Amazon FBA Business als Nebenjob?

An mehreren Stellen habe ich schon darüber berichtet, dass das Internet voll ist mit Möglichkeiten, wie sich Geld verdienen lässt. Eine Möglichkeit hierzu ist das Businessmodell Amazon FBA. Im heutigen Beitrag werden die Grundzüge von Amazon FBA erklärt, wenngleich auch ziemlich allgemein. Im Gegensatz zu anderen Möglichkeiten eines Nebeneinkommens, ist ein Business auf Amazon FBA alles andere als passiv, aber sieh selbst:

Sich nebenberuflich ein eigenes Business aufbauen, das möglichst automatisiert Einnahmen generiert und dir in Zukunft ermöglicht, ganz davon zu leben. Ein Wunsch vieler und eine Möglichkeit, die in den letzten Jahren durch unterschiedliche Online Businessmodelle möglich geworden ist. Gerade der E-Commerce hat neue Chancen gebracht und Plattformen wie Amazon ebnen der Weg für Existenzgründer mit attraktiven Programmen wie zum Beispiel Amazon FBA.

Bei Amazon FBA geht es um den Handel von physischen Produkten über den Marktplatz von Amazon. Hierbei braucht man gar keine innovative Produktidee oder ein hohes Startkapital. Amazon übernimmt zudem die Lagerhaltung und logistische Aufgaben wie dem Versand zum Endkunden sowie das Management der Retouren.

Hat man also erstmal ein passendes Produkt und einen zuverlässigen Hersteller gefunden, kann man über Amazon von der Reichweite und dem vorhandenen Kundenvertrauen profitieren und gleichzeitig aufwändig Aufgaben abgeben. Wie genau das funktioniert und wie man bei Amazon FBA vorgeht, um langfristig damit über das Internet Geld zu verdienen, beleuchtet wir jetzt.

Mit Amazon FBA starten

Erster Schritt: Gewerbeanmeldung

Die Umsetzung im Detail zu erklären, würde den Rahmen des Artikels deutlich sprengen. Es folgt nun ein Überblick über den groben Ablauf bzw. die einzelnen größeren Schritte, die man für den Start mit Amazon FBA bzw. jedes weitere angebotene Produkt gehen muss. 

Grundsätzlich gilt, was für alle Unternehmen gilt: Eine Gewerbeanmeldung, ein Geschäftskonto sowie eine steuerliche Registrierung sind die Voraussetzungen für einen Start in die Selbstständigkeit. Das klingt alles ziemlich kompliziert, ist aber mit je einem kurzen Termin beim Finanz- und Gewerbeamt erledigt. Beim Amazon FBA Business kommt noch eine Besonderheit hinzu, nämlich die EORI-Nummer des Zolls (Economic Operators´ Registration and Identification number). Diese kann kostenlos online beantragt werden und ist wichtig für den Import von Waren. 

Wichtig: Produktrecherche und Optimierung

Der nächste Schritt ist die Produktrecherche, also die Suche nach einem geeigneten Produkt auf Amazon. Mit verschiedenen Tools wie Helieum10 kann man herausfinden, welche Produkte sich wie gut verkaufen und sieht direkt, in welche Kategorien man mit entsprechendem Startkapital einsteigen kann. Bei der Produktrecherche sollte man sich wirklich Zeit lassen.

Denn im Grunde muss man für jedes Produkt dieselbe Arbeitszeit investieren, weshalb man auch direkt ein sehr erfolgversprechendes Produkt (vorhandene Nachfrage, schlechte Angebote am Markt) nehmen sollte. Je besser sich ein schlecht optimiertes Produkt verkauft, desto besser eignet es sich für den Einsteig

Sobald man ein gutes Produkt gefunden hat, sollte man sich überlegen, was man am Produkt selbst verbessern möchte. Das kann z.B. ein anderes Material sein, eine andere Farbe, weitere Funktionen oder eine bessere Verpackung. Das wichtigste ist, dass das eigene Produkt besser als das der Konkurrenz ist. Anders als beispielsweise bei Dropshipping, arbeitet man selbst sogenannte USPs, Unique Selling Propositions aus, um mit neuen Alleinstellungsmerkmalen die Kunden zu überzeugen.

Bestellung beim Großhändler (z.B. Alibaba)

Um den richtigen Hersteller zu finden, eignet sich zum Start die chinesische Plattform Alibaba.com. Dort findet man eine Vielzahl asiatischer Hersteller, die bereit sind auch kleine Stückzahlen eines Produktes mit individuellen Änderungen herzustellen. Sobald man den richtigen Hersteller gefunden hat, muss man sich um EAN-Codes, ein Logo (inkl. Markenname) und Verpackungsdesign kümmern. 

Chinesische Hersteller benötigen üblicherweise einige Tage Zeit für die Produktion. In dieser Phase kann man schon die Produktfotos erstellen lassen (am besten schonmal ein Produkt per Flugzeug nach Deutschland schicken) und die Texte für das Listing schreiben. Dabei ist wichtig, dass man vorher eine Keywordrecherche durchgeführt hat, anhand derer man die relevantesten Suchbegriffe für das Produkt herausfindet.  

Der Versand: Lieferung per Schiff

Wenn die Produkte fertig produziert sind, wird der Logistiker beauftragt. Das ist nicht weiter kompliziert, denn der Logistiker übernimmt in den meisten Fällen die Kommunikation mit dem Hersteller. Üblicherweise wird per Schiff versandt, wenn das Produkt besonders klein ist, kann man aber mit dem Flugzeug versenden. Der Vorteil hierbei ist, dass das Produkt in 10 Tagen da ist. In den meisten Fällen ist ein Import per Schiff jedoch deutlich günstiger, was zu einer höheren Marge führt. 

Nachdem die Lieferung vom Zoll abgefertigt wurde, kann man dem Logistiker die Etiketten schicken und die Pakete direkt bei Amazon einlagern lassen. Sobald die Produkte verfügbar sind, das Listing optimiert ist und die ersten Werbekampagnen erstellt sind, kann man das Angebot auf aktiv schalten. Am besten kümmert man sich so schnell es geht um die erste gute Bewertung, da ein Produkt mit null Bewertungen viel weniger gekauft wird. 

Das erste Produkt & Werbung

Jetzt heißt es abwarten bzw. die Zeit für andere Dinge nutzen. Die Werbekampagnen sollte man die ersten drei Wochen nicht verändern und auch sonst nicht ständig am Listing oder dem Preis herumspielen, da sich das negativ auf den Algorithmus auswirkt. 

Das waren die groben Schritte, die man jedes Mal gehen muss, wenn man ein neues Produkt launcht. Egal wie groß das Unternehmen und die Produkte werden, im Grunde bleiben es immer dieselben Schritte. Das bedeutet, das erste Produkt kommt einem vielleicht noch ziemlich aufwendig vor, während der zweite Launch schon deutlich routinemäßiger über die Bühne geht. Später wird es überhaupt kein Problem mehr sein, zwei oder mehrere Produkte parallel zu launchen

Mit dem ersten Produkt kann man realistisch gesehen einen monatlichen Gewinn von 1.000-2.000€ erzielen. Wenn man dieses Kapital am Anfang weiter in das Unternehmen, also neue Produkte, investiert und das Ganze noch nebenberuflich betreibt, kann man in wenigen Monaten weitere Produkte mit ähnlichen oder höheren Gewinnerwartungen launchen und bald Amazon FBA Vollzeit betreiben. Der finanziellen Freiheit kommt man damit Schritt-für-Schritt näher!

Fazit: So stehe ich zu Amazon FBA

Im Prinzip finde ich das Modell von Amazon mehr als genial. Waren selbst einzukaufen und Amazons Lager- und Versandangebote nahezu automatisiert zu nutzen, ist ein ziemlich genialer Coup. Leider ist Amazon FBA mittlerweile auch stark überlaufen. Es tummeln sich immer mehr (auch unseriöse) Verkäufer auf Amazon, worunter leider auch die Produktqualität zu leiden scheint. Immerhin sind die Hürden relativ hoch, lukrativ auf Amazon zu verkaufen. Nebenberuflich wird es schwer, hier langfristig Fuß zu fassen. Und es gilt auch hier der eherne Internet-Grundsatz: The Winner takes it all.

Wenn du dann einmal Erfolg hast, ist dieser aber auch nicht unbedingt von Dauer: Abgesehen von der eigenen Brand gibt es meistens leider keinerlei Burggraben, um dich gegen dreiste Kopien, insbesondere aus Fernost, zu schützen. Wenn aber Jemand trotz Allem eine richtig gute Idee hat, diese rechtlich über Patente oder Markenrechte absichert, ist es auch heute noch möglich, auf Amazon FBA durchzustarten und tatsächlich von den Erlösen zu leben. Etwas Glück gehört natürlich auch immer dazu.

Für mich persönlich ist es nichts, meine Stärken und Vorlieben sehe ich hier eher in anderen Bereichen. Dennoch durfte auch ich Personen kennenlernen, die tatsächlich sehr erfolgreich damit geworden sind.

Wie stehst du zu FBA? Hast du es schonmal ausprobiert oder bist gar erfolgreicher Seller?

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