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	<title>Langweiler Archive | FinanzGuerilla.de</title>
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	<description>Finanzen, Wirtschaft und Lifestyle - Finanzblog</description>
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	<title>Langweiler Archive | FinanzGuerilla.de</title>
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		<title>Beziehungsunfähigkeit: Krankheit der Neuzeit?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Finanzguerilla]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Apr 2023 22:35:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Heute möchte ich mal über ein Thema schreiben, das etwas &#8222;offtopic&#8220; ist und wenn überhaupt, dann nur am Rande mit Finanzen zu tun hat. Und zwar geht es um das Thema Beziehungsunfähigkeit und wieso ich das für ein gesellschaftlich sehr relevantes Thema halte. In meinen Augen entwickelt sich gerade in westlichen (über andere kann ich...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.finanzguerilla.de/beziehungsunfaehigkeit-krankheit-der-neuzeit/">Beziehungsunfähigkeit: Krankheit der Neuzeit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.finanzguerilla.de">FinanzGuerilla.de</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><em>Heute möchte ich mal über ein Thema schreiben, das etwas &#8222;offtopic&#8220; ist und wenn überhaupt, dann nur am Rande mit Finanzen zu tun hat. Und zwar geht es um das Thema Beziehungsunfähigkeit und wieso ich das für ein gesellschaftlich sehr relevantes Thema halte. In meinen Augen entwickelt sich gerade in westlichen (über andere kann ich nicht urteilen) Gesellschaften ein Trend hin zu gestörten Paarbeziehungen und immer mehr Unzufriedenheit. Das hat in meinen Augen unterschiedliche Gründe. Auf diese will ich im Laufe des Artikels eingehen, genau wie ich gerne Lösungen aufzeigen möchte für das Problem. Falls ich nicht der einzige sein sollte, der das &#8222;Problem&#8220; als solches sieht.</em></strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Warnung: Heute wird es unangenehm!</h2>



<p>Aber eine kleine Warnung vorweg. Der Artikel wird unangenehm! Und auch ein klarstellender Hinweis: Ich schreibe heute über die klassische <strong>heterosexuelle Paarbeziehung</strong> zwischen <strong>Mann und Frau</strong>! Ob lesbische oder schwule Paare meine Gedankengänge nachvollziehen können, weiß ich nicht. Gerne würde ich einen gleichen Artikel aus deren Perspektive über deren Beziehungen lesen. Ich kann nur über <strong>Frau/Mann</strong> schreiben.</p>



<p>Der Beitrag heute soll neutral sein. Ich beziehe daher <strong>keine Partei für die männliche</strong> oder <strong>weibliche Seite</strong>. Ich bin selbst männlich und traue mir aber dennoch zu, auch die weibliche Perspektive bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen zu können. Schauen wir mal ob ich diesem Anspruch gerecht werde.</p>



<p>Außerdem berichte ich hier nur über <strong>meine eigenen, rein subjektiv empfundenen, Wahrnehmungen</strong>. Ich sage hier nicht, &#8222;<strong>so und so ist e</strong>s&#8220;. Aber ich nehme es nun mal gesellschaftlich so wahr und dir, lieber Leser, geht es womöglich auch so.</p>



<p>Zudem schreibe ich hier nicht über meine eigene Beziehung oder meine vor über 10 Jahren gescheiterte erste Ehe (ja ich habe es schon einmal hinter mir ;-)), sondern über <strong>aktuelle Feststellungen und Beobachtungen im erweiterten Bekannten- und Freundeskreis</strong>. Dies sind meist Personen zwischen <strong>Ende 20</strong> und <strong>Anfang 40</strong>. Jeweils auch mit Ausreißern in beide Richtungen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Beziehungen &#8211; Heutzutage ein heikles Thema</h2>



<p>Ich bin der Meinung, dass es heutzutage zwischen Mann und Frau <a href="https://www.freundin.de/psycho-beziehungsunfaehigkeit-alleine-ist-man-weniger-zusammen-140338.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">einfach nicht mehr &#8222;flutscht&#8220;</a>, wie es vielleicht noch in den <strong>90ern oder frühen 2000ern</strong> der Fall war. Geschweige denn in früheren Generationen. Wie gesagt, die Gründe hierfür sind mannigfaltig (Emanzipation der Frau; in der Realität nicht funktionierende &#8222;neue&#8220; Rollenverteilungen; Smartphones/Social Media; <a href="https://www.finanzguerilla.de/ruiniert-die-generation-z-unseren-wohlstand/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">YOLO-Zeitgeist</a>, etc.). </p>



<p>Ich habe den Eindruck, dass das Kennenlernen heutzutage wesentlich verkrampfter abläuft. Gerade das Thema <strong>Ansprechen des anderen Geschlechts</strong> ist heute mehr als heikel. Zumindest aus männlicher Perspektive. Ich wüsste nicht, wie schnell ich mich heutzutage wohl am Rande der <strong>sexuellen Belästigung</strong> bewegen würde, nur weil ich vielleicht einer attraktiven Dame gegenüber mein Wohlwollen signalisieren würde. Heute heißt es dann leider oft: &#8222;Du sexualisierst die Frau&#8220;. Du machst sie zum &#8222;reinen Objekt deiner Lust&#8220; etc. Einfach nur verkrampft!</p>



<p>In den USA müssen zum Beispiel schon an manchen Unis in Kalifornien wohl vor dem ersten Sex schon <strong>Einwilligungserklärungen</strong> von der Frau unterschrieben werden, nur <a href="https://www.sueddeutsche.de/panorama/nach-vergewaltigungen-an-us-unis-ja-zum-einvernehmlichen-sex-1.2153786" target="_blank" rel="noreferrer noopener">um jeglichen Verdacht auf Vergewaltigung auszuräumen</a>. In Deutschland hingegen haben die Jugendlichen wohl inzwischen auch immer später <a href="https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/studie-zur-jugendsexualitaet-das-erste-mal-sex-kommt-immer-spaeter" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ihr erstes Mal</a>. </p>



<p>Zwar glaube ich nicht, dass die beiden Dinge zusammenhängen. Sie signalisieren mir jedoch einen gewissen Zeitgeist, der das Problem <strong>Beziehungsunfähigkeit</strong> zumindest verschärfen könnte. Man geht mit dem Thema nicht mehr locker um, sondern technisch, verkopft und mit einer <strong>Absicherungsmentalität</strong>. Langweiliger geht&#8217;s nicht!</p>



<p>Kein Wunder dass heutzutage oft die &#8222;feige&#8220; Kontaktaufnahme über <strong>Social Media</strong> oder das <strong>Internet</strong> genutzt wird. Schlägt man über die Stränge? Wird man halt geblockt. Keyboard-Traumtypen, echte Gentlemen, selbstbewusste Supermänner? Abgerechnet wird am Ende im Real Life.</p>



<p>Leider gehen aus den wenigsten <strong>virtuellen Bekanntschaften</strong> tragfähige, langfristige Beziehungen hervor. So manche &#8222;Dauer-Tinderer&#8220; oder gar zahlende Kunden von <strong>Online-Partnerbörsen</strong> können ein jahrelanges und trauriges Lied davon singen. Der Frust steigt, die <strong>Beziehungsunfähigkeit</strong> ebenso. Mit der Zeit kann sie dann sogar in eine regelrechte <strong><a href="https://praxistipps.focus.de/beziehungsunfaehigkeit-das-sind-die-merkmale_104092" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Beziehungsunwilligkeit</a></strong> umschlagen. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Beziehungsunfähige Generation?</h2>



<p>So kompliziert wie der Start einer Paarbeziehung dann auch sein mag, so unverbindlich bleibt sie heutzutage wohl auch oft. Social Media machts möglich! Da schreibt <strong>SIE mit ihrem Arbeitskollegen</strong> oder <strong>ER mit seiner Praktikantin</strong> und der Partner/Partnerin zuhause hat keine Ahnung davon. Man möchte sich ja &#8222;alle Optionen offen&#8220; halten und sich nicht <strong>sein Leben diktieren</strong> oder <strong>einschränken</strong> lassen. </p>



<p>Auch nicht vom eigenen Partner. Dass es so aber dann auch nie mit einer <strong>langfristigen Beziehung</strong> mit <strong>Familie/Kindern</strong> funktioniert, sollte auch klar sein.</p>



<p>Was ist also los mit der heutigen Generation? Ist überhaupt die Generation &#8222;schuld&#8220;? Sind <strong>Smartphones</strong> und <strong>Social Media</strong> &#8222;schuld&#8220; an <strong>scheiternden Beziehungen</strong> und der <strong>steigenden Anzahl von Single-Haushalten</strong>? Sind es wie so oft die <a href="https://www.finanzguerilla.de/gezielte-manipulation-finanzielle-bildung-matrix/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Medien</a>? Oder ist es vielleicht umgekehrt: Heute sagt man eben selbstbewusster auch mal &#8222;<em>nein</em>&#8220; bzw. &#8222;<em>next</em>&#8220; wenn es in der Beziehung nicht mehr läuft? Sind die <strong>Ansprüche insgesamt gestiegen</strong>? Tappen wir in <a href="https://www.finanzguerilla.de/selbstoptimierung-als-sackgasse/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Social-Media Marketing-Fallen</a>, die uns immer das <strong>perfekte Leben</strong> mit <strong>perfektem Partner</strong> vorgaukeln? </p>



<p>Ganz ehrlich: Vermutlich ist es eine <strong>Gemengelage von allem ein bisschen</strong>. Aber schauen wir uns mal eine klischeeartige toxische Beziehung mit bösem Ende einmal an.</p>



<p><em>Trigger-Warnung! Ab hier wird es unangenehm und polarisierend. Womöglich entdeckst du in deiner eigenen Beziehung Elemente dieser stark verallgemeinerten Beziehungsphasen. Mach dich nicht verrückt, ein bisschen davon ist ganz normal. Wenn aber bei dir alle Phasen zutreffen, ist vielleicht Vorsicht angesagt.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Phasen der &#8222;perfekten&#8220; toxischen Beziehung</h2>



<p>Nun möchte ich wie eingangs erwähnt mal schildern, wie ich viele <strong>aktuelle Beziehungen sehe</strong> und welche Phasen <strong>sie durchlaufen</strong>. Da viele Beziehungen mit <a href="https://www.finanzguerilla.de/was-passiert-mit-meinem-kryptodepot-im-falle-einer-scheidung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Scheidung</a> und <a href="https://www.finanzguerilla.de/depot-fuer-kinder-steuerfrei-ins-erwachsenenalter/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Rosenkrieg um die Kinder</a> enden, bezeichne ich das folgende Beispiel daher als &#8222;toxisch&#8220;, da sowohl Mann als auch Frau schwer beschädigt aus solch einer Beziehung hervorgehen können. Von den Kindern ganz zu schweigen.</p>



<p>Die Phasen sind stark vereinfacht und in Stichpunkten, jeweils aus der männlichen und weiblichen Perspektive. Zudem beinhalten sie <strong>evolutionsbiologische</strong> Punkte der Geschlechter:</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 1: Das Kennenlernen</h3>



<p><strong>Er<em>:</em></strong> Typisches Alpha-Männchen; Selbstbewusst, charmant, etwas frech; hat viele Interessen, Hobbies und Leidenschaften; achtet auf seinen Körper und treibt Sport; hat Träume von einem spannenden und erfüllten Leben mit gewissem <strong>Nervenkitzel</strong>; Einklang von Karriere und Privatleben; Kinderwunsch und Verlangen nach einer Partnerin, die so tickt wie er; lernt SIE unkonventionell und ebenfalls selbstbewusst persönlich kennen; beide verlieben sich ineinander und haben tollen Sex, mehrfach am Tag.</p>



<p><strong>Sie</strong>: Schule beendet; Träume von der großen Welt und vielen Reisen; möchte ein spannendes Leben mit einem tollen Mann, der ihr Geborgenheit schenkt und sie auf Händen trägt; sucht einen starken Partner, der sie beschützen kann; sie übt ihre Hobbies aus und interagiert viel mit Anderen in ihrem &#8222;Social Circle&#8220;; Karriere hat einen gewissen Schwerpunkt; dann lernt sie IHN kennen. Einen charmanten und selbstbewussten Kerl. Beide verlieben sich ineinander und haben tollen Sex, mehrfach am Tag.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 2: Das Nestbauen</h3>



<p>Unser Paar hat nun schon ein paar Lenze auf dem Buckel (mindestens 1 Jahr) und möchte zusammen sesshaft werden. Die Beziehung läuft gut, jedoch nimmt der Sex ab dem ersten Jahr nach dem Kennenlernen an Qualität und Häufigkeit ab (ca. 2 x pro Woche).</p>



<p><strong>Er</strong>: Voll im Job und der Karriere; die Träume von damals sind der Realität des Brötchenverdienens gewichen; man reist zusammen viel und erlebt tolle Urlaube, man ist ja noch jung; erste Zweifel am Selbstbild des &#8222;Alpha-Männchens&#8220; seit dem Zusammenziehen in eine gemeinsame Wohnung; er sieht sich in einem &#8222;<a href="https://www.finanzguerilla.de/raus-aus-dem-hamsterrad/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hamsterrad</a>&#8220; gefangen; das Zusammenziehen hat im Großen und Ganzen dennoch funktioniert, man versteht sich nach wie vor toll. Sieht sich nun jeden Tag. Vor und nach der Arbeit.</p>



<p><strong>Sie</strong>: Voll im Job und der Karriere; gemeinsame Pläne von Haus, Hof, Kindern und dem Familienhund. So wird es ja vorgelebt! Der Social Circle ging den gleichen Weg, also passt man sich an; die Beziehung läuft gut, man &#8222;liebt sich&#8220; und hält zueinander. Dennoch stören inzwischen manchmal Kleinigkeiten an IHM&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 3: Die Familiengründung</h3>



<p><strong>Er</strong>: Guter Verdienst und tolle Karriere in der Firma; Kinder kommen in das Leben des Paares; man kauft sich Dinge, die man nicht braucht; er entdeckt seine Leidenschaft fürs Grillen im Garten der <a href="https://www.finanzguerilla.de/selbstgenutzte-immobilie-sinnvolles-investment-oder-nicht/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">gemeinsamen Immobilie</a>; die Hobbies von früher werden nur noch sporadisch ausgeübt &#8211; na klar, keine Zeit!; er <strong>soll/muss Dinge tun, die er langweilig findet</strong>; der Freundeskreis schrumpft; das Grillen, Bier und das fortschreitende Alter ruinieren den <strong>einst so sorgfältig gepflegten Körper</strong>; SIE schimpft heute wieder wegen Nichtigkeiten; ER möchte Harmonie und geht nicht darauf ein; Sex gibt es nur noch alle paar Wochen. Auch nur wenn SIE keine Kopfschmerzen oder ihre Tage hat.</p>



<p><strong>Sie</strong>: Der gute Verdienst ist dahin &#8211; Elternzeit! Sie liebt ihre Kinder, gibt ihnen aber dennoch unterschwellig die Schuld am Stillstand ihrer Karriere; der Partner nervt immer häufiger, obwohl er quasi kaum zuhause ist und Vollzeit arbeitet; Haushalt nervt! Als erfolgreiche Influencerin könnte man sich jemanden einstellen, der den unliebsamen Haushalt macht; die Kinder sind laut und schwierig, der Frust steigt; auf Sex hat SIE abends keine Lust und auch kaum noch Energie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 4: Die Kinder werden groß &#8211; Der Anfang vom Ende</h3>



<p><strong>Er</strong>: Der Frust über das Hamsterrad schlägt in <strong>Resignation</strong> um; er opfert sich und seine Träume &#8222;für die Familie&#8220;, arbeitet mindestens 9-10 Stunden täglich, weil sich das so gehört und die Rate für die Immobilie es erfordert; im Job kristallisiert sich heraus, dass auch ein <strong>goldenes Hamsterrad</strong> noch immer ein <strong>Hamsterrad</strong> ist; <strong>20 Jahre im Job</strong> hat er noch vor sich; soll es das gewesen sein? Wo ist das Leben hin? Er möchte wieder &#8222;verrückter&#8220; werden, alte Hobbies ausüben, neue entdecken; er will die Zeit zurückdrehen; Sex: Alle 2 Monate. Vielleicht.</p>



<p><strong>Sie</strong>: Mittlerweile wieder halbtags im Job; doppelte Belastung, nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Spagat zwischen <strong>Karriere und Familie</strong> belastet; Zack, heute wieder ein Anruf des <strong>Kindergartens/Schule</strong>, dass das Kind doch bitte vorzeitig abgeholt werden möge &#8211; Stress! &#8222;ER hat es gut, er muss sich mit so etwas nicht herumärgern&#8220;; wenn ER abends von der Arbeit bekommt, soll er erstmal die Kinder übernehmen, er hat heute ja &#8222;keinen Beitrag zum gemeinsamen Leben geleistet&#8220;; Aufkommende Rollenkonflikte. Sex? Mit so einem Faulenzer nicht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 5: Andere Wiesen sind grüner</h3>



<p><strong>Er</strong>: Ähnlich wie in Phase 4. Der Frust steigt, die <strong>Midlife-Crisis </strong>nagt; er hat etwas geändert und hat das Älterwerden der Kinder genutzt, wieder <strong>mehr Sport</strong> zu machen und <strong>Hobbies</strong> auszuüben; der Job verlangt ihm aber immernoch einen <a href="https://www.finanzguerilla.de/die-bedeutung-von-geld/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Großteil seiner Lebenszeit</a> täglich ab; er lässt sich nach wie vor in eine passive Rolle drängen und sich von Gegebenheiten des Lebens seinen Weg diktieren. Resigniert, reaktiv; Abends nur passiv auf die Couch; Sex? Fast gar nicht mehr.</p>



<p><strong>Sie</strong>: Hasst ihn dafür; früher war er ein selbstbewusster Rebell, jetzt ein (an sie?) angepasster Langweiler; auch SIE macht nun mehr Sport, da die Kinder mehr zum Selbstläufer wurden; sie treibt <strong>Sport</strong>, <strong>Pilates</strong> und <strong>Yoga</strong>; ihr Social Circle aus lauter getrennt lebenden oder <strong>Single-Freundinnen</strong> zeigt ihr wieder eine andere Welt voller Leichtigkeit, Parties, Freizeit und Alkohol; SIE blüht sozial auf, ist dann aber wieder gefrustet, sobald sie daheim ist; dass sie Sport macht und außer Haus gut drauf ist, hat auch ihr <strong>Arbeitskollege</strong> bemerkt; mit ihm <strong>schreibt sie nun eifrig auf Instagram/Whatsapp</strong>; die &#8222;Geschäftsreise&#8220; verlagerte sich dann kurzerhand in das Schlafzimmer ihres Arbeitskollegen. Die &#8222;Geschäftsreisen&#8220; nehmen komischerweise zu; Reiz des Verbotenen, Abenteuer!</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 6: Scheiden tut weh</h3>



<p><strong>Er</strong>: Bekommt irgendwann spitz, dass sie sich mit ihrem Arbeitskollegen amüsiert und stellt SIE zur Rede; SIE reagiert gereizt, <strong>aggressiv und beendet die Ehe</strong>; immerhin sei alles seine Schuld; seine Welt bricht zusammen, auch wenn das Gewohnte/Alltägliche längst auch für ihn keinen Reiz mehr hatte; da geht&#8217;s ums Prinzip, immerhin wurde ja ER verlassen (angekratztes Ego); er macht sich Sorgen um das zukünftige Verhältnis zu seinen Kindern; er kümmert sich um die Formalitäten der Scheidung, nachdem seine Versuche zur Rettung der Ehe an der Bereitschaft seiner Noch-Ehefrau scheiterten. <strong>Sex? Handbetrieb</strong>. Maximal. Wenn überhaupt noch Lust dazu.</p>



<p><strong>Sie</strong>: Schlechtes Gewissen Fehlanzeige; ER ist ja selber Schuld, dass er zu einem Langweiler wurde; der Arbeitskollege hingegen ist &#8222;spannend&#8220;. Der Reiz des &#8222;Verbotenen&#8220;; Immerhin erlebt man mit ihm ja &#8222;<strong>quality time</strong>&#8220; abseits der Arbeit; seine dreckigen Unterwäschen bleiben bei ihm zuhause und sind nicht ihr Problem; mit ihm ist alles so spannend, neu und aufregend; endlich wieder <strong>leben</strong> und <strong>als Frau Wertschätzung erfahren</strong>; sie kann es kaum noch erwarten, zu ihm zu ziehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Phase 7: Vollzogene Trennung</h3>



<p><strong>Er</strong>: Mittlerweile <strong>ein Jahr geschieden</strong>; er blüht so langsam wieder auf; übt seine alten Hobbies wieder aus, ist wieder selbstbewusst und bisschen Mistkerl; geht wieder mit seinen Jungs was trinken; sein Körper nimmt wieder sportlichere Konturen an; sieht seine Kinder alle 2 Wochen und zahlt <strong>Unterhalt an seine Ex-Frau</strong>, die den Unterhalt teils in Südsee-Reisen mit ihrem Neuen investiert; die gemeinsame <strong>Immobilie</strong>? Verkauft; alles in allem geht es ihm wieder gut; er macht konsequent &#8222;sein Ding&#8220;. Sex? Immer mal wieder mit wechselnder Besetzung und konsequenter Verhütung! </p>



<p><strong>Sie</strong>: Hat für ihren Ex-Mann immernoch <strong>nur Verachtung übrig</strong>; Heiraten wird sie den Arbeitskollegen nicht, da sonst ihr Ex ja nicht mehr finanziell bluten müsse; sie ist bei ihm eingezogen; sie reisen viel und genießen das Leben; er akzeptiert die Kinder seines Vorgängers; bald <a href="https://www.finanzguerilla.de/kinderdepot-steuerfreie-nachwuchsaktionaere-teil-2/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">sind die Kinder volljährig</a> und verlassen das Haus; sie arbeitet Vollzeit; der Arbeitskollege fängt irgendwie langsam an zu nerven; immerhin sieht man sich nicht nur zuhause, sondern auch noch bei der Arbeit&#8230;</p>



<p><strong>&#8230;&#8230;to be continued!</strong></p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit zum geschiedenen Ehepaar:</h2>



<p>So frei erfunden die oben genannte Geschichte auch war, so traurig ist, dass ich alle Elemente davon in vielen <strong>Beziehungen</strong> tatsächlich so im echten Leben mitbekommen habe. Letztendlich habe ich dort immer ein <strong>Muster</strong> erkannt, welches ich als <strong>Wurzel allen Übels</strong> bei Beziehungen bezeichnen würde: </p>



<pre class="wp-block-verse"><em><strong>Sie lernt IHN kennen als Jemand, der so ist, wie sie ihn gerne möchte (selbstbewusst, charmant, frech, kurz: Alpha-Männchen), um ihn dann mit der Zeit zu ändern in Jemanden, den sie nicht mehr möchte (Langweiler, Versorger-Typ, Couch-Potato).</strong></em></pre>



<p>Ich finde es gibt nichts wichtigeres für ein Paar, als sich dieses Muster bewusst zu machen. <strong>Seine</strong> Aufgabe ist hierbei, sich <strong><em>nicht</em> ändern zu lassen</strong>, sondern lediglich <strong>positiv weiterzuentwickeln</strong> auf Grundlage der Charaktereigenschaften zur Anfangszeit, in die<strong> SIE sich schließlich auch verliebt hat</strong>. </p>



<p><strong>Ihre</strong> Aufgabe wäre es, ihn von einer <strong>unvorteilhaften Änderung abzuhalten</strong> und ihn dazu zu ermuntern, eben <strong><em>nicht</em> zu einem Langweiler zu werden</strong>. Davon würde unter dem Strich sie selbst auch ungleich mit profitieren. Vielleicht könnte sie hierbei auch <strong>das schablonenhafte Klischee</strong> eines angeblich gelungenen (angepassten) Lebens von der Stange abwerfen.</p>



<p>Wenn man sich diese Dynamik aber nicht bewusst macht, tappt unser frisch geschiedener Ex-Mann womöglich wieder in die gleiche Falle bei seinen Eskapaden. Genau wie SIE vielleicht wieder in die gleiche Falle tappt und durch Nörgelei und Schimpferei ihren neuen Arbeitskollegen ebenfalls <strong>zum Langweiler macht</strong> (im Fachjargon: <strong>Betaisierung</strong>). Was dazu führt, dass sie auch diesen wieder verlässt, um sich ein neues vermeintliches &#8222;Alpha-Männchen&#8220; zu suchen. </p>



<p>Gerade auch bei Promis kann sich dieses Schema überraschend häufig wiederholen, ohne dass daraus gelernt wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Stirbt der Sex, stirbt die Beziehung</h2>



<p>Was ich ebenfalls festgestellt habe:</p>



<pre class="wp-block-verse"><strong><em>Stirbt der Sex, dann stirbt auch die Beziehung</em></strong></pre>



<p>Neben dem oben genannten &#8222;Geheimnis&#8220; einer <strong>glücklichen Beziehung</strong> ist auch der Punkt <strong>Sexualität</strong> enorm wichtig. Zwar kann man auch <strong>Beziehungen ohne Sex</strong> führen, jedoch hat das dann Charakteristika einer Zweck-WG. Wenn Kinder und/oder wirtschaftliche Abhängigkeiten (Ehe, gemeinsame Immobilie, Unterhalt etc.) dazu kommen, tut man definitiv gut daran, möglichst häufig und abwechslungsreich Sex miteinander zu haben.</p>



<p>Andernfalls beschleunigen sich so negative Beziehungsdynamiken noch zusätzlich. Mit genügend gutem Sex kriegt man vielleicht noch die Kurve.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ist die Gesellschaft schuld an scheiternden Beziehungen?</h2>



<p>In meinen Augen sind in gewisser Weise auch die <strong>modernen Rollenbilder</strong> der Gesellschaft schuld an der Misere bei Beziehungen und der <strong>Beziehungsunfähigkeit</strong> vieler. Wenn beide nur jeweils 50% der Arbeit nachgehen oder sich 50% der Familie widmen, dann gehen notgedrungen trotzdem jeweils 50% verloren. Will heißen: Ich bin skeptisch, dass das Konzept dauerhaft und für Jeden funktioniert. Es funktioniert zwar &#8222;irgendwie&#8220;, aber alleine die Entwicklungen bei <strong>Beziehungen / Ehen</strong> mit rekordhohen <strong>Scheidungsraten</strong> und <strong>Beziehungsunfähigkeiten</strong> sprechen dagegen.</p>



<p>Wäre dieses Model so über jeden Zweifel erhaben, dann dürften die Beziehungen / Ehen ja gerade eben <em><strong>nicht</strong></em> so häufig scheitern. Das Gegenteil scheint aber der Fall zu sein. Immerhin wurden im <strong>Jahr 2021</strong> <strong>39,9% der Ehen</strong> geschieden (<a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/76211/umfrage/scheidungsquote-von-1960-bis-2008/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle</a>). Ich wage zu behaupten, dass hierunter auch sehr viele Ehen mit <strong>Aufgabenteilung</strong> und <strong>Teilzeit</strong> fallen.</p>



<p>Der <strong>Feminismus</strong> hat hier vielleicht ebenfalls einen <strong>negativen Beitrag</strong> dazu geleistet, dass es zwischen den Geschlechtern einfach nicht mehr so richtig rund zu laufen scheint. Gar nicht daran zu denken, wenn sich die Gesellschaft auch hier in zwei Lager polarisiert: In feministische &#8222;Beziehungsgegner&#8220; oder das inzwischen männliche Pendant der <strong>MGTOW</strong>-Bewegung aus den <strong>USA</strong>. Dies steht für &#8222;<strong>Men Going Their Own Way</strong>&#8222;.</p>



<p>In deren Augen sollten sich Männer <strong>gänzlich fern halten von Frauen, da diese grundlegend toxisch seien und der Mann in der heutigen Zeit bei Scheidungen etc. nur verlieren könne</strong>. Daher solle man gar keine Ehe mit Frauen eingehen und sie allenfalls nur für den schnellen Spaß für Zwischendurch aufsuchen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Men_Going_Their_Own_Way" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Quelle</a>).</p>



<p>Nun, ich denke so weit sollte es nicht kommen. Auch glaube ich, dass es auch wieder Annäherungsphasen geben wird, wenn grundlegende Streitpunkte vielleicht mal geklärt würden.</p>



<p><strong><em>Welche Erfahrungen hast du bereits mit Beziehungsunfähigkeiten gemacht?</em></strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.finanzguerilla.de/beziehungsunfaehigkeit-krankheit-der-neuzeit/">Beziehungsunfähigkeit: Krankheit der Neuzeit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.finanzguerilla.de">FinanzGuerilla.de</a>.</p>
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