Think and Grow Rich Rezension

Heute möchte ich dir wieder eine Rezension zu einem Buch vorstellen, welches ich die letzten Tage beendet habe: Es geht um das Buch „Think and Grow Rich“ von Napoleon Hill. Hierzulande dürfte es den Meisten allerdings eher unter dem deutschen Titel „Denke nach und werde reich„* bekannt sein. Wie gesagt habe ich das Buch die letzten Tage und Wochen gelesen und möchte dir hier nun meine Meinung dazu mitteilen.

Philosophische Hintergründe des Buches

Dieses Buch zählt zu den Klassikern der US-amerikanischen Selbsthilfe- bzw. Persönlichkeitsentwicklungsliteratur. Hier geht es also wieder mehr um die Themen Mindset und Philosophie, weniger um konkrete Sach- und Fachanleitungen.

Das englischsprachige Original stammt übrigens aus dem Jahre 1937, hat also schon ein paar Lenze auf dem Buckel. Ausschlaggebend war seinerzeit für den Autor die Weltwirtschaftskrise von 1929. Diese Finanzkrise wird auch an mehreren Stellen im Buch explizit erwähnt. Vielleicht war das Buch als eine Art Mutmacher für das Amerika nach der Finanzkrise gedacht.

Autor des Buches ist Napoleon Hill, der seineszeichens im Jahre 1883 geboren wurde und im stolzen Alter von 87 Jahren im Jahre 1970 verstarb. Hill war dabei ein Vertreter einer ganz eigenen Glaubensrichtung:

Die Neugeist-Bewegung

Napoleon Hill war ein Anhänger der sogenannten Neugeist-Bewegung (engl. New Thought Movement). Hierunter versteht man eine Glaubensphilosophie, welche sich aus dem Christentum ableitete. Sie zeichnet sich unter anderem durch den Glauben an eine „universelle Kraft“ aus, zu welcher Menschen durch Schwingungen Kontakt aufnehmen können. Positive Schwingungen sollen demnach Positives bewirken, negative Schwingungen entsprechend Negatives.

Wer hier nun Parallelel zu dem Anfang der 2000er Jahre auch verfilmten Buches „The Secret„* der Autorin Rhonda Byrne sieht, hat Recht: Auch Rhonda Byrne ist eine Autorin der Neugeist-Bewegung. Daher decken sich auch viele Aussagen der beiden Bücher. Nur eben mit dem Unterschied, dass „Think and Grow Rich“ quasi der Großvater von „The Secret“ ist, welches erst im Jahre 2007 veröffentlicht wurde und sich einen riesigen Fankreis aufgebaut hat. Überall werden „The Secret“ und dessen „Gesetz der Anziehung“ rezitiert.

Vereinfacht auf einen Nenner gebracht, besagt die Neugeist-Bewegung bzw. deren Philosophie: Was auch immer du ins Universum aussendest, kommt irgendwann zu dir zurück. Daher spielen in deren Philosophie auch Themen wie Autosuggestion, positive Selbstgespräche und das Unterbewusstsein eine große Rolle. So leitet sich zum Beispiel auch das Gesetz der Anziehung (engl. „Law of attraction“) von der neugeistlichen Sichtweise ab.

Hier kannst du dir mal die ersten 20 Minuten von The Secret kostenfrei anschauen, um ein Gefühl für dieses Weltbild zu bekommen:

Übrigens auch „Lead The Field“ von Earl Nightingale, über welches ich in diesem Artikel eine Rezension verfasst habe, schlägt in diese Kerbe. Napoleon Hill bzw. dessen Stiftung werden sogar explizit in „Lead The Field“ erwähnt.

Inhalt von Think and Grow Rich

Wie oben bereits erwähnt, steht die gesamte Philosophie im Zentrum des Buches. Zunächst benötigt man ein dringendes Anliegen (z.B. viel Geld). Durch Autosuggestion soll man sich quasi dann in die Rolle eines Reichen hineinversetzen, um dadurch das eigene Unterbewusstsein zu triggern.

Dieses soll dann in einem zweiten Schritt automatisch Wege finden, die dich dann tatsächlich zu dem imaginierten Reichtum führen. Der Autor nennt diese Vorgang dann schöpferische Intelligenz, welches letztendlich eine Standleitung des eigenen Gehirns mit dem Universum bezeichnet. Das Universum wiederum verschickt dann die Ideen, die zur Verwirklichung des Anliegens führen.

Am Anfang von „Think and Grow Rich“ werden diverse Zitate von Befürwortern der Lehre Napoleon Hills aufgeführt, die vermutlich die Seriosität des Buches betonen sollen. Zudem werden viele Prominente aus der amerikanischen Geschichte aufgeführt, die offenbar durch Anwendung der oben genannten Gesetzmäßigkeiten zu Ruhm und Reichtum gelangt sein sollen. Auch hier sendet „The Secret“ einen mehr als deutlichen Gruß.

Die Weltwirtschaftskrise 1929

Namentlich z.B. Henry Ford, Theodore Roosevelt und Dr. Alexander Graham Bell. Kleiner Sidefact am Rande: Graham Bell gilt als Wegbereiter des Telefons. Die Funktionsweise des Telefons, genau die die der Elektrizität wird ebenfalls auf die Schwingungsebenen des Universums zurückgeführt.

Zudem steht im Buch die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die anschließende Depression und Rezession im Zentrum. Hier zieht der Autor dann auch die (gefährliche?) Schlussfolgerung, dass die Wirtschaftskrise auch deswegen so schlimm wurde, weil viele Menschen gleichzeitig negative Gedanken an das Universum geschickt haben. Das Universum habe diese „Befehle“ dann nur befolgt…

Die Geschichte von Edwin C. Barnes

Große Bedeutung nimmt in „Think and Grow Rich“ auch die Geschichte von Edwin C. Barnes ein: Dieser soll unbewusst durch Anwendung der im Buch beschriebenen Gesetzmäßigkeiten und entsprechende Hartnäckigkeit zum Partner von Thomas Alva Edison geworden sein. Dies ist quasi das komplette erste Kapitel. Es wird im Buch also erst ein Präzedenzfall geschaffen und dieser dann anhand der Gesetzmäßigkeiten des Äthers (Universums) erklärt.

In den nachfolgenden Kapiteln geht es um Themen wie Glaube, Systematische Planung, das Unterbewusstsein, Selbstvermarktung, den „sechsten Sinn„, die Umwandlung sexueller Energie und die Wichtigkeit von schnellen Entscheidungen.

Alles zusammen ergibt einen spirituellen Cocktail, den man genießen kann, aber nicht zwingend muss. Eine gewisse geistige Offenheit ist zudem unbedingte Voraussetzung für das Buch, ansonsten legst du es nach den ersten Kapiteln lachend zur Seite.

Die 6 Grundängste der Menschen

Wiederum richtig gut gefallen hat mir das Ende des Buches, wo es um die elementaren 6 Grundängste des Menschen geht und wie diese den Erfolg und die Lebenszufriedenheit sabotieren.

Laut Buch sind dies die Angst vor…

  • Armut
  • Kritik
  • Krankheit
  • Verlust der Liebe eines anderen Menschen
  • Alter
  • Tod

Der Autor erklärt in einem ersten Schritt, wie sich die verschiedenen Ängste äußern, also wie man sie bei sich erkennt. In einem zweiten Schritt zeigt er Wege aus der Angst und wie man die Angst aus dem eigenen Leben verbannen kann.

Ich denke besonders an dieser Stelle kann Jeder etwas Nützliches für das eigene Leben herausziehen.

Fazit:

Das Buch macht es mir nicht leicht: Auf der einen Seite liefert es eindeutige Abläufe und Vorgehensweisen, an die ich mich halten soll, um dann letztendlich reich und erfolgreich zu sein. Auf der anderen Seite bin ich etwas skeptisch gegenüber dem spirituellem Unterbau des ganzen Buches und auch anderer US-amerikanischer Motivationsbücher (siehe oben).

Entweder man glaubt an die Prinzipien des Gesetzes der Anziehung, sprich der Lehre der Neugeist-Bewegung, oder eben nicht. Wer nicht daran glaubt, kann wiederum die Prinzipien im Buch nicht umsetzen und nicht erfolgreich werden (da man ja negative Glaubenssätze hat und das Universum „wegstößt“). Die Lehre ist also ziemlich clever: Skeptiker scheitern, da sie nicht glauben, Erfolgreiche sind dies aufgrund des Gesetzes geworden – wenn auch vielleicht nur unbewusst.

Ich selbst würde mich in der Mitte der beiden Lager einordnen. Ich glaube nicht an „Bestellungen ans Universum“, dennoch glaube auch ich, dass das Unterbewusstsein und Glaubenssätze extrem hilfreich oder extrem destruktiv für das eigene Leben sein können.

Wenn du mit Büchern wie „The Secret“ oder Earl NightingalesLead The Field“ etwas anfangen konntest, dann wirst du auch von Think and Grow Rich begeistert sein. Eine kleine Warnung noch zum Schluss: Der Schreibstil entspricht dem aus dem Jahre 1937, weshalb es manchmal etwas umständlich zu lesen ist. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber daran.

Bewertung:      4,1 / 5

Taschenbuch: 320 Seiten

Verlag: FinanzBuch Verlag (24. August 2018)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 9783959721714

ISBN-13: 978-3959721714

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