Spartipps für Konsumbewusste

Wer sich ein Vermögen aufbauen möchte, kann dies auf zweierlei Weise tun: Sein Einkommen erhöhen oder seine Sparleistung steigern, sprich indem man mehr behält als man ausgibt. Klare Sache: Am einfachsten und schnellsten geht es natürlich wenn man Beides gleichzeitig tut. Soweit auch nachvollziehbar.

Das würden die meisten Leute vermutlich als Allgemeinplätze so absegnen. Was aber, wenn du wirklich mehrere Hundert Euro im Jahr sparen kannst…

A) …ohne dass es dir wehtut und…

B) …du es noch nicht einmal großartig bemerkst?

Das nämlich kann so ziemlich jeder Haushalt, indem man oft nur an winzig kleinen Stellrädchen dreht. Im folgenden daher nun meine Spartipps für Konsumbewusste, wobei manche Vorschläge natürlich mit einem gewissen Augenzwinkern gemeint sind:

Spartipps für einen effizienten, sparsamen und nachhaltigen Haushalt

1. Komposthaufen statt Biotonne

Das geht natürlich nur, wenn du auch einen Garten oder zumindest einen kleinen Grünstreifen dein Eigen nennst. Wenn du einen Komposthaufen pflegst, kannst du dir in vielen Gemeinden die Kosten für die Biotonne sparen. Es ist schier unglaublich, was die Natur zum verarbeiten im Stande ist, wenn man sie nur lässt.

Sprich: Einen Großteil deiner Küchenabfälle, deines Rasenschnitts, deiner Pflanzenabfälle und Obstreste kannst du mit gutem Gewissen auf den Komposthaufen* werfen. Er verarbeitet es für dich und schenkt dir im Gegenzug frische Erde, die du wiederum selbst verarbeiten oder weiter verschenken kannst.

Übrigens: Wenn deine Biotonne abgeholt wird, machen die Abfallbetriebe genau das Gleiche mit deinen Abfällen. Je nach Stadt/Gemeinde werden die Abfälle in großen Anlagen zu Erde kompostiert oder eben zu Biogas verarbeitet.

Sparpotential: 30-150 Euro / Jahr bzw. 2,50 – 12,50 Euro / Monat (je nach Behältergröße)

2. Stromanbieter wechseln

Die meisten Haushalte werden bei ihrer Gründung im Tarif des örtlichen Grundversorgers eingestuft. Hier bleiben die Leute dann beinahe als ob es Gesetz wäre oftmals Kunde. Dabei ist ein Wechsel heutzutage unter Zuhilfenahme der ganzen Vergleichsportale eine Sache weniger Mausklicks. Ja ja ich weiß, es ist lästig, spießig, nervt und macht einfach keinen Spaß.

Aber: Dafür zahlst du einen erheblichen Mehrpreis, für ein und dieselbe Leistung: Es kommt Strom aus deiner Steckdose. Crazy! Also: Stromunterlagen hervorholen, ein Vergleichsportal aufrufen und online wecheln. Am besten morgen…Spaß! JETZT.

Sparpotential: Ca. 10-30 Euro / Monat



3. Gasanbieter wechseln

Jooo, gilt naürlich das Gleiche. Auch bim Gastarif stecken viele deiner Euros, die nicht sein müssten. Auch hier kannst du wechseln und das Geld sofort anders investieren. Zum Beispiel in Bier*! Nee natürlich nicht, in nen ETF-Sparplan (gäääähn) natürlich.

Sparpotential: Ca. 10-30 Euro / Monat

4. Leuchtmittel in LED tauschen

Hier kann ich aus eigener Erfahrung sprechen: Alleine durch den Tausch von LED-Leuchtmitteln* vor einigen Jahren habe ich – ohne meine Beleuchtungszeiten zu ändern – bereits nach einem Jahr eine Rückzahlung meines Stromanbieters von 120 Euro erhalten. Das sind also 10 Euro / Monat. Allerdings um fair zu bleiben: Ich musste natürlich erstmal investieren und sämtliche Leuchtmittel ersetzen. Hierzu musste ich natürlich erstmal investieren.

Eine Investition war es dann tatsächlich, da ich die Kosten bereits nach dem ersten Jahr wieder drin hatte. Danach war ich quasi „im Gewinn“. Das beste dabei: In meiner Wohnung war es sogar noch heller als vorher zu Zeiten von Glühbirne und Halogen. Und das noch ganz ohne giftiges Quecksilber der Energiesparlampen. Coole Sache also.

Sparpotential: Ca. 10-20 Euro / Monat

5. Versicherungen kritisch prüfen und ggf. wechseln

Würg, das nächste Thema von Otto Normalspießer: Versicherungen! Wenn du schon denkst, dass der Strom- und Gaswechsel ätzend ist, dann warte erstmal ab, wenn du dich durch deine ganzen Versicherungspolicen kämpfen sollst, um überhaupt mal zu verstehen, was da in deinen Aktenordnern so schlummert.

Aber ob du es glaubst oder nicht, die meisten Deutschen haben nicht nur Versicherungen die sie zum Teil gar nicht brauchen, sondern zum Großen Teil auch noch welche die viel zu teuer sind! Ein unabhängiger Vergleich oder Versicherungscheck kann da manchmal Wunder bewirken. Neben wenigen Versicherungen, die tatsächlich im Einzelfall wichtig sein können (Haftpflicht, Hausrat, Gebäude, Berufsunfähigkeit, KFZ, Krankenversicherung), gibt es allerhand Zeug, was kein Mensch braucht.

Eine Optimierung kann sich hier richtig lohnen! Unter Umständen kannst du hier sogar im dreistelligen Bereich Geld sparen, ohne dass du dabei essentielle Lebensrisiken eingehst. Teilweise bekommst du sogar bessere Versicherungen für weniger Geld, sodass dir wieder mehr Geld bleibt für Bier. Ähm, den Etf-Sparplan meine ich.

Sparpotential: Ca. 50-100 Euro / Monat


6. Kabelanschluss kritisch prüfen und ggf. kündigen

Kein Witz: Ich habe seit Mitte 2015 kein reguläres TV mehr geschaut. Seitdem schaue ich ausschließlich auf den einschlägigen Videoportalen wie Amazon Prime* und Netflix oder eben interessenabhängige Videos auf Youtube. Falls es mich dochmal überkommt und ich die Staatsmedien konsumieren möchte, geht auch das per App und ohne Kabelanschluss. Fehlt mir bisher dabei etwas? Keineswegs, im Gegenteil. Ich würde mich nicht als vom Leben abgehängt bezeichnen, nur weil ich kein Dschungelcamp mehr konsumiere.

Vor kurzem habe ich tatsächlich meinen Kabelanschluss gekündigt. Der nette Herr am Telefon fiel aus allen Wolken als er mich fragte:

Er: „Ok, Sie haben einen Fernseher, oder?“

Ich: „Ja.“

Er: „Und Sie wollen den Kabelanschluss kündigen?“

Ich: „Ja, genau so.“

Er: „Und was machen Sie dann mit Ihrem Fernseher?“

Ich: „(Zugegebenermaßen ich wollte sagen: Kaffee kochen!) Fernschauen. Übers Internet!“

Er: „Ah ok. Ja dann vermerke ich Ihre Kündigung.“

Nee mal im Ernst: Ich habe seitdem nicht weniger Informationen bekommen, noch fehlt mir irgendetwas. Über die Qualität des heutigen TV brauchen wir glaube ich sowieso kein Wort verlieren. Auch dass es in den meisten Fällen schlicht und ergreifend Lebenszeitverschwendung ist, sollte sich herumgesprochen haben.

Exkurs: Unbedingt den Aufsatz über die News-Diät von Rolf Dobelli lesen. Er bringt es voll auf den Punkt. Nunja, ich setze diese News-Diät eben durch Fernsehverzicht für mich um. Die ganzen lustigen News auf meinem Smartphone folgen dann vielleicht irgendwann, wobei das eine ganz andere Herausforderung für mich ist…

Sparpotential: Ca. 17,50 Euro / Monat



7. Abonnements kritisch prüfen und ggf. kündigen

Na, erwischt? Bist auch du zufällig Jemand, der trotz neuer Medien noch immer eine TV-Zeitschrift als Abo bezieht? Nunja wenn es nur die paar Cent pro Ausgabe sind ist es halb so schlimm. Wenn du aber überlegst, wieviele Abos und versteckten Abos es gibt, kann einem durchaus schwindelig werden. Ein Videospiel-Abo (Playstation Network* oder Microsoft) hier, eine Videoplattform dort, Zeitschriften-Abos und dann noch Kabelgebühren on Top (siehe Punkt 6) und schon hast du knapp 30-40 Euro pro Monat laufende Kosten.

Gegen so Plattformen habe ich ja gar nichts, wäre ja auch geheuchelt, da ich sie selber habe. Aber wenn man dann noch einen Internetanschluss und den Handyvertrag dazunimmt, ist man locker bei 100 Euro pro Monat, die stillschweigend und teils über Jahre hinweg abgehen. Das summiert sich ordentlich über die Zeit! Also: kritisch prüfen! Vor allem die Abos aus dem letzten Jahrhundert 😉

Sparpotential: Ca. 30-40 Euro / Monat

8. Wohnungsgröße kritisch hinterfragen

Ja ich höre dich schon aufschreien und deinen Bauch gegen mich rebellieren. „Das hat er jetzt nicht wirklich gesagt, oder?“ Doch, hat er. Ich wage zu behaupten, dass die meisten Singles in Deutschland in viel zu großen Wohnungen leben und damit eigentlich zu viel Miete bezahlen.

Ich spreche hier nicht von Familien oder Personen, die ein Arbeitszimmer benötigen (und brav von der Steuer absetzen), sondern wirklich von Singles und Alleinstehenden, die effizient leben wollen. Muss es eine Mietwohnung mit 80 m² sein oder reicht nicht auch eine mit 50 m² aus? Ok ich höre jetzt lieber auf, beim Thema Immobilien sind die Deutschen etwas…naja…sagen wir empfindlich. Also bin ich ruhig.

Sparpotential: Ca. 100-200 Euro / Monat

9. Telekommunikationskosten kritisch prüfen

Hier schließt sich der Kreis zu oben. Muss man heute noch einen Handyvertrag mit 60 Euro / Monat haben, wenn mit etwas Suche man die gleiche Leistung auch für 15-20 Euro bekommen kannst? Ok, weißt du wahrscheinlich selber. In diesem Thema sind die jungen Deutschen komischerweise wieder relativ fit. Drübergucken kannst du aber trotzdem mal.

Sparpotential: Ca. 5-20 Euro / Monat

10. Selber kochen statt Essen gehen

Ist auch klar: Selbst zu kochen ist in jeder Hinsicht günstiger und vermutlich auch gesünder als auswärts zu essen. Es braucht eben aber auch mehr Zeit. Wenn du selbstständiger Unternehmer bist, der 1000+ Euro auf die Stunde nimmt, dann kannst du natürlich lieber länger arbeiten und dann ins Restaurant gehen, anstatt selbst zu kochen und die 20-40 Minuten Lebenszeit ins Kochen zu investieren. Für alle Normalsterblichen sollte sich die Rechnung aber zugunsten des Selber-kochens verschieben.

Sparpotential: Nicht pauschalisierbar! Geschätzt: Ca. 60 Euro / Monat (3 x Restaurant à 20 Euro)


11. Einkäufe planen und NIE hungrig einkaufen gehen

Wenn du nun schon selbst kochst, dann brauchst du dazu natürlich auch die entsprechenden Zutaten. Dazu gehört, dass du deine Kochvorhaben planst und dann strikt nach den Rezepten einkaufen gehst. Wichtig: Bevor du einkaufen gehst: Esse etwas oder trinke nen halben Liter Wasser, um dienen Magen zu füllen! Dann kannst du den Verlockungen der Konsumindustrie am besten widerstehen und kaufst nicht irgendeinen Schrott, den du gar nicht benötigst. Klar, dass du dabei dann auch Geld sparst und kleinen Verlockungen besser widerstehst.

Sparpotential: Ca. 10-20 Euro / Monat

12. Leitungswasser trinken

Wieso teuren Sprudel oder stilles Wasser aus der PET? In Deutschland gehört das Leitungswasser zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Und wenn du dir Sorgen um Medikamente, Hormone und Schwermetalle im Leitungswasser machst: Die kommen auch in den besten Familien vor. Vittel und Konsorten beziehen ihr Wasser ja auch nicht vom Mond. Teilweise sind Quellwässer sogar stärker belastet als Leitungswasser (Quelle).

Übrigens:

In Einmal-PET-Flaschen befinden sich hormonell wirkende Bisphenole, also krebserregende Weichmacher (Quelle), die von den Kunststoffflaschen ins Wasser abgegeben werden können. Daher sollst du PET-Flaschen auch nicht der Sonne aussetzen. Also da bleibe ich lieber beim Leitungswasser 😉

Sparpotential: 5-10 Euro / Monat

13. Mieten statt Eigenheim

Ein weiteres heißes Eisen in Deutschland, im Schwabenländle ganz besonders. Ich habe dazu bereits meinen Teil gesagt, das brauche ich hier nicht wiederholen. Wer immernoch zweifelt, kann sich den Kommer* dazu mal reinziehen. Ist eigentlich alles dazu gesagt.

Sparpotential: Puh…les den Kommer, will jetzt keinen Stress mit dir

14. Geld intelligent investieren

Ganz klar. Hierum geht es ja schließlich hier auf der ganzen Seite. Wer sein Geld intelligent – also wertsteigernd – investiert, bekommt es in Form von passiven Erträgen (Dividenden, Mieten) oder Wertsteigerungen (Oldtimer, Kunst, Wein) zurück. Diese Erträge erhöhen natürlich dein monatliches/jährliches Budget, weshalb deine Fixkosten proportional schrumpfen. Du sparst damit zwar nicht, aber dein Vermögen wächst. Du bescherst dir quasi selbst eine Gehaltserhöhung bis zur vorzeitigen Rente. Also: Versuche dir ein zusätzliches Einkommen aufzubauen.

Falls du Tipps dazu brauchst: Hier findest du 14 Möglichkeiten eines passiven Einkommens.

Sparpotential: Je nach Sparquote enorm!



15. Eigener Pkw?

Einer der nächsten problematischen Spartipps: Aber zumindest wenn du in einer Großstadt lebst, frage dich: Brauchst du tatsächlich ein eigenes Auto? Oder reichen dir die modernen Carsharing-Systeme oder Mitfahrzentralen vielleicht aus?

Eventuell neigen sich ja tatsächlich die Zeiten des eigenen Pkw-Besitzes dem Ende zu. Bei vielen Studenten ist dies schon Realität. Selbstverständlich ist der Spartipp nicht für Jedermann umsetzbar. Aber komischerweise kommen die meisten Leute noch nicht einmal auf die Idee, diesen Bedarf objektiv zu prüfen.

Ich selbst habe übrigens auch ein eigenes Auto, daher heuchele ich hier mal nicht rum. Sobald es aber möglich ist, könnte ich mir durchaus vorstellen, mein Auto gegen ein günstiges Zweirad (125er Roller oder so) zu ersetzen. Macht mehr Spaß beim Fahren und ist günstiger.

Sparpotential: Round about 200-300 Euro / Monat (Sprit, Versicherung, Steuern, Verschleiß, TÜV und Inspektionen)


16. Hausmittel verwenden

Seien es Coca Cola gegen den verstopften Abfluss, Natron als Wunderwaffe so ziemlich gegen alles im Haushalt oder der Kaffeesatz als Düngemittel. Spartipps für den Haushalt, neudeutsch „Lifehacks“ gibt es massenhaft. Manches ist Quatsch, anderes wiederum funktioniert tatsächlich. Wenn günstige Hausmittel die teuren und chemischen Reiniger ersetzen können, dann spart das natürlich Geld und schützt die Umwelt. Wieso das nächste mal nicht einfach die Fenster mit feuchtem Zeitungspapier ausm Altpapier reinigen? Oder weiße Wäsche mit Grauschleier mit Eierschalen in einem gut verschlossenen Beutel waschen? Ausprobieren könnte man es ja mal.

Sparpotential: Ca. 5 Euro / Monat

17. Gebrauchte Dinge über Online-Börsen kaufen

Brauchst du etwas? Dann schau doch mal, ob Jemand anderes nicht genau das abgeben möchte was du suchst. Natürlich jetzt keine gebrauchten Socken oder so, aber wieso nicht einfach Babyspielzeug gebraucht kaufen? Oder bei Haushaltsauflösungen mal auf Schnäppchenjagd gehen? Bestimmt findest du das eine oder andere.

Sparpotential: Je nach  Kategorie erheblich!

18. Nicht mehr benötigte Dinge verkaufen

Anschließend an Punkt 17: Wieso Dinge wegwerfen, wenn du sie auch verkaufen oder verschenken kannst? Ist nicht nur im Sinne der Umwelt und der Nachhaltigkeit, sondern schont auch deinen Geldbeutel. Also: Mit dem Smartphone ein paar Bilder machen und per App kurz hochladen. Dauert 3 Minuten und lohnt sich!

Sparpotential: Kleinvieh macht auch Mist!

19. Sonderangebote nutzen

Auch im Netz gibt es immer mal wieder Schnäppchen und Sonderangebote. Vom Black Friday ganz zu schweigen. Du kannst erheblich sparen, wenn du diese Angebote nutzt. Aber nur wenn du die Sachen ohnehin gebraucht hättest! Kopfloser Konsum ist Quatsch, intelligenter Konsum ist Trumpf. Daher auch meine Rubrik „Guerilla-Sparen“ auf der Startseite.

Sparpotential: Ca. 10-20 % je nach Angebot

20. Bankgebühren sparen

Es gibt sie noch: Kostenlose Girokonten bei Banken. Laufende Gebühren sind Gift. Immer. Aber noch mehr, wenn man sie bezahlen soll für Dinge, die nur die nötigsten Grundbedürfnisse abdecken sollen – eben wie ein Bankkonto. Dazu gehört selbstverständlich auch ein kostenloses Wertpapierdepot, wie es sie bei mehreren Online-Banken gibt:

Sparpotential: Ca. 5-10 Euro / Monat


21. Wechsele deine Krankenversicherung

Machen komischerweise die wenigsten, aber: Wenn du in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert bist, lohnt es sich tatsächlich, auch mal die Anbieter zu vergleichen. Allein von Gesetz her, stimmen die Leistungen zu ca. 95% überein. Unterschiede gibt es dennoch im Bereich alternativer Behandlungen oder Bonus-Programme zum Beispiel bei regelmäßigem Sport.

Sparpotential: Ca. 30-50 Euro / Monat

22. Lass das Finanzamt für dich Sparen

Will heißen: Mache alles geltend, was rechtlich möglich und korrekt ist! Der Steuerzahler wird schon genug geschröpft in Deutschland, daher ist es nur legitim, das Finanzamt entsprechend beim Sparen zu beteiligen. Manche Versicherungen kannst du steuerlich geltend machen, genau wie Handwerkerkosten, Fahrtkosten und Aufwendungen für Fachliteratur und Fortbildungen.

Aber: Immer Belege sammeln und aufbewahren! Das nervt, lässt sich aber leider nicht verhindern.

23. Kaufe beim Discounter statt im Supermarkt

Im Discounter bekommst du oftmals die identischen Markenprodukte unter anderem Namen. Also wieso ein und dieselbe Sache mehr bezahlen als nötig? Vor allem wenn der Gewinn doch eh im betreffenden Konzern bzw. dessen Tochterunternehmen bleibt? Dann lieber das Geld sparen und selber für individuelle Zwecke (Konsum, Urlaub, Vermögensbildung) gebrauchen.

Ist dir schonmal aufgefallen, dass bei der gleichen Summe dein Einkaufswagen beim Discounter manchmal doppelt so voll ist wie beim Supermarkt? Jetzt stell dir mal vor, du machst das immer so…

Sparpotential: Ca. 10-20 Euro pro Einkauf

24. Bei freien Tankstellen tanken

Da ist das Benzin oft erheblich günstiger. Aber gib dich keinen Illusionen hin: 3 Cent gespart sind bei 50 Litern getankt trotzdem nur 1,50 Euro. Wer dafür aber einen Umweg von 5 Kilometern zu dieser Tankstelle fährt, lügt sich selbst in die Tasche. Hier lohnt es sich in meinen Augen dann doch mehr, an anderen Stellschrauben zu drehen. Bei LKW-Tanks sieht die Sache natürlich anders aus.

Sparpotential: Gering, ca. 1,50-3 Euro pro Tankvorgang

25. Heizungen in Wohnungen bei Verlassen nicht ausschalten

Machen leider sehr viele Menschen im Winter: Wenn man die Wohnung verlässt, wird selbstverständlich die Heizung ausgemacht. Man möchte ja schließlich Energie und Geld sparen. Blöd nur, dass sich die Wohnung dabei so stark abkühlt, dass das neuerliche Aufheizen viel mehr Energie verschlingt und teilweise die Wohnung bis zur Nachtabsenkung gar nicht mehr warm wird. Auch hier ist das Sparen gut gemeint, aber leider doof gemacht.

Sparpotential: Ca. 5 Euro / Monat (geschätzt)


26. Duschen statt Baden

Auch ein eher allgemeiner Spartipp: Wer duscht, verbraucht weniger Wasser und weniger Energie zum Aufheizen des Wassers. Gegen ein gelegentliches Bad im Winter ist natürlich nichts einzuwenden. Dennoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass man sich dabei nicht gerade ökologisch und ökonomisch sinnvoll verhält. Aber wir wollen dann ja mal nicht päpstlicher als der Papst sein…

Sparpotential: Je nach Badehäufigkeit zum Teil im Geldbeutel spürbar

27. Kredite vermeiden

Keine Kredite, wenn nicht absolut notwendig. Einer der wichtigsten Spartipps überhaupt. Absolut notwendig können Kredite bei Eigenheimwunsch sein. Ansonsten eher Finger weg. Nicht umsonst hat Gerald Hörhan, bekannt als Investmentpunk, Konsumschulden als einer der größten Finanzirrtümer der Mittelschicht bezeichnet. Und Recht hat er damit. Bei Schulden und Krediten aller Art, arbeitet der Zinseszinseffekt gegen dich. Glaub mir, das möchtest du nicht haben. Also LASSEN.

Sparpotenial: ENORM

28. Bewusst konsumieren

Zu guter Letzt noch der letzte und ebenfalls nicht unwichtige Spartipp: Konsumiere so wenig wie möglich und so viel wie nötig. Konsumiere dabei immer bewusst und genieße auch mal. Es spricht auch absolut nichts dagegen, sich auch mal was zu gönnen. Immerhin wäre unsere moderne Welt – und übrigens auch jedes noch so toll wachsende Wertpapierdepot – ohne Konsum nicht möglich.

Hier kritisiere ich etwas die derzeit moderne frugalistische Bewegung bzw. die Bewegung der Minimalisten: Wer den Konsum verweigert, zerstört letztenendes die Gewinne der Firmen, dadurch werden Arbeitsplätze gefährdet, Arbeitslosigkeit steigt, die Zahl der Einzahler in die Sozialsysteme sinkt, die Gefahr der sozialen Abhängigkeit von staatlichen Leistungen steigt und somit fällt auch das allgemeine Wohlstandsniveau der Gesellschaft bis zu dem Punkt, wo der Laden zusammenbricht.

Fazit:

Ich hoffe, dass du mit dem einen oder anderen der Spartipps etwas anfangen kannst und im besten Fall dein eigenes Ausgabeverhalten zumindest etwas modifizieren kannst. Wenn du dir die Mühe machst und mal die ganzen möglichen Einsparungen zusammenrechnest, wird klar, dass es durchaus möglich ist, über die Zeit viel Geld zu sparen, und dabei nicht merklich seine Lebensfreude einzuschränken. Viel Spaß beim Ausprobieren oder Umsetzen der Spartipps.

Falls du noch weitere Inspirationsquellen und Finanztipps benötigst, kann ich dir noch wärmstens meine Tipp-Sammlung empfehlen.

Wie ist deine Meinung? Habe ich etwas vergessen oder muss noch dringend etwas ergnzt werden?

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den ausführlichen Ratgeber zum Thema Geld sparen! Immer wenn ich mich dazu näher informieren wollte, habe ich im Prinzip lediglich „Verbindlichkeiten verringern“ gelesen :’D

    Das hier ist auf jeden Fall ein satter Beitrag mit viel Konsistanz, auch gut gegliedert, was ihn einfach zu lesen macht.

    Mein bester Spartipp für den „Normalo“ ist: Lebensmittel und Co. bei Aldi kaufen. Hat immernoch irgendwo einen schlechten Ruf bei manchen Personengruppen, aber ich finde, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist da echt phänomenal.

    Auf jeden Fall Danke für den schönen Beitrag!

    Georg von Börse-Existenzgründung

    1. Hallo Georg,

      Danke für dein Feedback! Ich glaube das liegt einfach daran dass Sparen in den Köpfen teilweise immernoch etwas Negatives ist und angeblich in Konkurrenz mit dem „das Leben genießen“ steht.

      Hoffe ich konnte einigermaßen rüberbringen, dass das nicht zwangsläufig so sein muss.

      Gruß
      Andreas

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