Buchtipp: The Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben

The Big Five for Life – Was wirklich zählt im Leben von Autor John Strelecky ist das jüngst von mir im Urlaub durchgelesene Buch. Ich habe es zu meinem Geburtstag bekommen und es wurde mir als ganz besonders gelungen angespoilert. Dadurch dass auch noch das SiegelSpiegel Bestseller“ auf dem Cover prangte, nahm ich die Empfehlungen natürlich nicht auf die leichte Schulter und widmete mich abends und in meinem Urlaub der Lektüre dieses Buchs.

Nachfolgend möchte ich meine Erfahrungen und meine Meinung zu dem Buch mit dir teilen:



The Big Five for Life – Ratgeber für Unternehmer

Im Gegensatz zu anderen Büchern aus dem Bereich Wirtschaft/Motivation/Mindset etc. finde ich den Titel ziemlich missverständlich: Ich bin davon ausgegangen, dass es sich hier um ein weiteres dieser Bücher handelt, die einen inspirieren und gegebenenfalls neue Sichtweisen eröffnen. Mindset und Motivation also. Nun, nach den ersten Seiten wurde mir dann klar, dass es genauso ein Buch eben nicht ist. Wenn ich es einer Kategorie zuordnen müsste, dann würde ich es eher als eine Art positiver Leitfaden für (angehende) Unternehmer betrachten.

The Big Five for Life behandelt in erster Linie die Geschichte des schwer an Krebs erkrankten Unternehmers Thomas Derale. Im Buch hat dieser mehrere Unternehmen gegründet und pflegte hierbei einen unverwechselbaren Führungsstil, für den er allseits geschätzt wurde. Die eigentliche Erzählung erfolgt aus der Ich-Perspektive seines besten Freundes Joe. Joe soll die letzten noch verbleibenden Tage an Thomas‘ Seite verbringen und ihm beim Abschluss seines Lebenswerkes zur Hand gehen.

Zwei Grundprinzipien der Mitarbeiterauswahl

Thomas Führungsstil basiert im Buch auf zwei wesentlichen Grundsätzen, nach denen er künftige Mitarbeiter seiner Unternehmen auswählt. Im Buch wird die Behauptung aufgestellt, dass durch diese Filterung die Jobzufriedenheit bei seinen Mitarbeitern extrem hoch und die Fluktuation in andere Firmen extrem niedrig sein sollen. Grundsätzlich sind die Angestellten in Thomas‘ Firmen sehr zufrieden und gleichzeitig höchst produktiv.

1. Zweck der Existenz (ZdE)

Das erste Grundprinzip ist, dass jeder potentielle Mitarbeiter seinen Zweck der Existenz (ZdE) kennen muss. In anderen Büchern liest man ähnliches. Den ZdE kann man als eine Art „innere Leidenschaft“ bezeichnen, denen jeder Mitarbeiter im Laufe seines Lebens folgen soll.Vielleicht sogar noch mehr: Es soll schlicht der Grund sein, wieso man überhaupt geboren wurde.




Thomas geht sogar so weit, dass er grundsätzlich keine Menschen bei sich einstellt, die ihren ZdE (noch) nicht kennen. Er geht davon aus, dass diese Menschen nämlich über Kurz oder Lang unzufrieden und somit auch unproduktiv werden. Menschen, die ihrem Zweck hingegen folgen, sollen dauerhaft produktiv und motiviert sein.

2. The Big Five for Life

Das zweite Prinzip ist gleichzeitig namensstiftend für das gesamte Buch. Jeder Mitarbeiter soll bei der Bewerbung mitteilen, was seine „Big Five for Life“ sind. Hierunter versteht der Autor die fünf größten und wichtigsten Lebensziele des angehenden Mitarbeiters. Also was er in seinem Leben gerne noch alles sehen, tun und erleben möchte. Thomas sucht sich dann nur solche Mitarbeiter heraus, die während ihrer Tätigkeit für seine Unternehmen gleichzeitig an der Verfolgung ihrer Big Five arbeiten. Wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter leidenschaftlich gerne campen geht (ZdE) und sein Ziel ist, möglichst intensiv die Welt zu bereisen, dann würde Thomas einen solchen Menschen genau dorthin positionieren, wo er diesen Leidenschaften nachgehen kann.

Gleichzeitig ist der Mitarbeiter zufrieden, produktiv und mehrt dadurch die Gewinne des Unternehmens.

Sehr positives Bild eines Unternehmers

Mir persönlich ist die Darstellung von Thomas in The Big Five for Life ein wenig zu krass. Er wird als eine Art Messias dargestellt, der wirklich von jedem seiner Mitarbeiter geschätzt wird. Selbst redend, dass natürlich auch seine Ehe nach jahrzehntelanger Beziehung noch immer in Takt ist. In einem Buch ist dieses Ideal des Unternehmers* natürlich sehr inspirierend, jedoch in meinen Augen auch etwas unrealistisch wenn wir ehrlich sind. Nicht jeder Unternehmer ist ein solcher Strahlemann, ganz im Gegenteil. Wenn der Autor aber beabsichtigte, in der Person von Thomas Derale den perfekten Vorgesetzten und Unternehmer zu kreieren, dann kann ich meinen Frieden mit dieser übersteigerten Darstellung schließen.

In der Realität war vermutlich nicht mal ein Steve Jobs* derartig beliebt bei seinen Mitarbeitern und Konkurrenten, wie Thomas Derale in diesem Buch.



Fazit:

Den Leser erwartet eine interessante Erzählung über den Musterfall des perfekten Unternehmers und Chefs in Person des Thomas Derale. Wer wie ich über die ziemliche Übertreibung in der Darstellung von Thomas hinwegsehen kann, den erwartet ein unterhaltsames, interessantes und durchaus lehrreiches Stück Literatur. Darüber hinaus eignet es sich durch seine geringe Seitenzahl prima als „Lesesnack“ für Zwischendurch.

Insgesamt kann ich das Buch empfehlen, es kann aber mit den Klassikern und anderen Büchern (siehe Tipps) bei weitem nicht mithalten. Wer mit Unternehmertum und Wirtschaft nichts anfangen kann, für den taugt das Buch natürlich nicht. Aber dass so jemand ein Buch wie dieses liest, ist ohnehin eher unwahrscheinlich 😉

Mittlerweile gibt es auch noch eine Fortsetzung des Buches mit dem Titel: Das Leben gestalten mit den Big Five for Life: Das Abenteuer geht weiter*

Vielleicht werde ich mir dieses Buch ebenfalls zeitnah zu Gemüte führen…

Bewertung:      3,75 / 5

Taschenbuch: 256 Seiten

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (1. Februar 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3423345284

ISBN-13: 978-3423345286

Originaltitel: The Big Five for Life – A Story of One Man and Leadership’s Greatest

Hast du das Buch gelesen? Dann teile der Welt bitte dein Urteil in den Kommentaren mit.

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