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	<title>Gefahren von ETFs Archive | FinanzGuerilla.de</title>
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	<description>Finanzen, Wirtschaft und Lifestyle - Finanzblog</description>
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	<title>Gefahren von ETFs Archive | FinanzGuerilla.de</title>
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		<title>Risiken und Gefahren von ETFs</title>
		<link>https://www.finanzguerilla.de/gefahren-von-etfs/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Finanzguerilla]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Oct 2020 19:53:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[ETF]]></category>
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		<category><![CDATA[Disruptionen und Krise]]></category>
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		<category><![CDATA[Welt-ETF als Altersvorsorge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute soll es mal um Risiken und Gefahren bei ETFs gehen. Das Anlegen in ETFs, also in börsengehandelten und indexbasierten Fonds (weitere Infos zu ETFs hier), ist mittlerweile sehr weit verbreitet, was ich persönlich auch gut finde. Immer größer wird auch der Anteil von ETFs am Gesamtmarkt, insbesondere im Vergleich zu traditionellen aktiven Fonds (Quelle)....</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.finanzguerilla.de/gefahren-von-etfs/">Risiken und Gefahren von ETFs</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.finanzguerilla.de">FinanzGuerilla.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-drop-cap">Heute soll es mal um <strong>Risiken und Gefahren bei ETFs</strong> gehen. Das Anlegen in ETFs, also in <strong>börsengehandelten</strong> und <strong>indexbasierten Fonds</strong> (weitere Infos zu ETFs <a href="https://www.finanzguerilla.de/was-sind-etf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a>), ist mittlerweile sehr weit verbreitet, was ich persönlich auch gut finde. Immer größer wird auch der <strong>Anteil von ETFs am Gesamtmarkt</strong>, insbesondere im Vergleich zu traditionellen <strong>aktiven Fonds</strong> (<a href="https://www.capital.de/geld-versicherungen/etf-markt-auf-wachstumskurs" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle</a>). Hier sinkt der Anteil bzw. <strong>stagniert</strong>, der Teil von ETFs hingegen <strong>wächst seit mehreren Jahren dynamisch</strong>. Grund genug, auch mal die <strong>Risiken und Gefahren dieser Anlageklasse</strong> zu erwähnen und ein Fazit zu ziehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">ETFs als neue Religion</h2>



<p>Seien es geschätzte Blogger-Kollegen wie <a href="https://www.finanzwesir.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Finanzwesir Albert</a> oder auch Autoren wie <strong><a href="https://amzn.to/2HmyBb3" target="_blank" rel="noreferrer noopener sponsored nofollow">Gerd Kommer</a></strong>*: Überall werden die <strong>Vorzüge des passiven Anlegens in ETFs</strong> betont. ETFs seien eine <strong>zeitsparende</strong>, <strong>günstige</strong> und <strong>halbwegs passive Anlagemöglichkeit</strong>, die bei entsprechender langjähriger Ausdauer und Disziplin <strong>ansprechende Rendite</strong> liefern soll, die meistens sogar <strong>über der Rendite der meisten anderen Marktteilnehmer</strong> liegen soll. Insbesondere <strong>aktiven Fonds</strong> gelingt es selten, einen entsprechenden <strong>Vergleichs-Index</strong> und somit den <strong>ETF</strong> zu schlagen. </p>



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<p>Grundsätzlich soll die ETF-Anlage diejenigen regelmäßig schlagen, die den Markt zu timen versuchen. Also <strong>aktive Investoren</strong>, <strong>aktive Fonds</strong> (<a href="https://www.n-tv.de/ratgeber/Ist-das-die-Stunde-aktiv-gemanagter-Fonds-article21794378.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle</a>) und <strong>Privatanleger</strong>, die viel handeln (<strong>(Day)trader</strong>). </p>



<p>Wenn du länger schon <a href="https://www.finanzguerilla.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">meinen Blog</a> hier verfolgst, dann wirst du feststellen, dass auch ich ein ausgesprochener <strong>Freund der Anlage in ETFs</strong> bin. Allerdings verfolge ich durch meinen <strong>Core-Satellite-Ansatz</strong> keine ausschließlich passive ETF-Strategie. Aber darum soll es heute nicht gehen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Risiken und Gefahren von ETFs</h2>



<p>Wie immer ist auch bei den ETFs nicht alles Schwarz und Weiß. Es gibt auch bei der Anlage in ETFs <strong>mehr zu beachten</strong>, als an vielen Stellen erwähnt wird und was Vielen vielleicht nicht so bewusst sein dürfte. Weshalb ich zu der <strong>allgegenwärtig pauschalen Empfehlung zu ETFs</strong> zumindest einige Gedanken, Hinweise und Warnungen mit auf den Weg geben möchte.</p>



<p>Ich sehe hierzu die Zeit als perfekt geeignet, da sich offenbar immer mehr <strong>Privatanleger als Frischlinge wegen Corona an die Börse wagen</strong> (<a href="https://www.boerse-online.de/nachrichten/geld-und-vorsorge/rekordzahlen-bei-onlinebrokern-die-corona-krise-sorgt-fuer-enormen-ansturm-bei-depoteroeffnungen-und-fuer-wartezeiten-1029112276" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle</a>). So erfreulich diese Entwicklung generell, so problematisch kann es werden, wenn die Neulinge durch <strong>Anfänger-Fehler</strong> (hier gibt&#8217;s einige <a href="https://www.finanzguerilla.de/beste-finanzbuecher-tipps-empfehlungen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Tipps</a>) frustriert wieder abziehen, wie im <strong>2000er Crash</strong>, in deren Folge die <strong>Aktionärsquote in Deutschland wieder einbrach</strong>. Also was sind denn nun <strong>wichtige Aspekte</strong> und <strong>Gefahren bei der Anlage in ETFs</strong>?</p>



<h2 class="wp-block-heading">1. Starke Schwankungen</h2>



<p>Szenario: Du besparst <strong>30 Jahre lang einen ETF</strong> deiner Wahl zur <strong>Altersvorsorge</strong>. Kurz vor Eintritt in den Ruhestand gibt es einen Crash und der Markt bricht um <strong>70 Prozent</strong> ein. Je nach Größe deines Depots kann das richtig wehtun und dir (Buch)Verluste im <strong>sechsstelligen Bereich</strong> bescheren. Natürlich erholen sich die Märkte <strong>langfristig</strong> in der Regel wieder, aber dennoch ist ja irgendwann auch mal die Zeit zum <strong>Versilbern deiner Gewinne</strong>. Oder um <strong>dein Häuschen auf einen Schlag abzuzahlen</strong> oder dir eine <a href="https://www.finanzguerilla.de/ruerup-rente-versus-etf-sparplan/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rente zu konstruieren</a> etc.</p>



<p>Um <strong>70 Prozent Verluste</strong> aufzuholen, muss der ETF also mathematisch erstmal wieder <strong>233,333 Prozent Rendite machen</strong>. Das kann schon mal dauern. Hier kann dir ein <a href="https://www.finanzguerilla.de/etf-sparplan-in-der-krise-haelt-das-bollwerk/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Crash</a> dann einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen und dich auf Jahre zurückwerfen. Als <strong>ETF-Investor</strong> hängst du nun mal auf Gedeih und Verderb am jeweiligen Index. <strong>Taktische Verlustbegrenzung</strong> geht hier auf ETF-Ebene nicht, da es eben gerade <strong>keinen Manager gibt, der gegensteuern kann</strong>.</p>



<p>Nichtsdestotrotz nutze auch ich <a href="https://www.finanzguerilla.de/welt-etf-als-altersvorsorge/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ETFs zur Altersvorsorge</a>, baue mir hierbei aber gleichzeitig auch einen gewissen <a href="https://www.finanzguerilla.de/gold-absicherung-depot-finanzcrash-krise/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Depotschutz langfristig parallel mit auf</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">2. ETF-Anbieter stellt den Index um</h2>



<p>Das nächste Szenario: Du besparst deinen <strong>ausgewählten ETF</strong> und plötzlich <strong>ändert der ETF-Anbieter den zugrundeliegenden Index</strong>. <strong>Der ETF partizipiert dann an einem gänzlich anderen Index</strong> mit einer anderen Gewichtung unter der gleichen WKN. So etwas ist zum Beispiel kürzlich im Hause <strong>Vanguard</strong> passiert: Der <strong>ETF von Vanguard auf den DAX</strong> wurde eingestellt und auf einen <strong>Index mit deutschen Small-, Mid- und Largecaps</strong> umgestellt (<a href="https://de.extraetf.com/news/etf-news/vanguard-rueckt-vom-dax-etf-ab" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle</a>). </p>



<p>Wenn du nun als Anleger explizit <strong>fokussiert auf die DAX-30-Werte in Deutschland</strong> investieren wolltest, umfasst dein <strong>ETF plötzlich eine Vielzahl von über 150 Werten</strong> und dadurch quasi fast die gesamte <strong>börsennotierte deutsche Wirtschaft</strong>. Hier hast du als Investor <strong>keinerlei Mitspracherecht</strong> und musst diese Kröte einfach schlucken – oder vorher verkaufen. Ob du das aber mit Verlust machen würdest, wage ich zu bezweifeln. Ein <strong>ETF</strong> ist und bleibt nunmal ein „<em><strong>Finanzprodukt</strong></em>“, wo du einen <strong>Mittelsmann zwischen dir und deinem Geld hast</strong>. Hierfür zahlst du ja auch deine TER.</p>



<p>Wenn dieser Mittelsmann seine Arbeit gut macht – perfekt. Es kann aber auch anders laufen, weshalb ich bei allzu <strong>kleinen und unbedeutenden ETF-Anbietern</strong> vorsichtig wäre.</p>



<h2 class="wp-block-heading">3. ETF wird liquidiert, wenn zu wenige Anleger investieren</h2>



<p>Du investierst langfristig in den ETF deiner Wahl und plötzlich bekommst du die <strong>Nachricht des ETF-Anbieters</strong>, dass der ETF zum <strong>Stichtag X eingestellt wird</strong>. Das kann dich als Anleger ebenfalls ziemlich unschön erwischen, vor allem wenn dein ETF gerade <strong>negativ performt</strong>.</p>



<p>Gründe für eine solche <strong>Einstellung deines ETF</strong> können sein:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die investierte Summe im ETF ist zu gering</strong> und der ETF dadurch für den Anbieter <strong>nicht mehr lukrativ</strong> genug (Vorsicht zum Beispiel bei <strong>ETF</strong>s mit einem <strong>Fondsvolumen von unter 100 Millionen Euro</strong>!)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der ETF-Anbieter <strong>bereinigt sein Gesamt-Angebot an ETFs</strong> aufgrund eines rauher wehenden Windes am Markt: Zusammenschlüsse mancher ETFs und Wegfall anderer</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der <strong>zugrundeliegende Index ändert sich</strong> auf negative Art und Weise, sodass er de facto <strong>nicht mehr investierbar</strong> ist. Zum Beispiel wenn <strong>immer weniger Unternehmen die Kriterien des Index erfüllen und dadurch keine sinnvolle Streuung des ETFs mehr gewährleistet werden kann</strong>. </li>
</ul>



<p>Hypothetisches Beispiel: Die beliebten <strong>US Dividenden Aristokraten</strong> <strong>streichen oder senken im Crash ihre <a href="https://www.finanzguerilla.de/wie-sollte-man-die-dividende-reinvestieren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Dividende</a></strong>, sodass sie in dem zugehörigen ETF <strong>nicht mehr vertreten sind</strong>. Statt ursprünglich <strong>100 Unternehmen im Index erfüllen dann beispielsweise nur noch 20 Unternehmen die Aristokratenkriterien</strong>. Ob ein ETF hier dann noch weiter am Markt bleibt, ist fraglich</p>



<h2 class="wp-block-heading">4. Gibt es den ETF(-anbieter) auch in 30 Jahren noch?</h2>



<p>Eine <a href="https://www.finanzguerilla.de/passives-einkommen-auf-der-rolltreppe-durchs-leben/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">passive Anlage mit ETFs</a> für eine Dauer von <strong>15-30 Jahren</strong> klingt gut. Aber gibt es den ETF dann überhaupt noch? Alle <strong>finanzpornografischen Hochrechnungen</strong> von <strong>Zins und Zinseszins</strong> im <strong>Excel-Sheet</strong> klingen super und motivieren ungemein. </p>



<p>Aber: Ähnlich wie im vorgenannten Fall ist es keineswegs in Stein gemeißelt, dass es den von dir <strong>ausgewählten ETF in 30 Jahren in dieser Form überhaupt noch gibt</strong>.</p>



<p>Wie das <a href="https://www.etf-nachrichten.de/das-passiert-mit-comstage-etfs-nach-verschmelzung-mit-lyxor/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beispiel Comstage vor nicht allzu langer Zeit</a> zeigte, ist auch nicht garantiert, dass dein <strong>ETF-Anbieter langfristig am Markt bleibt</strong>. Zur Erinnerung: Die ehemals <strong>sehr gefragten ETFs von Comstage</strong> werden nun unter <strong>einem gemeinsamen Dach mit Lyxor vertrieben</strong>. Zum Glück blieb dies bislang <strong>ohne negative Folgen für die Investoren</strong>.</p>



<p>Hinsichtlich <strong>Langlebigkeit</strong> haben ETFs in meinen Augen also noch <strong>Nachholbedarf im Vergleich zu aktiven Fonds</strong>. Hier gibt es manche Fonds, die schon seit den <strong>1970er Jahren erfolgreich am Markt sind</strong>. In allen Stärke- und Schwächephasen. ETFs sind (zumindest in Europa) ein noch eher <em>neues</em> Angebot, sodass sich die <strong>langfristigen Entwicklungen kaum abschätzen lassen</strong>. Die meisten ETFs wurden in den <strong>2000ern</strong> und <strong>2010ern</strong> aufgelegt.</p>



<p>Immerhin haben die <strong>ETF</strong>s durch den diesjährigen <a href="https://www.finanzguerilla.de/gefaehrdet-corona-die-demokratie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Corona-Crash</a> eine erste <strong>Bewährungsprobe</strong> in meinen Augen mehr als <strong>vorbildlich gemeistert</strong>. Bislang ist <strong>keiner der Großen in Schieflage</strong> geraten. Von daher gehe ich durchaus davon aus, dass die Grundphilosophie „<strong>Indexing</strong>“ auch weiterhin durchaus etwas taugt – auch in Krisen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">5. Branchen-ETFs als Gefahrenquelle</h2>



<p><strong>Grundidee des Indexing</strong> war stets eine <strong>marktbreite Teilhabe</strong> an der <strong>gesamtwirtschaftlichen Entwicklung</strong>, möglichst <strong>global</strong>. <strong>Langweilig</strong> war hier also stets die Devise. Man <strong>diversifizierte global</strong> und nach <strong>Marktkapitalisierung gewichtet</strong> und der Fisch war geputzt.</p>



<p>Immer wenn eine Anlageklasse aber „<em>hipp</em>“ wird, setzt auch die <strong>Kreativität bei den Anbietern</strong> ein. Zudem muss man konstatieren, dass sich mit ETF <strong>relativ wenig Geld verdienen lässt</strong>, da es <strong>keine Ausgabeaufschläge</strong> etc. gibt. Grund genug, dass es immer mehr ETFs am Markt gibt für die <strong>exotischsten Bedürfnisse und Anleger</strong>: <strong>Mehr-Faktor</strong> hier, <strong>Branchenfokussierung</strong> dort – es tut sich was am ETF-Markt.</p>



<p>Grundsätzlich auch keine schlechte Sache, da du als Anleger dadurch auch ein <strong>erweitertes Angebot</strong> an ETFs hast und deine individuellen <strong>Vorlieben und Prognosen spielen kannst</strong>. Zudem reduziert eine hohe <strong>Anzahl an ETFs am Markt auch die Gefahr</strong>, dass der <strong>gesamte Markt</strong> irgendwann nur noch durch <strong>Käufe- und Verkäufe</strong> von wenigen <strong>Mega-ETFs</strong> <strong>bewegt</strong> wird.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Wasserstoff und Cannabis</h3>



<p>Dennoch: Was gestern noch <strong>3D-Druck-ETFs</strong> oder <strong>Solar-ETFs</strong> waren, sind heute vielleicht <strong>Krypto-ETFs</strong>, <strong>Wasserstoff-ETFs</strong>, <strong>Clean-Energy-ETFs</strong>, <strong>Biotech-ETFs</strong> oder <strong>Cannabis-ETFs</strong>. Aber bedenke: Es handelt sich hier um <strong>Sektoren-Wetten</strong>. Diese kann man in meinen Augen gerne auch mal als <strong>Beimischung</strong> nehmen. Aber zu sagen, dass man jetzt <strong>30 Jahre lang in einen Cannabis-ETF</strong> investiert und hier die <strong>angepriesene Marktrendite</strong> erwartet, halte ich für sehr gefährlich. ETF ist eben nicht gleich ETF, nur weil <strong>ETF</strong> draufsteht.</p>



<p>In diesem Sinne gilt für mich hier die Devise „<strong><em>Back to the Roots</em></strong>“ und das „<strong>Neumodische</strong>“ maximal als <strong>Beimischung mit einem Hauch Markettiming mit ins Depot nehmen</strong> – und bei Zeit auch vielleicht wieder herausnehmen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">6. Mögliche Umstellungen auf ETF-Ebene</h2>



<h3 class="wp-block-heading">6.1 Änderung der Ertragsverwendung</h3>



<p>Du siehst also, als <strong>ETF-Investor</strong> bist du in vielen Punkten <strong>Spielball des ETF-Anbieters</strong>. Hierzu gehört auch eine geänderte <strong>Ertragsverwendung</strong>: Jetzt hast du 2016 zum Beispiel mit einem <strong>thesaurierenden ETF</strong> auf den <strong>MSCI World</strong> begonnen.</p>



<p>Plötzlich kam <a href="https://www.finanzguerilla.de/das-neue-investmentsteuerreformgesetz-ab-2018/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">2018 die Investmentsteuerreform</a> und zack, dein ETF wurde auf <strong>ausschüttend</strong> umgestellt. Vorbei der Traum vom <strong>passiven Zinseszinseffekt</strong>. Du musstest handeln und entweder den <strong>ETF wechseln</strong> oder <strong>händisch die Ausschüttungen reinvestieren</strong>, was nicht so bequem war wie die<strong> thesaurierende und vollautomatische Variante</strong>. Zudem kostet sie ggf. Gebühren.</p>



<p>Auch hier kommst du also nicht drum herum, deine <strong>ETFs im Auge zu behalten</strong> und auf <strong>Änderungen zu reagieren</strong>. Wenn du so etwas im schlimmsten Falle nicht mitbekommst, verhagelst du dir im <strong>Worst-Case-Szenario deinen Zinseszinseffekt</strong> und noch schlimmer: Die <strong>ausgeschütteten Gelder verlieren auf dem Verrechnungskonto konstant ungenutzt an Kaufkraft</strong>.</p>



<p>Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche: Du möchtest dir ein <a href="https://www.finanzguerilla.de/ausschuettungen-an-8-von-12-monaten-mit-nur-zwei-etf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">dividendenbasiertes Depot mit fließendem Cashflow aufbauen</a> und deine ETFs werden plötzlich von <a href="https://www.finanzguerilla.de/thesaurierenden-oder-ausschuettenden-etf-waehlen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ausschüttend auf thesaurierend umgestellt</a>. Auch hier ist dann ein <strong>Tätigwerden deinerseits notwendig</strong>.</p>



<h3 class="wp-block-heading">6.2 Änderung des Replikationsverfahrens</h3>



<p>Früher waren <strong>synthetisch replizierende ETFs</strong> der letzte Schrei, da diese <strong>komplett steuerfrei</strong> waren. Dann kam 2018 und die Ära der <strong>synthetisch replizierenden ETFs</strong> (auch <strong>Swap-ETFs</strong> genannt) geht seither langsam aber sicher zu Ende. Zu den verschiedenen <strong>Replikationsarten</strong> sei auf meinen Artikel <a href="https://www.finanzguerilla.de/was-sind-etf/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">hier</a> verwiesen. Swap-ETFs werden vom Kunden einfach nicht mehr nachgefragt, worauf die <strong>ETF-Anbieter natürlich reagieren</strong> (müssen).</p>



<p>Zwar finde ich die <strong>Entwicklung zu physisch replizierend</strong> (<strong>vollständig</strong> oder durch <strong>Sampling</strong>) grundsätzlich begrüßenswert (da in meinen Augen sicherer, da die Wertpapiere <em>tatsächlich</em> im ETF enthalten sind), dennoch hat sich auch hier für den angeblich „passiven“ Investor einiges geändert – vor allem steuerlich.</p>



<p>Je mehr Zeit vergeht und je <strong>unbequemer die Besteuerung innerhalb der EU wird</strong>, kann man nicht ausschließen, dass sich dieser <strong>Trend auch wieder umkehrt</strong> und es bald <strong>steueroptimierte ETFs</strong> mit <strong>Fondsdomizil außerhalb der EU mit synthetischer Replikation</strong> gibt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">6.3 Fondsdomizil wird geändert</h3>



<p>Es hat durchaus seine Gründe, dass die meisten ETFs ihr <strong>Steuerdomizil in Irland</strong> oder <strong>Luxemburg</strong> haben: Hier erfolgt einfach eine andere <strong>steuerliche Behandlung des ETF-Anbieters</strong>, sodass unterm Strich <strong>mehr Rendite beim Anleger landet</strong>. Dies hat mit Kosten auf ETF-Basis zu tun bzw. mit den <strong>Konditionen der Wiederanlage im ETF</strong> (z.B. bei <strong>thesaurierenden ETFs</strong>). Hier sind ETFs mit einem <strong>Steuerdomizil in Deutschland</strong> tendenziell eher als <strong>nachteilig</strong> zu betrachten.</p>



<p>Deutschland ist nunmal leider ein <strong>Hochsteuer-Land</strong>, weshalb auch <strong>ETF-Anbieter als Unternehmen</strong> entsprechend anders belastet werden, als es zum Beispiel in <strong>Irland</strong> der Fall ist. Nun muss man fairerweise sagen, dass das ja auch nicht in Stein gemeißelt ist und sich <strong>langfristig keine steuerliche Prognose für in 30 Jahren abgeben</strong> lässt.</p>



<p>Im Hinterkopf haben sollte man das aber meiner Meinung nach schon. Bis dahin gilt: <strong>ETFs im Zweifelsfall mit Steuerdomizil Irland</strong> oder <strong>Luxemburg</strong> bevorzugen. Wenn sich die Steuern angleichen, dann ist auch dieser Punkt wohl nicht mehr relevant.</p>



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<h2 class="wp-block-heading">Fazit: Sind ETFs nun gefährlich?</h2>



<p>Du siehst also, die pauschale Empfehlung „<em><strong>ETF-Sparplan einrichten und sich schlafen legen</strong></em>“ funktioniert auch nicht uneingeschränkt. Es gibt Gefahren von ETFs, die man unbedingt auf dem Schirm haben sollte.</p>



<p>Solltest du also nun <strong>Abstand von einem Engagement in ETFs nehmen</strong> aufgrund mancher Gefahren und Risiken? Oder lieber stattdessen ein <strong>Depot mit Einzelaktien aufbauen</strong>? Auf gar keinen Fall!</p>



<p>Trotz mancher <strong>Risiken und Gefahren</strong> sind <strong>ETFs</strong> eine super Sache und ich empfehle sie nach wie vor uneingeschränkt. Nicht umsonst basiert <a href="https://www.finanzguerilla.de/welt-etf-als-altersvorsorge/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">meine Altersvorsorge auf einem Welt-ETF</a>. Wobei hier die Betonung auf <em><strong>Welt-ETF</strong></em> liegt. Dem <strong>3D-Druck</strong>, <strong>Wasserstoff</strong> oder <strong>Cannabis</strong> überlasse ich meine <strong>Altersvorsorge</strong> nicht. Zudem würde ich in der heutigen Zeit der <strong>Disruptionen</strong> und der <strong>Digitalisierung</strong> auch nicht mehr ausschließlich auf <a href="https://www.finanzguerilla.de/altersvorsorge/aktien/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Einzelaktien</a> und stures <strong>Buy-and-hold</strong> setzen.</p>



<p>Wenn dann maximal mit einem „<strong><em>selbstgebauten World-ETF</em></strong>“ mit <strong>50-100 Einzelpositionen</strong>, <strong>wissenschaftlich clever diversifiziert</strong> und <strong>analysiert</strong>. Aber ob du damit den MSCI World/<a href="https://www.finanzguerilla.de/warum-und-wie-in-emerging-markets-investieren/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">EM</a> <strong>langfristig</strong> schlägst? Ich wage es zu bezweifeln. </p>



<p>Hier findet gerade meiner Meinung nach eine <strong>enorme Zeitenwende</strong> an den Märkten statt, wo die <strong>alten Dickschiffe mit zuverlässiger Dividende</strong> und <strong>angeblich unangreifbaren Geschäftsmodellen</strong> immer mehr unter Druck geraten und langsam aber sicher abgelöst werden (im Zweifelsfall offenbart es der <strong>Chart der letzten 10 Jahre</strong>!).</p>



<h2 class="wp-block-heading">ETFs: Disruptionen verlieren ihren Schrecken</h2>



<p>Beispiele gefällig?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>IBM</strong> (früher ehrfürchtig: „<em>the big blue</em>“ genannt)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>General Electric</strong> („<em>too big to fail</em>?“),</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Kraft Heinz</strong> („<em>Warren Buffett irrt nicht?</em>“),</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Deutsche Bank</strong> („<em>die größte Bank Deutschlands geht immer?</em>“)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Altria</strong> („<em>geraucht wird immer?</em>“),</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Royal Dutch Shell</strong> („<em>wir brauchen auch in 50 Jahren noch viel Öl?</em>“)</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Und: Ich kann es mir einfach nicht verkneifen: Wie war das doch mit dem <strong>neuen Standard an digitalem Bezahlen</strong> und DEM <strong>Hoffnungsträger der deutschen Tech-Szene</strong>? <strong>Wirecard</strong>!!! Ok ich bin schon still.</li>
</ul>



<p>Daher: Für <strong>Buy-and-hold Anleger</strong> und als <strong>Altersvorsorge</strong> empfehle ich nach wie vor die großen <strong>Flaggschiffe</strong> der bekannten Indexanbieter. Bevorzugt global, langweilig und nach Marktkapitalisierung gewichtet. Namentlich also beispielsweise <strong>MSCI ACWI</strong>, <strong>FTSE All-World</strong>, <strong>MSCI World</strong>, <strong>MSCI Europe</strong> und <strong>MSCI Emerging Markets</strong>.</p>



<p>Die ganzen <strong>Faktor-</strong>, <strong>Einzelländer-</strong> und <strong>Branchen-ETFs</strong> eignen sich gerne als <strong>Beimischung</strong> und zur <strong>zeitlich limitierten Renditeerhöhung</strong> des <strong>Gesamt-Depots</strong> mit einem <strong>gewissen Timing-Charakter</strong> (z.B. <strong>NASDAQ 100</strong> mit seiner ganzen <strong>übermächtigen Tech-Konzerne</strong>).</p>



<p>Hier würde ich mich aber von dem Gedanken verabschieden, <strong>solche ETFs langfristig zu besparen</strong> und <strong>nach 30 Jahren die Marktrendite</strong> (oder eine höhere) zu erwarten.</p>



<p>Heute gilt: <strong>Beständig ist nur der Wandel</strong>. Im Idealfall begegnet man diesem Umstand also mit einem sich <strong>automatisch wandelnden ETF</strong>. Meine Meinung.</p>
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