Diese 11 Berufe sind gesundheitsgefährdend

Welche Berufe gefährden die Gesundheit? – Im Großen und Ganzen waren es für mich keine bahnbrechenden Neuigkeiten, die der Artikel „Diese 11 Berufe gefährden eure psychische Gesundheit“ auf businessinsider.de kürzlich veröffentlichte. Demnach sind es natürlich die Manager und Führungskräfte, die einem besonders hohen Stresspegel und somit einer hohen Gefahr psychischer Erkrankungen ausgesetzt sind.

Was ich aber trotzdem bemerkenswert fand ist, dass sogar im Umweltschutz und im sozialen Bereich engagierte Menschen einem größeren, vor allem psychischen, Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind. Sollte man doch meinen, dass diese Gruppe eher an innerer Balance, Zufriedenheit und Glück interessiert sein sollte.

Berufe in Umweltschutz und soziale Arbeit machen Krank?

Im Artikel ist gar davon die Rede, dass 13,4 Prozent der Mitarbeiter im Umweltschutz als depressiv gelten. Für mich stellt sich dabei aber die Frage, ob es da nicht auch sein könnte, dass vielleicht zahlenmäßig sich eher depressiv veranlagte Menschen mit einem nennen wir es mal „Messias-Komplex“ dem Umweltschutz verpflichtet fühlen und es gar nicht die Tätigkeit an sich ist, die einen krank macht? Das alte Problem von Statistiken und Behauptungen, die auf Statistiken beruhen.

Andererseits kann ich mir durchaus vorstellen, dass man gerade in sozialen Berufen sehr viel Negativität ausgesetzt ist. Seien es nervige technokratsiche Abläufe in einem Krankenhaus in Kombination mit Personalmangel, Zeitmangel in der Pflege oder generell die Konfrontation mit gesellschaftlichen (Pflege) oder gesundheitlichen (Krankenhaus) Problemen.

Auch beim Umweltschutz kann ich die Feststellung im Artikel nachvollziehen: Auch hier fokussieren sich Mitarbeiter oft nur auf bestehende Probleme. Es wird in der Tendenz mehr angeprangert, als an Lösungen hart gearbeitet. Aktuell auch ganz gut bei Fridays for Future zu beobachten. In den meisten Diskussionsrunden wirken deren Vertreter seltsam passiv-aggressiv, teilweise arrogant und irgendwie unsympathisch. Die Lösungsansätze für das „große Ganze“ fehlen oftmals oder wirken teilweise nicht bis ins Detail durchdacht.

Vielleicht formt ja die Beschäftigung mit Missständen die Psyche doch mehr, als aktuell bekannt ist und führt hier im schlimmsten Falle tatsächlich zu psychischen Störungen.

Was ist deine Meinung zu den 11 genannten Berufsgruppen? Fehlen hier noch Beispiele deiner Meinung nach?

Quelle: Artikel „Diese 11 Berufe gefährden eure psychische Gesundheit“ vom 12.07.2016

Liste gesundheitsgefährdende Berufe

  • Journalisten und Autoren (Platz 11)
  • Broker (Platz 10)
  • Parteien und Vereine (Platz 9)
  • Umweltschutz (Platz 8)
  • Juristen (Platz 7)
  • Personaldienstleister (Platz 6)
  • Produktion und Industrie (Platz 5)
  • Soziale Arbeit (Platz 4)
  • Immobilienmakler (Platz 3)
  • Nah- und Fernverkerh (Platz 2)
  • Manager und Führungskräfte (Platz 1)

Wie du sehen kannst, sind mehr Berufe als gedacht laut dieser Studie gefährlich für deine psychische Gesundheit. Aber wenn man die Berufsgruppen so überfliegt, deckt sich manches vielleicht doch auch mit den eigenen bisher gesammelten Lebenserfahrungen.

Aber was kann man nun tun als Betroffener?

Wenn der Job krank macht

Nun, heute zählt ja Burnout fast schon zu den Standard-Diagnosen im Bereich der Jobgesundheit. So wie bei Kindern heutzutage gerne ADHS diagnostiziert wird, sind es bei Erwachsenen und Arbeitnehmern gerne Burnout* und/oder Depressionen*. Aber was kann man als Betroffener denn tun, wenn sich Schwermut und Selbstzweifel im Leben breit machen?

In milden Fällen können vielleicht schon kleinere Maßnahmen ohne professionelle psychotherapeutische Betreuung helfen. Dass dringend Handlungsbedarf besteht, sollte hierbei klar sein. Immerhin verbringt man in seinem Leben sehr viel Zeit in seinem Beruf und gewährt so potentiell schädlichen Dynamiken einen direkten Zugriff auf das eigene Leben – auch außerhalb des Jobs.

Bevor dann Begleiterscheinungen auftreten, wie z.B. eine Scheidung, Jobverlust oder ein gestörtes soziales Leben, gilt es gegenzusteuern.

Maßnahmen gegen psychische Krankheiten

Zuallererst ist mit psychischen Erkrankungen natürlich nicht zu spaßen. Auch die Versicherer haben deren Brisanz inzwischen erkannt, sodass du normalerweise auch keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommst, wenn bei dir einmal eine psychische Störung diagnostiziert wurde. Auch nehmen gesamtgesellschaftlich die Krankheitstage aufgrund psychischer Störungen deutschlandweit zu.

Aber wenn es dich doch mal erwischen sollte, dann findest du hier mögliche Beispiele für hilfreiche Maßnahmen:

  • regelmäßiges Meditieren (Quelle)
  • Monotasking statt Multitasking; Stichwort Fokussiertheit und Achtsamkeit üben
  • regelmäßiger Sport und ausreichend Bewegung (Quelle)
  • soziale Kontakte mit den richtigen Menschen
  • die innere Leidenschaft finden und ihr folgen (oft sehr schwer!)
  • Social Media meiden bzw. das Smartphone öfters mal ausgeschaltet lassen
  • Nicht in die gerade bei der Generation Y so beliebte  FOMO-Falle tappen (Anm. FOMO = Fear of missing out = Angst im Leben etwas zu verpassen); interessanter Artikel darüber siehe hier
  • Richtige und gesunde Ernährung (Quelle)
  • Dankbar sein und Dankbarkeit bewusst praktizieren (Quelle)

Dies sind nur einige exemplarische Maßnahmen, die ich recherchiert habe und die anscheinend vielen Betroffenen tatsächlich geholfen haben sollen. Aber gerade bei psychischen Leiden und um chronischen Depressionen vorzubeugen, empfiehlt sich im Zweifel dennoch die Konsultation eines hierauf spezialisierten Fachmanns für psychische Gesundheit.

Im Zweifel kann dir dein Hausarzt entsprechende Kontakte vermitteln. Aber Achtung: Um wieder den Bogen zum Finanzthema zu spannen: Sollte eine psychische Krankheit bei dir tatsächlich diagnostiziert werden, kannst du unter Umständen Probleme bekommen, wenn du beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchtest. Bei den meisten Versicherern sind psychische Krankheitsbilder absolute Ausschlusskriterien.

Ein Grund mehr, vielleicht erstmal andere Möglichkeiten zur Genesung auszuprobieren…

Den Job kündigen?

Eine weitere zugegebenermaßen sehr krasse Maßnahme könnte natürlich auch sein, eine vollständige berufliche Neuorientierung bzw. einen Berufswechsel anzustreben. Also deinen Job zu kündigen. Vielleicht macht dich auch deine Tätigkeit im Hamsterrad krank, welche du immer mehr in Frage stellst? Gerade wenn du in einem der oben genannten Branchen tätig bist und viel Stress ausgesetzt bist, kann sich eine berufliche Neuorientierung vielleicht positiv auf den gesamten Gemütszustand auswirken.

Aber wenn du deinen Job tatsächlich kündigen möchtest, dann bitte wohl überlegt und aus den richtigen Gründen. In diesem Artikel habe ich erläutert, was eventuell gute Gründe für einen Wechsel sein könnten und welche eher gefährlich und nicht zu empfehlen sind.

Fazit

Psychische Erkrankungen in unserer westlichen Gesellschaft dürften weiter zunehmen. Ständiger Leistungdruck, Selbstoptimierungswahn und Social-Media-Abhängigkeit, befeuern diese Problematik zudem. Depressionen und Burnout düften daher weiter zunehmen. Die langfristigen Folgen für die Gesellschaft sind schwer abzuschätzen.

Vielleicht ist es ja tatsächlich eine Gute Idee, wenn wir uns mehr unserer eigenen mentalen Gesundheit widmen und mehr auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben konzentrieren. Zur Not dann einfach die erwähnten Berufsgruppen meiden 😉

Wie ist deine Meinung zum Thema psychische Gesundheit im Beruf?

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