Privatkredit in Zeiten niedriger Zinsen

Einen Privatkredit aufnehmen – Nicht immer eine gute Idee. Wie schon mehrfach auf dieser Seite erwähnt, besteht eine große Verlockung, sich mit Privatkrediten zu verschulden. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen, locken diverse Banken, Versicherungsunternehmen und Privatfirmen mit sensationell niedrigen Zinsen. Kein Geld für Urlaub zurückgelegt? Kein Problem, es gibt Privatkredite. Das Auto kaputt? Kein Problem dank Privatkrediten.

Privatkredit: Gefahr der Überschuldung

Doch gerade diese leichte Verfügbarkeit stellt auch gleichzeitig eine ernsthafte Gefahr für den eigenen Geldbeutel dar. Wenn man einen solchen Kredit beantragt, landet das Geld in der Regel wenige Tage später auf dem eigenen Bankkonto. Aber gerade diese Unkompliziertheit ist für angehende Schuldner natürlich gerade so verlockend.

Zudem unterschätzen Menschen die für sie negativen Auswirkungen des Zinseszinseffekts. Durch die Zinszahlungen bleibt es nämlich nicht beim ursprünglichen Betrag. Es kommen Zinsen dazu. Auch wenn diese aktuell sehr niedrig sind, läppern sie sich dann doch über die Zeit ordentlich. Dies sollte man also dringend vorher mal ausrechnen, ehe man sich für die Aufnahme eines Privatkredites entscheidet.

Wann lohnt sich ein Privatkredit?

Es gibt jedoch auch Fälle, wo die Aufnahme eines Privatkredites zu den niedrigen Konditionen durchaus Sinn machen kann. Die Aufzählung ist sicher nicht abschließend:

a) Privatkredit ersetzt den Dispo

Du bist beispielsweise schon mit deinem Girokonto dauerhaft im roten Bereich? Dann kann sich ein Privatkredit tatsächlich für dich lohnen. Ein Dispo kostet in der Regel zwischen 8-12 Prozent Zinsen, je nach Bank. Ein Privatkredit je nach Bonität aktuell zwischen 2-5 Prozent. Es kann dann durchaus Sinn machen, wenn du einen Privatkredit über die Summe aufnimmst, mit der du auf dem Girokonto in den Miesen bist, um höhere Zinskosten zu vermeiden. Logischerweise sollte dieser Negativbetrag dann aber nicht weiter steigen, weil sonst ein neuer Privatkredit benötigt würde.

b) Privatkredit für Investitionen

Du hast eine Geschäftsidee, möchtest an der Börse investieren oder hast einen heißen „Tipp“ bekommen, den du nun umsetzen möchtest? Auch dann kann sich ein Privatkredit lohnen. Du bekommst beispielsweise einen Privatkredit zu einem Zins von 2 Prozent. Dieses Geld investierst du nun aber sofort wieder in ein Unterfangen, welches dir deutlich mehr Erträge liefert. So kannst du theoretisch unterm Strich Gewinn machen, weil deine Zinseinnahmen die Zinskosten übersteigen.




Hierzu muss aber gewährleistet sein, dass deine Investition auch tatsächlich einen dauerhaft höheren Ertrag für dich abwirft. Dauerhaft heißt, mindestens bis zum Ende deiner Kreditlaufzeit. Zudem darfst du das Geld dann auch nicht anderweitig ausgeben oder verkonsumieren. Ziel ist es also, risikoarm einen dauerhaft höheren Ertrag zu erhalten. Dank der Niedrigzinsen scheidet daher ein Tagesgeldkonto schonmal aus. Der Aktienmarkt oder p2p-Kredite können hier vielleicht Chancen bieten.

c) Umschulden zu einem günstigeren Privatkredit

Die letzte Möglichkeit wäre dann noch, einen bestehenden Privatkredit gegen einen günstigeren abzulösen. Du hast beispielsweise in Zeiten höherer Zinsen bereits einen Kredit abgeschlossen und würdest nun aber wesentlich bessere Zinskonditionen bekommen. Dann kannst du dir überlegen, ob du deinen teuren Kredit nicht durch einen günstigeren Kredit ersetzt. Entweder bist du dadurch dann schneller schuldenfrei oder du hast eine geringere monatliche Belastung, je nach Vertrag.

Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten: Vor einem Wechsel solltest du dich genau über deine aktuellen Konditionen informieren. Viele Kreditgeber verlangen im Falle einer Umschuldung ggf. Zinsausfallgebühren oder andere „Strafen“. Daher unbedingt vorher selbst durchrechnen, ob es auch mit diesen „Strafen“ Sinn macht zu wechseln.

Als Privatperson in Kredite investieren

Wie schon in einem anderen Artikel geschrieben, kann es sich auch lohnen, als Privatanleger selbst Kredite an andere Privatpersonen zu vergeben. Ich habe hier in der Vergangenheit schon das Beispiel Mintos erwähnt. Vorher sollte man sich aber ausgiebig mit der Materie beschäftigen, um kein allzu großes Risiko einzugehen. Bei Interesse helfen dir vielleicht die folgenden Bücher* (durch einen Klick auf die Bilder gelangst du zur Angebotsseite):

Mittlerweile gibt es aber auch deutsche Alternativen, wie z.B. Smava und Auxmoney. Gerade in Zeiten von Niedrigzinsen sind mit p2p-Krediten noch immer hohe Renditen drin, zu kalkulierbaren Risiken. So gibt z.B. Auxmoney an, dass die Ausfallquoten bei lediglich 3% liegen.

Meine Erfahrungen beschränken sich momentan ausschließlich auf Mintos. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, zukünftig auch in die deutschen Alternativen zu investieren. Ich verweise alleine auf die Rendite von durchschnittlich über 7 Prozent. So soll es z.B. bei Smava einen Mechanismus geben, durch den das Kreditausfallrisiko nahezu ausgelöscht wird. Sollte ich dort selbst investieren, werde ich analog zu Mintos über meine Erfahrungen berichten.

Privatkredite: Mein Fazit

Grundsätzlich sollte man wie oben beschrieben in erster Linie die Aufnahme sämtlicher Privatkredite vermeiden, wenn man selbst dadurch zum (jahrelangen) Schuldner wird. Es kann aber wie an den Beispielen ersichtlich auch Sinn machen, einen Privatkredit abzuschließen. Wichtig hierbei: Unbedingt vorher die Kreditangebote vergleichen (z.B. über Smava).

Besonders wichtig sind die Klauseln über Sondertilgungen. Kann man den Kredit jederzeit zurückzahlen? Wie oft und wie hoch darf man sondertilgen? Ein Kredit kann z.B. einen günstigen Zins haben, aber wenn man nie sondertilgen darf, dann summiert sich auch dieser günstige Zins auf die Jahre zu einem nicht mehr ganz so günstigen Zins.

Wie ich in meiner Artikelserie bereits erwähnt habe, investiere ich gleichzeitig auch in Mintos. Dort kannst du bereits ab 10 Euro Rendite nvon 10-12 Prozent p.a. erreichen (worin die Gefahr liegt, kannst du bei Interesse hier nachlesen).

Hier kannst du dich einfach und schnell (und kostenlos) bei Mintos anmelden und das Ganze selbst ausprobieren:

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