETF und TG). Ich nutze derzeit die Ausschüttungen des ETF zum Aufbau der TG-Position (die mich im Alter bei einem Aktiencrash dann für Jahre über Wasser halten würde) und zur freiwilligen zusätzlichen Einzahlung ins Versorgungswerk.

    LG

    Hans

    1. Hallo Hans,

      Nunja, Tagesgeld hat halt den großen Nachteil, dass du im Prinzip am Tropf der Geldpolitik und der Währung hängst (FIAT-Geldsystem: https://de.wikipedia.org/wiki/Fiatgeld) und dein Geld nur bis 100.000 Euro gegen Bankenpleiten, Krisen etc. geschützt ist. Ich würde definitiv nicht mehr als 100.000 Euro aufm Tagesgeld lassen. Den Rest besser in Sachwerte (Aktien, Immobilien oder Gold) investieren.

      Renten/Anleihen können eine feine Sache sein, allerdings sollten auch sie mindestens 2% abwerfen, damit du überhaupt Vermögen bildest oder stabil hältst.
      Mache dir klar: Am Tagesgeld nagt die Inflation von 1,5-2,5% langfristig. Das heißt jeder Euro aufm Tagesgeld, der nicht mindestens so verzinst wird, führt für dich zu einem Vermögensverlust durch Kaufkraftverlust.

      Vielleicht ändern sich die Zeiten wieder, bis dahin würde ich nur in Tagesgeld mit mindestens 2,5% Verzinsung gehen. Und das dürfte man aktuell wohl nirgends finden…

      Gruß
      Andreas

  4. Hallo,
    bespare den Vanguard FTSE All World jetzt auch. Meine Frage:
    Hat der Brexit Auswirkungen auf den FTSE? Und ich dadurch eventuelle Nachteile weil der Vanguard auf den FTSE aufbaut? z.B. das es weniger gehandelt wird, weil es auf dem Londoner Markt gehandelt wird?
    Danke.

    1. Hallo!

      Meines Wissens nach dürfte sich der Brexit hier nicht negativ auswirken, da der FTSE All-World ja lediglich ein Index ist (wie die Indizes von MSCI). Der Vanguard-ETF ist ohnehin in Irland aufgelegt, somit bleibt das ETF-Domizil innerhalb der EU. Ob sich durch den Brexit natürlich Nachteile für den Indexanbieter ergeben, kann ich nicht sagen. Ich vermute jedoch stark, dass das nicht der Fall sein wird. Und einen globalen Index juckt der Brexit ohnehin nicht.

      Sollten sich aber tatsächlich Nachteile ergeben oder der FTSE zukünftig schlechter als der ACWI abschneiden, dann kann man immernoch in den ACWI wechseln. Auf die paar Euro Transaktionskosten kommt es dann auch nicht an.

      Liebe Grüße

  5. Hallo,
    „Unsterblicher Index“ – , das mag ja sein, wenn wir nun mal bitte unsere Aluhüte aufsetzen , wir kaufen mit so einem ETF ein Wertpapier, welches elektronisch und nicht physisch (als Urkunde) verwahrt wird. Wenn da mal ein Sonnenstürmchen durch die Rechner des Wertpapierdienstleisters geht oder ein elektromagnetischer Impuls durch ein Atombömbchen – dann wars das mit den elekrtronisch verwahrten Aktien, ETF usw. Nichts mehr da, kann keiner mehr zuordnen. Nur mal so aluhutmäßig gedacht. Es muss also 30 Jahre lang alles bestens funktionieren, kein Hacker, kein EMP etc darf an die Computer ran, wo dein Geld geparkt wurde. Auch eine Spekulation.

    1. Hallo Eillen,

      Du hast sicherlich Recht, ein gewisses Endrisiko besteht immer. In diesem Fall ist es natürlich sehr wichtig, regelmäßig die Depotauszüge zu sichern, ggf. gut verwahrt in physischer Form. Ist zwar immernoch keine Garantie, aber besser als nichts. Zudem sind die ganzen Daten ja dezentral und quer über den Globus verteilt in Rechenzentren. Und wenn überall auf der Welt Atombomen hochgehen, braucht eh keiner mehr Aktien 😉

      Zudem darfst du nicht vergessen, dass die technische Entwicklung auch fortschreitet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es zukünftig durch die Blockchain-Technologie einige Änderungen geben wird und die „Verwahrstellen“ über Kurz oder Lang als Zwischenstelle wegfallen könnten.

      Dann hast du quasi tatsächlich „dein Depot“ auf einem gesicherten USB-Stick oder ähnlichem, ähnlich wie es bei Bitcoin-Börsen schon heute der Fall ist. Theoretisch würde hierzu sogar ein Blatt Papier ausreichen. Ich denke dass der Trend langfristig weg geht von deiner beschriebenen Gefahr mit zentralisierten Verwahrstellen (Clearstream etc.), hin zu dezentralisierten individuellen Lösungen. Aber dennoch macht es natürlich Sinn, Vorkehrungen zu treffen – mit oder ohne Aluhut 🙂

      Liebe Grüße

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