Ruiniert die Generation Z unseren Wohlstand?

Die „eine Generation erschafft es, die zweite Generation vermehrt es, die Dritte bringt es durch“. So hört man gerne von älteren und erfahreneren Menschen, wenn es um das Thema Vermögensaufbau bzw. Altersvorsorge oder einfach Immobilienbesitz geht. Heute geht es um diesen Spruch und die Generation Z und ihre veränderten Lebensweisen und was diese für die Wirtschaft und Gesellschaft bedeuten könnten.

Vorurteile über die Generation Z

In einem anderen anderen Artikel habe ich mich bereits über die Generation Y geäußert, der auch ich angehöre. Vorab zur Klarstellung: Die genaue Abgrenzung der Generationen ist fließend und ist auch unter Forschern umstritten. Ich vertrete hier aber folgende Definitionen

  • Generation Y: Geburtsjahre 1980 – 1995
  • Generation Z: Geburtsjahre 1995 – 2010

Diese Definition deckt sich mit meiner Lebenserfahrung und trifft daher am ehesten meine Zustimmung.

Nun lese ich in letzter Zeit vermehrt Artikel über die neue technikaffine und instagramm-verliebte Generation Z und wie diese Generation ticken soll. Ich fasse nachfolgend mal Charakteristika zusammen, die sich so aus den verschiedenen Artikeln ergeben. Danach möchte ich die Charakterzüge kurz bewerten, was jedoch ausschließlich meine subjektiv empfundene Wahrheit sein kann:

Die Generation Z ist technikverliebt

Im Gegensatz zur Generation Y ist die aktuelle Generaion junger Menschen bereits mit dem Internet, Smartphones, Social Media usw. aufgewachsen. Das Internet feierte seinen Durchbruch ab etwa 1995. Ab hier änderte sich vieles auf der Welt, sowohl zum Positiven als auch zum Negativen. Gerade die Generation Z wurde schon von Kindesbeinen „digitalisiert“. Ein guter Internetanschluss ist für sie nahezu so wichtig wie die tägliche Nahrung.

Bei der Generation Z ist die Nutzung moderner Technik etwas Alltägliches geworden. Teilweise sind sie auch sehr professionell im Umgang mit der Technik. Das führt zu einer wesentlich höheren Selbstständigkeit, weil alles „gegoogelt“ werden kann. Den Weg zur nächsten Bar zeigt Google Maps, Freunde kontaktiert man mit Social Media, Banking erledigt man ebenfalls bequem per Smartphone.

Dass viele der Z-ler auch gleichzeitig zu großzügig mit ihren privaten Daten umgehen, dürfte eine der Lebenslektionen – wenn nicht DIE Lektion – dieser Generation sein.

Meine Meinung: Meine eigenen Erfahrungen jeden Tag im Bus bestätigen durchaus dieses Klischee: Sämtliche Blicke der jungen Menschen sind auf das Smartphone gerichtet oder sie haben ihre Kopfhörer als Schutzwall gegen die Realität in den Ohren. Konversation oder Austausch mit anderen Menschen findet so gut wie keiner statt. Smombiefication sozusagen.

Zudem wage ich zu behaupten, dass die junge Generation tendentiell auch mehr Geld für die technische Ausstattung ausgibt als frühere Generationen. Auch extra hierfür aufgenommene Kredite sind keine Seltenheit.

Die Generation Z ist unsportlich

Dieses Klischee habe ich aus Berichten, wonach die Bundeswehr beispielsweise bei Sporttests feststellt, dass die Generation Z im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen recht „körperlich degenieriert“ ist. Es sollen Rekruten bei Sporttests zusammenbrechen und auch die Körperkraft soll im Vergleich zu den Vorgängergenerationen nachgelassen haben. Für die Bundeswehr und ihre Einsatzfähigkeit soll dies ein nicht zu unterschätzendes Problem sein.

Da die Wehrpflicht in Deutschland abgeschafft ist, sollte man meinen, dass sich auch nur diejenigen zur Bundeswehr bewerben, die ohnehin an körperlicher Tätigkeit und Beanspruchung interessiert sind. Wenn aber auch hier der Standard so gering ist, kann man sich schon wundern. Früher musste immerhin fast jeder zur Musterung, sportlich wie unsportlich.

Meine Meinung: Das sehe ich differenziert. Es mag durchaus sein, dass einzelne junge Menschen körperlich weniger leistungsfähig sind als früher. Andererseits sehe ich viele junge Menschen, die sich gerade über ihren ausgeübten Sport in Szene setzen oder sich zum Teil sogar damit in den sozialen Netzwerken identifizieren.

Kaum ein Instagramm-Profil ohne Bild aus dem Fitnessstudio, bei den weiblichen Vertretern gerne in Kombination mit dem Anblick einer hautengen Leggins und einem knackigen Po („Insta-Bitches„). Auch Sprüche wie „excuses don’t burn calories“ und ähnliches, gerne mit einem vorangestellten „Hashtag“ sieht man nahezu überall. Ob dies nun Inszenierung statt Sein darstellt, soll jeder bitte selbst beurteilen.

Ich persönlich würde dem Klischee, gerade in Hinblick auf den Fitness-Hype, unterm Strich widersprechen.

Generation Z kann sich nicht konzentrieren

Von Manchen wird die Generation Z auch als die Generation ADHS bezeichnet. Offensichtlich klagen immer mehr Schulen, Kindergärten und Ausbildungsstellen darüber, dass sich die jungen Menschen nicht mehr längere Zeit am Stück auf eine Tätigkeit konzentrieren kann.

Meine Meinung: Für mich ist das kein Problem der Generation Z, sondern eher ein Problem von Menschen, die sich zu sehr von ihrem Smartphone dominieren lassen. Forschungen haben immerhin festgestellt, dass die meisten Arbeitnehmer alle 10 Minuten auf ihr Smartphone schauen. Ein konzentriertes Arbeiten am Stück ist dann natürlich nicht mehr möglich, wenn ständig neue Nachrichten hereinschneien.

Insgesamt deckt sich das mit dem ersten Punkt der Technikverliebtheit. Ein Leben ohne Smartphone scheint tatsächlich nicht mehr möglich zu sein. Und das Smartphone selbst senkt lauf Psychologie die Aufmerksamkeitsspanne immer weiter. Bedenklich wenn du mich fragst.

Die Generation Z ist naiv und arrogant

Nunja auch hier handelt es sich um Erfahrungen von Arbeitgebern mit ihren jungen Angestellten bzw. Azubis. Die neue Generation habe sehr viele Ansprüche an ihren Arbeitgeber und stelle hohe Forderungen. Teilweise schwanke ihre Einstellung zwischen Hedonismus und Weltrettungsambitionen. Auf der einen Seite fordern sie ohne im Vorfeld etwas geleistet zu haben, auf der anderen Seite möchten sie aber auch verzichten und fordern dies auch von anderen (fridays for future).

Insgesamt wird behauptet, dass der Arbeitsplatz für Z-ler weniger wichtig ist. Die Work-Life-Balance muss immerhin stimmen und so ein Sabbatjahr wäre doch auch cool. Auch ein Leben als Influencer, Dj oder digitaler Nomade gilt bei vielen als erstrebenswertes Ideal. Man muss nicht erwähnen, dass die Realität dabei oftmals ganz anders aussieht.

Meine Meinung: Es stimmt, dass bei der jungen Generation das Wort SINN bei der Arbeit vielleicht größer geschrieben ist, als den Vorgängergenerationen. Entsprechend tun sie sich schwer damit, sinnfreie Tätigkeiten auszuführen, auf die sie keine Lust haben. Man kann dies als faul, träge oder rebellisch ansehen oder eben auch einfach als selbstbewusst.

Ich persönlich finde diesen Charakterzug positiv. Es gibt einfach zu viele Bullshit-Jobs auf dieser Welt.

Die Generation Z ist assozial und faul

Hiermit ist gemeint, dass es für viele Vertreter dieser Generation scheinbar verlockender ist, auf der eigenen häuslichen Couch einen Netflix-Serien-Marathon zu starten, anstatt mit „echten Menschen“ etwas Soziales zu unternehmen oder das Haus zu verlassen.

Meine Meinung: Natürlich sind Dinge wie Amazon Prime Video* und Netflix* für die jungen Menschen heute relativ wichtig. Aber fairerweise muss man sagen, dass dies eben lediglich eine Änderung ist, als ein neues Phänomen. Verbrachte die Generation Y ihre Jugendzeit noch mit MTV oder VIVA, haben die Menschen Heute wenigstens die Entscheidungshoheit darüber, was sie wann und wie ansehen wollen.

Früher schaute man eben Nachmittags Richterin Barbara Salesch oder das A-Team, heute können die jungen Menschen frei wählen, was natürlich seinen Reiz hat.

Zudem brauchen junge Menschen meiner Meinung nach heutzutage auch mehr Zeit für sich alleine zum abschalten, da zu viel „sozialer Lärm“ im Täglichen herrscht, wo ebenfalls das Smartphone und die sozialen Medien ihre Mitschuld tragen dürften. Überall ist man erreichbar und interagiert sozial – wenn auch „nur“ digital. Insofern würde ich widersprechen und die Generation Z sogar als besser sozial vernetzt bezeichnen, als die Vorgängergenerationen. Etwas Ruhe sei ihnen dann ab und zu auf der Couch durchaus gegönnt.

Die Generation Z neigt zum Sozialismus

Hier berufe ich mich auf die Erfahrungen eines studierenden Kumpels, der mir oftmals davon berichtet, dass gerade links-grüne Ansichten bei seinen Mitstudenten massiv im Trend liegen. Hier spielt vielleicht auch mit rein, dass sich viele junge Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen wünschen. Man könnte also sagen, dass Kapitalismuskritik* bei dieser Generation wieder im Trend liegt.

Ebenso im Trend liegt bei Vielen der Konsumverzicht und die Vorliebe für einen eher minimalistischen Lebensstil. Schizophrener Weise reist diese Generation aber gleichzeitig auch sehr gerne, was sie wiederum liebend gerne auf Instagramm inszeniert.

Meine Meinung: Ich unterliege hier vielleicht einer Wahrnehmungsverzerrung, weil ich mich vermutlich zu viel in Communitys über finanzielle Freiheit, Börse, Unternehmertum etc. herumtreibe. Hier ticken die jungen Menschen natürlich ganz anders. Hier steht Erfolg und das Erreichen von Lebenszielen im Vordergrund und weniger sozialistische Umverteilungsideen.

Wohlstand als Selbstverständlichkeit?

Dennoch würde es zumindest aus psychologischer Sicht Sinn machen, wenn die junge Generation eher kapitalismuskritisch aufwächst: Sie haben ein durch die Eltern gemachtes Nest, leiden (zumindest in westlichen Staaten) an keinerlei Mangel und müssen sich um ihr Alter aufgrund des anstehenden Erbes vermutlich wenig Sorgen machen.

Dennoch fände ich es sinnvoll, wenn sich die junge Generation manchmal dennoch mit Fragen beschäftigen würde wie:

  • Woher kommt der Wohlstand überhaupt, der mir ermöglicht, dass ich so frei und gut leben kann? Dass ich mir überhaupt solche Gedanken machen kann (Salon-Bolschewismus?)?
  • Wer sagt denn, dass der Wohlstand überhaupt erhalten bleibt?
  • Was kann ich dafür tun, dass der Wohlstand bestehen bleibt und die Welt trotzdem gleichzeitig ein besserer Ort für Alle wird?
  • Wie reagiere ich, wenn der Wohlstand wegbricht?

Ich möchte hier keinen Teufel an die Wand malen. Aber wenn man unterstellt, dass die junge Generation vielleicht gerade an der Spitze der Maslowschen Bedürfnispyramide angekommen ist, besteht immer die Gefahr, dass es auch wieder abwärts geht. Die momentane Situation der Weltwirtschaft und der deutschen Automobilindustrie lassen hier bereits schlimmes befürchten. Mal schauen, wie „wetterfest“ die sozialistischen Ideen sind.

Fazit:

Auch wenn vieles in dem Artikel eher negativ herüberkommen mag: Grundsätzlich bin ich ein Fan der neuen Generation Z, gerade weil sie in manschen Punkten herrlich unbequem ist. Neue Ideen haben noch nie geschadet. Sinngebung im Beruflichen kann ebenfalls nie ein Fehler sein.

Dass die Generation Z vielleicht in manchen Punkten „undankbar„, naiv und arrogant herüberkommen mag, sei ihr verziehen. Wenn sich Etwas ändern soll, dann müssen manchmal vielleicht auch einfach alte Zöpfe abgeschnitten werden und tacherles geredet werden.

Gefahrenpunkte sehe ich für die Generation nur, wenn der gewohnte Wohlstand oder gar der (innere oder äußere) Friede in Gefahr sind bzw. nicht mehr existieren.

Ein bisschen zu sehr hat sich die Generation Z vielleicht tatsächlich an den Wohlstand (der von Anderen geschaffen wurde) gewöhnt. Sollten sich die linksgrünen Ansätze tatsächlich durchsetzen, dann kann es das mit dem Wohlstand auch sehr schnell gewesen sein. Dann dürfte auch plötzlich der tatsächlich wichtige Umweltschutz in der Wichtigkeit wieder nach hinten rutschen.

Die ideologisch getriebene Demontage deutscher Schlüsselindustrieen und die schwächelnde Weltwirtschaft sind hierfür vielleicht erst die kleinen Vorboten.

Weitere Artikel zur Generation Z

Falls dich das Thema Generation Z ebenfalls interessiert, verlinke ich dir nachfolgend noch ein paar externe Artikel über das Thema. Ansonsten hinterlasse gerne deinen Kommentar:

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.