Sind faule Menschen erfolgreicher?

Sind faule Menschen erfolgreicher als weniger faule Menschen? Jeder halbwegs normal denkende würde diese Frage vehement verneinen. Eine eigentlich überraschende Erkenntnis oder zumindest Behauptung hat aber der Multimilliardär und Microsoft-Gründer Bill Gates aufgestellt. Demnach behauptet Bill Gates, dass es für einen Manager oder Chef wichtig ist, einen faulen Menschen für eine harte Arbeit zu finden. Warum?

Faul und dadurch effizient?

Weil der faule Mensch alles daran setzen wird, einen Weg zu finden, diese harte und nervige Arbeit effizienter und schneller zu erledigen! Soweit eigentlich einleuchtend und nachvollziehbar. Um diesen effizienteren und leichteren Weg zu finden, ist aber auch ein gewisser Intellekt notwendig. Daher gehen Manche so weit und behaupten, dass faule Menschen dadurch auch gleichzeitig intelligenter sind. Sie haben einfach die geistigen Voraussetzungen, um für ein komplexes Problem eine einfachere und bessere Lösung zu finden.

Die Denker und die Nicht-Denker

Auch gibt es eine Studie von John D. Watt und Michael J. Blanchard, die dieses Phänomen näher untersuchte. Es ging um die Frage ob Intelligenz und Langeweile in irgendeiner Form zusammenhängen. Hierzu teilten sie im Ergebnis Menschen grundsätzlich in zwei Gruppen ein:

  • Die „Denker“
  • und die „Nicht-Denker“

Wenn man die beiden Gruppen gegenüberstellt, fiel den Studienmachern folgendes auf:

  • Die Nicht-Denker waren wesentlich aktiver
  • Die Denker oftmals eher ruhiger und konzentrierter und weniger aktiv

Weiter wurden die Ergebnisse gleichzeitig in Verbindung mit dem Vermögen oder Unvermögen sich zu langweilen in Verbindung gebracht. Wesentliches Ergebnis der Studie:

  • dummen Menschen wird schneller langweilig und sie brauchen häufiger Beschäftigung (Anm. d. R. ist das vielleicht auch auf die heutige Smartphone-Sucht von jungen Menschen zu übertragen?! Nur so ein Gedanke…). Oftmals besteht diese Beschäftigung auch aus körperlichen Aktivitäten wie Sport etc.
  • intelligente Menschen haben ein größeres geistiges Potential, daher wird ihnen nicht so schnell langweilig. Zur Not finden sie immer etwas zu lesen oder sich mental zu beschäftigen

Soweit so gut. Und was kann man jetzt daraus mitnehmen? Dass Menschen, die immer nach einem einfachen Lösungsweg oder Möglichkeiten, diesen zu finden, suchen nicht dumm sind, sondern eher das Gegenteil der Fall ist.

Der Mensch ist von Natur aus faul

Befürworter der These bringen auch immer wieder an, dass der Mensch in seiner Grundprogrammierung evoutionär auf „faul“ programmiert ist. Zu viel Aktivität kostet Energie. Diese Energie muss in Form von Nahrung erst wieder erjagt werden, um ein Verhungern zu verhindern

Der Mensch ist somit auch schon von seiner Biologie her auf sparsam getrimmt und somit effizient.

Wer weitere Beispiel braucht, kann sich gerne auch mal in der Welt der griechischen Philosophen und Stoiker umschauen. Teilweise haben sie auch den lieben langen Tag nichts anderes gemacht, als sich der Muße hinzugeben – eine beschönigende Redewendung fürs Nichtstun. Böse Zungen könnten diese Mentalität auch der fernöstlichen Philosophie zuschreiben. Auch hier dreht sich Vieles um Themen wie Innere Ruhe, Meditation und Stressabbau.

Somit: Auch hier scheinen die Vordenker einen gewissen Wert im Nichtstun bzw. in der Entsagung des Tätigkeitszwanges der modernen Welt gesehen zu haben.

Sind faule Menschen erfolgreicher – teilweise ja, aber…

Das heißt natürlich aber nicht, dass Faulheit immer zum Erfolg führt. Gerade wer richtig erfolgreich sein will, muss zwingend auch überdurchschnittlich fleißig, diszipliniert und zielstrebig sein.

Zudem muss man hier betonen, dass sich auch der Mensch evolutionär geändert hat. Für Nahrung muss heutzutage nicht mehr den ganzen Tag durch die Steppe gelaufen werden, um das gleiche Spielchen Tag für Tag zu wiederholen.

Das Studienergebnis lässt sich daher eher auf abhängig angestellte Arbeitnehmer übertragen und nicht unbedingt auf Selbstständige oder Unternehmer. Schließlich liest man auch an anderer Stelle gerne über das sogenannte Pareto-Prinzip, was letztendlich auch die These vom Erfolg eines eher faulen Angestellten stützt.

Und wenn man ehrlich ist: Gibt es nicht in jedem Büro diesen einen Typen der nur das absolut Nötigste macht und dennoch seine Aufgaben und Projekte erledigt?! Jetzt wissen wir vielleicht, wieso er das schafft.

Intelligente Menschen fluchen, sind unordentlich und bleiben abends länger wach

Wenn wir aber gerade bei intelligenten Menschen sind: In einem weiteren Bericht habe ich vor kurzem gelesen, dass intelligente Menschen besonders häufig fluchen sollen. Zudem sollen sie überdurchschnittlich häufig unordentlich sein und weil es ja nicht schon schlimm genug ist, auch noch lange abends wach bleiben.

Die Erkenntnisse beruhen auf einer Reihe amerikanischer Studien, die wie die Überschrift zeigt kurz zusammengefasst werden können.

Wenn ihr also

  • oft flucht (zur Studie gehts hier)
  • unordentlich seid (zur Studie gehts hier)
  • und lange aufbleibt (zur Studie gehts hier)

stehen die Chancen nicht schlecht, dass ihr möglicherweise intelligenter seid, als ihr vielleicht glaubt. Mich persönlich verwundert das dann doch etwas, weil meine Beobachtungen im Leben eigentlich genau das Gegenteil zu belegen scheinen: Die meisten gesellschaftlichen „Problemfälle“ fluchen, sind unordentlich und bleiben lange nachts auf. Aber eines waren sie hierbei selten: Intelligent.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema?

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